Franzis Footprints

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REISEN und dabei noch Geld verdienen ist für viele unvorstellbar

Die 26-jährige Augsburgerin wird allgemein als Reisebloggerin, Online-Coach oder Digitaler Nomade bezeichnet.

So fing alles an: Franzi studierte interkulturelle Kommunikation und Moderation, schrieb erst kürzlich ihre Masterarbeit über ortsunabhängiges Arbeiten und beschäftigte sich damit, wie man ein Online-Business aufbaut. Damals hatte sie eine Festanstellung im Marketing-Bereich, eine Wohnung und ein Auto. Doch mit diesem Leben war sie nicht glücklich. Sie kündigte, löste die Wohnung auf, verkaufte ihr Auto und zog nach Ibiza – ihrer absoluten Lieblingsinsel, wo sie ein halbes Jahr bei einer Boots-Party-Firma arbeitete, sich um das Marketing, das Projektmanagement und den Social Media Auftritt kümmerte. Durch das Leben auf der Insel sammelte sich ziemlich viel Bildmaterial an. Deshalb entschied sich Franzi ein Instagram Profil mit dem Namen „Magical Island Ibiza“ anzulegen und ihre Bilder dort online zu stellen. Nach nur einem Sommer hatte sie so bereits rund 15.000 Follower gesammelt! Im Herbst reiste sie dann für zweieinhalb Monate nach Thailand, nannte ihren Account „Franzis Footprints“, postete weiter Bilder von ihren Erlebnissen und die Follower-Zahlen stiegen immer weiter an. Franzi fragte schließlich bei einigen Hotels bezüglich einer Zusammenarbeit an, sprich Kost und Logis im Gegenzug für Werbung auf ihrem instagram-Profil. „Ich konnte es überhaupt nicht glauben, als die direkt Ja sagten.“ So kam ihr Online-Reiseblog ins Rollen und es entwickelten sich immer mehr Kooperationen. Zeitgleich baute sie sich ein Online-Unternehmen auf, das Social Media Kanäle von internationalen Kunden betreut, erstellt oder erweitert. Außerdem startete sie ein Online-Coaching, bei dem sie Kunden erklärt, wie sie den Weg in die Online-Selbstständigkeit finden und so ihre Träume verwirklichen können.

So ist es jetzt: Sie hat viele Kooperationspartner aus der Hotelbranche, die sich von ihr immer ein ehrliches Feedback erhoffen. Gefällt Franzi ein Hotel nicht, möchte sie auch nicht mit ihrem Gesicht dafür stehen und lehnt deshalb manche Werbe-Angebote sogar ab. Zumeist kann sie zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Kostenloser Aufenthalt an Urlaubsorten und gleichzeitiges Arbeiten an ihrem Online-Business. Dabei hilft sie Privatpersonen oder auch Agenturen und Firmen deren Online-Kanäle aufzubauen. Außerdem bietet sie weiterhin ihr Online-Coaching an. „Mein Ziel ist es, Leute zu motivieren an ihre Träume zu glauben und ihre Ziele zu verwirklichen!“ Franzi kann ihre Arbeit problemlos erledigen – egal an welchem Ort und zu welcher Zeit, denn ihr Laptop ist immer dabei. Ihre mittlerweile 30.000 Follower lässt sie sehr gerne an ihrem Leben teilhaben. Besonders wichtig ist ihr, dass sie nicht nur die Sonnenseiten vor der Kamera zeigt. Geht es ihr einmal schlecht, dürfen die Abonnenten das auch sehen. Beispielsweise hatte sie einmal einen Rollerunfall auf Bali und musste ins Krankenhaus. Trotz großer Schmerzen zeigte sie ihre Erfahrung ganz offen auf ihrem Online-Kanal. Eines hat bei Franzi aber immer oberste Priorität: Sie möchte als Geschäftsfrau mit einem seriösen Business wahr genommen werden, denn sie arbeitet hart dafür – oftmals mehr als 40 Stunden in der Woche.

So soll es werden: Franzi will ihr soziales Netzwerk auf Pinterest erweitern. Zudem sollen Podcasts veröffentlicht werden und ihre Masterarbeit als Buch erscheinen. „Weitere Pläne habe ich noch nicht. Menschen wie ich planen höchstens sechs bis acht Wochen im Voraus“, lacht sie.

Schattenseiten: Wenn Franzi an Orten ist, die etwas abgeschiedener sind, kann das schon mal zu Schwierigkeiten führen. In Thailand zum Beispiel zog ein Bankautomat ihre Kreditkarte ein und sie stand mitten im Nirgendwo und hatte kein Geld mehr. Glücklicherweise waren zeitgleich Freunde vor Ort, von denen sie sich etwas leihen konnte. Außerdem vermisst die ehrgeizige Brünette ab und an einen festen Wohnsitz, denn „man braucht das Gefühl: Das ist meins! Das ist mein Zuhause!“ Ein Leben aus dem Koffer ist eine Zeit lang okay, aber nicht auf Dauer. Zudem braucht es einiges an Selbst-Disziplin, an Orten zu arbeiten, an denen alle anderen Urlaub machen. Nichtsdestotrotz kann sich Franzi momentan kein schöneres und freieres Leben vorstellen – sie genießt es in vollen Zügen.

Text: Madeleine Habersetzer
Bilder: Franzi