Er ist die Zukunft schon gefahren

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Geschäftsmann David H. Dudek war in Schweden 2000 Kilometer PILOTIERT unterwegs. Jetzt ist er auf den Geschmack gekommen.

Er ist schon viele Autos gefahren, aber so etwas ist ihm noch nie passiert. Als David H. Dudek mit seinem Leihwagen, einem Volvo S90, losfahren will, passiert nichts. Er drückt auf den Startknopf, doch statt eines Motorengeräusches hört der Unternehmer nichts. Absolut nichts. Mehrere Male drückt er auf die Start/Stopp-Taste. Nichts. Er steigt aus und wieder ein. Schließt die Tür. Drückt wieder. Keine Reaktion. Was für eine Karre hat mir die Autovermietung da gegeben, denkt er sich. Also holt er sich Hilfe. Als ein Mitarbeiter ihm sagt, dass das Auto bereits laufe, kann es Dudek nicht fassen und lächelt.

Tatsächlich wird es nicht die erste Überraschung auf seiner 2000 Kilometer langen Fahrt durch Schweden sein. „Die ersten Minuten habe ich gemerkt, dass das Lenkrad immer wieder in die Spur zieht. Das war ganz komisch, als ob an der Achse etwas kaputt wäre. Natürlich war ich da sauer und dachte mir, was für ein Auto… Dann aber habe ich im Cockpit ein rotes Lenkrad blinken sehen und kam auf die Idee das Lenkrad einfach mal loszulassen.“ Und siehe da: Das Auto hält die Spur. Besser noch: Es fährt von allein! Alle 20 Sekunden muss das Lenkrad berührt werden, ansonsten übernimmt die Limousine alle üblichen Vorgänge selbstständig. „Am Anfang hat es schon Überwindung gekostet“, gesteht er. „Aber mit der Zeit gewinnst du an Vertrauen. Ich muss sagen, dass ich die 2000 Kilometer Fahrt sehr genossen habe.“

Was in Deutschland in dieser Form nur unter Aufsicht erlaubt ist, erlebt Dudek im fortschrittlichen Schweden alleine im Auto. Wenn es schneller gehen soll, lässt sich das Tempo mit Pfeil-nach-oben-Tasten erhöhen, der Abstandsassistent steuert das Bremsverhalten, will der Volvo zum Überholen ansetzen, braucht es eine Bestätigung, den Rest erledigt das Fahrzeug. Automatische Geschwindigkeitsanpassung (wenn gewünscht) inklusive. „Man kann sich wirklich auf das System verlassen, allerdings glaube ich, dass im Stadtverkehr andere Faktoren eine Rolle spielen. Da braucht es noch mindestens eine Generation, ehe das System auch innerorts eingesetzt werden kann. Für die Autobahn war es aber perfekt!“

Auch der Geldbeutel profitierte vom Autopilot, denn für die ersten 500 Kilometer benötigte Dudek nur 34 Euro. Daher ist er auf den Geschmack gekommen! Bei seiner nächsten Automiete will er wieder pilotiert unterwegs sein. Nur mit dem Unterschied, dass er jetzt weiß, wie man das Fahrzeug startet.

Text: Amedovski
Foto: Volvo (oH)