Lust auf was Neues?

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So fährt sich der BAIC BJ20

Warum so skeptisch? Der deutsche Automarkt rümpft die Nase, wenn man von Modellen aus China spricht. Wieso eigentlich? Die chinesischen Autobauer produzieren auf Augenhöhe mit den Größten der Welt, dazu sind die Preise für den Kunden attraktiver als bei der internationalen Konkurrenz. Wer sich ein chinesisches Modell zulegt, ist kein Mitläufer, sondern Individualist, sagen die Macher.

Nichts ist bleibender als der erste Eindruck, also rein ins Fahrzeug und offen für etwas Neues sein. Wobei. So neu ist der BJ20 gar nicht. Das erste Gefühl, als wir einsteigen, ist Vertrautheit. Tatsächlich kommt einem die Bedienung bekannt vor, das Cockpit ist aufgeräumt, man findet sich schnell zurecht. Das liegt daran, dass BAIC eng mit Daimler zusammenarbeitet. Das Interieur, u.a. mit zehn Zoll Display stammt aus der Familie von Mercedes-Benz, die Koppelung mit dem Smartphone erfolgt problemlos über Bluetooth. Was allerdings fehlt, ist ein Navigationssystem. Dies wird aber im dritten Quartal freigeschaltet, bis dahin sind auch die Karten für Europa produziert. Auf dem asiatischen Markt sei es jedoch üblich, während der Fahrt sein Smartphone zu spiegeln. Deswegen wird dort auf ein extra Navigationssystem verzichtet. Vorteil für den Kunden: Er kennt sich mit seinem Telefon bestens aus, muss kein neues System lernen.

Und wie fährt sich der Exot aus dem Reich der Mitte? Sehr angenehm. Die Sitzposition ist erhaben, für eine gute Übersicht auf den Straßenverkehr sorgen auch die großen viereckigen Spiegel. Die Power des Mitsubishi-Motors benötigt zwar etwas Anlaufzeit, wenn der BJ20 aber auf Touren gekommen ist, braucht er sich vor keinem anderen SUV-Modell verstecken. „Natürlich ist der deutsche Markt eine Herausforderung“, weiß Benjamin Demeter von Gekko Network, die das Modell vertreiben. „Aber in Ländern wie Dubai gibt es Flagship-Stores für BAIC oder weitere China-Marken wie Zotye und DFSK. Der Bedarf ist definitiv vorhanden.“ Auch weil sich die Fahrzeuge über den Preis definieren. Unseren BJ20 gibt es bereits ab 22.600 Euro. Warum also so skeptisch?

Text/Bilder: Dennis Amedovski