Aufgeklärtes Herz

Eva-Kampfmann

Eva Kampfmann liebt Podcasts. Seit einem halben Jahr hat sie ihren eigenen und spricht offen über Sexualität, Nachhaltigkeit und eine ehrliche Beziehung zu sich selbst.

Wenn sie von ihrer Arbeit als Immobilienkauffrau nach Hause kommt, der Haushalt erledigt ist und Mann und Kind tief im Bettchen schlummern, dann hat Eva Kampfmann endlich Zeit für sich – und ihren Podcast Aufgeklärtes Herz. Seit Juli vergangenen Jahres kümmert sich die bald zweifache Mutter nebenberuflich um das angesagte Medium und hat bereits elf Folgen online gestellt.

„Die Podcasts bedeuten für mich Inspiration und Entspannung. Sie machen mir Spaß und sind für mich ein Ausgleich zur Arbeit und dem Mamasein.“ Die 28-Jährige aus Aschaffenburg ist der Liebe wegen in die Fuggerstadt gezogen und entdeckte hier ihre Leidenschaft für Podcasts. „Der Wechsel nach Augsburg und meine anstehende Mutterschaft waren ein riesiger Schritt in meiner persönlichen Entwicklung und ich begann mein Leben und meine bisherigen Angewohnheiten zu hinterfragen.“ Viele Themen wie zum Beispiel Umwelt- und Naturschutz waren Eva schon immer sehr wichtig. Auch einen positiven und ehrlichen Umgang mit dem eigenen Körper und der eigenen Sexualität findet die Wahl-Augsburgerin nötig, um ein erfülltes Leben führen zu können. „Ich möchte das Wissen, das ich mir angeeignet habe, gerne weitergeben, und die Leute inspirieren, sich mit Themen weiter zu beschäftigen und auseinanderzusetzen.“

Doch wie genau funktioniert so ein Podcast? „Du brauchst eigentlich nur ein gutes Mikrofon, eine entsprechende Aufnahme-Software und ein Internet-Portal, auf dem du deine Audio-Mediendateien dann hochladen kannst. Spotify oder iTunes zum Beispiel. Anschließend stelle ich meine neuen Folgen auch auf meine Webseite www.aufgeklaertes-herz.de.“ Ihre Interviewgäste, auf die sie meist über Empfehlungen von Freunden und Zuhörern kommt, empfängt sie bei sich Zuhause, befragt sie über Skype oder fährt persönlich zu den Treffen. Das Interview bzw. die Podcast-Folge wird dann aufgenommen und anschließend zugeschnitten, circa eine Stunde hält Eva für eine gute Zeitfrequenz. „Podcast ist ein tolles Medium, das man problemlos in den Alltag integrieren kann. Ob beim Bügeln, Autofahren oder Zähneputzen – da lässt es sich prima nebenbei zuhören.“ In einem Notizbuch sammelt die junge Mutter ihre zahlreichen Ideen, als nächstes wird es z.B. um das Thema Hanf gehen.

Zum Audio-Medium gekommen ist sie über Laura Malina Seiler, die sich in dem Bereich schon einen Namen gemacht hat und Eva Tipps für den Aufbau ihres Podcasts gab. Von der Aufnahme bis zur fertig hochgeladenen Datei braucht es etwa sieben Stunden. Ungefähr zweimal im Monat versucht Eva eine Folge hochzuladen. „Im Moment sind alle Rückmeldungen, die ich bekomme, recht positiv, was mir viel Antrieb gibt weiterzumachen, aber ich freue mich immer auch über Kritik.“

Egal um welches Thema es geht, Eva versucht, sich ein fundiertes Wissen mit Hilfe von Fachleuten und Experten anzueignen, um ihren Hörern eine runde Sache liefern zu können. Auch wenn die Endzwanzigerin mit ihren Podcasts (noch) nichts verdient, hat sie unfassbar viel Spaß an der Sache und noch eine Fülle von Themen und Ideen in ihrem Notizbüchlein stehen – jetzt ist aber erst mal Kind Nummer 2 unterwegs.

In Planung steht außerdem ihr nächstes „Frauenfrühstück“, bei dem sie zum gemeinsamen Brunchen und Austauschen einlädt, diesmal zum Thema „Yoga in der Natur“ mit ayurvedischem Frühstück. Anmelden kann man sich für das Treffen am 6. Juli über ihre Homepage.

Text: Iris Schmidt
Foto: Eva Kampfmann