Fujitsu: Stellenabbau und offene Fragen zum Gelände

STADT antwortet nur knapp und pauschal

In Augsburg sind wirtschaftliche Hiobsbotschaften kurz vor Weihnachten traurige Tradition (siehe auch Editorial Seite 5). Für den aktuellsten voradventlichen Schock sorgte Fujitsu mit der Ankündigung, das Werk 2020 in der Fuggerstadt zu schließen. So bangen 1800 Mitarbeiter um ihre Jobs.

Fujitsu denkt gar darüber nach, das Grundstück komplett zu verkaufen. Dabei gibt es allerdings ein pikantes Detail, das zu noch größerer Entrüstung geführt hat. Wie die SPD von langjährigen Mitarbeitern erfahren haben will, wurde das Grundstück damals von der Stadt der früheren Siemens AG geschenkt. Dabei soll es auch Vereinbarungen gegeben haben, die den Fujitsu-Vorgänger im Gegenzug verpflichten, die Arbeitsplätze in der Fuggerstadt zu sichern.

Das wirft jetzt etliche Fragen auf: Hat die Stadt die damaligen Verträge bereits überprüft? Wurden die von der SPD genannten Bedingungen auch tatsächlich schriftlich festgehalten? Wie juristisch relevant sind solche schriftlichen oder auch mündlichen Vereinbarungen? Wird die Stadt juristisch gegen Fujitsu vorgehen, wenn die mutmaßlichen Bedingungen nicht eingehalten wurden?

Fragen, die das AUGSBURG JOURNAL nach den aktuellen Presserichtlinien der Stadt nur schriftlich einreichen durfte. Auf all diese Fragen gab es dann nur eine knappe, pauschale Antwort: „Nach Aktenlage wurden die Grundstücke an die Siemens AG in den Jahren 1985 bis 1987 ohne weitere damit verknüpften Bedingungen veräußert“.

„Diese kurze Antwort ist äußerst unbefriedigend“, ärgert sich SPD-Stadträtin Margarete Heinrich. Auch die Sozialdemokraten wurden nach einer offiziellen Anfrage der Fraktion mit dem selben Wortlaut abgespeist. Darauf wolle man es allerdings nicht beruhen lassen, man fordere weitere Details – auf keinen Fall werde man locker lassen…

Foto: Redaktion
Text: Marc Kampmann