Blitz & Donner

CLASSIC-KONZERT Mit der Posaune in das neue Jahr

Draußen fröstelte man bei Eis und Schnee, drinnen, im Warmen, gab es ein musikalisches Gewitter. „Unter Donner und Blitz“ war das Neujahrskonzert von Hörmann Classic betitelt, das bei drei Terminen den Kleinen Goldenen Saal füllte.

Die musikalischen Darbietungen waren abwechslungsreich wie Aprilwetter: Dafür sorgte neben dem bewährten Kurorchester Bad Ischl als Solist der Star-Posaunist Harald Pschorr, vielen Augsburgern auch bekannt als Gründer des Bläserquintetts „brasspur“, das gerade 35. Jubiläum feiert (siehe Beitrag unten).

Der Neujahrsreigen, zu dem Mathilde Hörmann die Gäste herzlich begrüßte, bot wieder eine musikalische Reise mit Melodien von Josef und Johann Strauß (Vater & Sohn) von Bach und Lumbye wie auch von Wolfgang Amadeus sowie dessen Vater Leopold Mozart, der vor 300 Jahren in Augsburg geboren wurde.

Zu diesem Jubiläum hatte sich Cheforganisatorin und Moderatorin Barbara Kreuzer ins historische Outfit von Wolferls Schwester „Nannerl“ alias Anna Maria geworfen, um in ihrer herzerfrischenden Art durchs ansprechende Programm zu führen. Man erfuhr dabei nicht nur, wer was komponiert hat, sondern auch so manches intime Geheimnis aus dem offenbar alles andere als biederen 18. und 19. Jahrhundert, etwa, dass Johann Strauß` Vater neben seinen drei musikalischen Söhnen auch noch acht uneheliche Kinder hatte.

Seine Musik und die der anderen Komponisten hat hingegen die Jahrhunderte überdauert und erfreut noch heute – beim Neujahrskonzert besonders, weil ihr Bschorr u.a. mit historischer Barock-Posaune noch eine besondere Note beisteuerte: Klassik auch mal mit Blasmusiksound, brummigen Tönen (Stichwort: Donner) oder speziellen Interpretationen zu Leopold Mozarts Werken, so dass man etwa auch mal Klänge aus der Dreigroschenoper von Brecht heraushören konnte. Genial! Bis zum abschließenden Radetzky-Marsch, der natürlich nicht fehlen durfte, reichte die Klangpalette von schnellen Polkas über ruhigere Stücke bis hin zu Bachs „Air“, laut Studie das Werk, bei dem man am häufigsten einschläft. Diesmal war dies nicht der Fall, zumal gleich danach der Champagner-Galopp folgte. Die Gelegenheit sich ein Gläschen aufs neue Jahr einzuschenken.

Text: Bublies
Foto: Uta Barth