Herzensguter Bösewicht

IM RAMPENLICHT Kai Windhövel

Kai Windhövel (47) ist seit 2017 festes Ensemblemitglied im Schauspiel. In vielen Rollen war er bisher auch im Martinipark zu sehen: 2018 als Fatzer in BBs „Der Untergang des Egoisten Johann Fatzer“ oder als einer der Peer-Gynt-Darsteller in Henrik Ibsens dramatischem Gedicht. Oft sind es Bösewichte, die Windhövel spielt. Wir wollen wissen, ob er auf diese festgelegt ist.

Windhövel dazu: „Ich spiele gerne Bösewichte. Aber man muss ja nicht böse sein, um böse spielen zu können.“ Augsburg ist bereits die sechste Station in seiner 20-jährigen Theater-Karriere. Er bekennt: „Augsburg war auch eine bewusste Entscheidung für die Arbeit von Intendant André Bücker. Dass wir jetzt Staatstheater sind, ist eine Anerkennung für unsere Leistung. Davon geht eine Strahlkraft aus; ein Verdienst der dramaturgischen und schauspielerischen Leitung!“

Er fügt hinzu, dass für ihn persönlich ein künstlerischer Wendepunkt erreicht sei. Der bekennende Brecht-Fan wünscht sich etwa, einmal in einem Schauspiel von Tschechow mitspielen zu können oder Richard III von Shakespeare: „Es geht um Charaktere, die man entwickeln kann, die viele Facetten haben.“

Seine Begeisterung für Augsburg, die hiesige Theater- und Kulturszene sowie die Möglichkeiten durch das Staatstheater sind ihm deutlich anzumerken. „Ein Umbau des Theaters kann innerhalb eines Ensembles  auch viel Kraft freisetzen. Eine spannende Zeit! Ich hoffe, dass der eine oder andere Zuschauer etwas länger verweilt.“ Denn Zusatzangebote gäbe es genug: „Theaterbrunch, Matinée  – sind eine gute Sache.“ Auch die Gegenwartsliteratur, in der sich vor allem Intendant Bücker gut auskenne, habe noch viel zu bieten.

Theatergäste können deshalb auf Kai Windhövel zählen, der nach den Highlights der vorigen Spielzeit noch viele spannende Rollen auf sich zukommen sieht, im Februar 2019 zum Beispiel in „Amadeus“, dem Stück von Peter Shaffer.   

Foto: Jan-Pieter Fuhr
Text: Sybille Schiller