Zu Besuch in der Ihle-Backstube

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AUGSBURG OPEN Exklusive Einblicke in Produktion und Geschichte des Familienunternehmens

Welche Arbeitsschritte müssen geleistet werden, bis eine frische Breze oder eine leckere Semmel in der Bäckerfiliale oder auf dem eigenen Teller landen? Welche Abläufe sind notwendig, damit eine Ihle-Filiale auch am späten Nachmittag noch frische Backwaren anbieten kann? Warum gibt es in den Produktionshallen eine eigene Krapfenanlage? Diese und noch viele weitere Fragen wurden im Rahmen von Augsburg Open bei einer Führung durch das Familienunternehmen beantwortet.

An zwei Terminen kamen über 50 Gäste, die dem Ihle-Bäcker über die Schulter schauen wollten. Ausgestattet mit Hygieneanzug und Kopfhaube ging es in das Heiligtum der Ihle-Produktionsstätte. Hier sahen die Interessierten den Weg vom Teig hin zum fertigen Mehrkornbrot oder konnten verfolgen, wie exakt und genau Nussecken geschnitten werden. Natürlich wurde auch ein Blick in die Etagen-Öfen gewagt oder den Ihle-Mitarbeitern dabei zugesehen, wie zum Beispiel Erdbeeren für den Kuchen geschnitten und auf das Blech drapiert wurden. Schließlich wird bei Ihle nicht nur der Teig von Hand geknetet und kontrolliert. „Wir sind ein waschechter Handwerksbetrieb“, sagte Qualitätskontrolleur Uwe Felch, der die Führung leitete und mit allerlei Wissenswertem rund um die Ihle-Produkte glänzte. Groß wurden die Augen der Besucher besonders beim Blick auf das Krapfenband, als die Gäste Zeugen wurden, wie aus einer Teigkugel der leckere und beliebte Ihle-Krapfen wird.

Wie das Familienunternehmen Ihle den Sprung von einer Dorfbäckerei zu einer der zehn größten Bäckereien in Deutschland schaffte, erzählte anschließend bei Kaffee und Kuchen Michael Schaeffer. In einem unterhaltsamen und lehrreichen Vortrag berichtete er von den Anfängen in Ostendorf über Dasing nach Friedberg. Vor über 33 Jahren führte dann der Weg nach Augsburg, als in der Karolinenstraße die erste Ihle-Filiale in der Fuggerstadt geöffnet wurde. Seitdem gehört Ihle zu Augsburg wie die Puppenkiste und das Rathaus. „Wir waren der erste Bäcker in Deutschland, der stündlich frische Brezen backen konnte“, berichtete Michael Schaeffer.

2200 Mitarbeiter sind derzeit beim Familienunternehmen angestellt, darunter 120 Auszubildende. „Wir optimieren unsere Arbeitsabläufe permanent. Dabei vergessen wir aber unsere Werte nicht“, sagte Schaeffer. Diese seien Verantwortung, Verlässlichkeit, Flexibilität, Engagement und ein gesundes Risikobewusstsein. Seit 1890 herrscht im Hause Ihle eine gesicherte und anerkannte Qualität, dies bereits in der vierten Generation.

Das Fazit der außergewöhnlichen Tour war unter den Besuchern einstimmig: „Unglaublich interessant. Wahnsinn, wie viel Organisation dahinter steckt, damit wir morgens Semmeln und Brezen frisch holen können. Absolut empfehlenswert!“

Text: Dennis Amedovski