Wasserdicht

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Augsburg bekommt den Titel „Weltkulturerbe“

Die Entscheidung ist jetzt wasserdicht! Die Stadt Augsburg wird UNESCO-Weltkulturerbe und ist nun mit ihrer historischen Wasserwirtschaft in der Liste der Welterbestätten aufgenommen worden. Das hat das Welterbe-Komitee ganz aktuell in Aserbaidschans Hauptstadt Baku beschlossen.

Die Freude in Augsburg ist riesig, heißt es bei der Stadt. Sie will am Samstag, 20. Juli, – größtenteils in der City – ein Wasserfest veranstalten. Das Motto lautet: eintauchen und entdecken. Infos: www.wassersystem-augsburg.de

Auf die Bekanntgabe folgte sofort viel Lob und Anerkennung: „Im Augsburger Wassermanagement-System spiegeln sich viele Jahrhunderte Erfindergeist“, wird etwa Maria Böhmer als Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission zitiert. Die Innovationskraft des Wasserbaus präge das Gesicht der Stadt bis heute.

Bayerns Kunstminister Bernd Sibler sprach von einer „großartigen Auszeichnung“ für den Freistaat. Damit gebe es nun insgesamt acht Welterbestätten in Bayern. OB Kurt Gribl sagt in einer ersten Reaktion: „Mit der Auszeichnung würdigt die UNESCO einen unvergleichlichen Schatz, den die Stadt Augsburg seit ihrer Stadtgründung birgt. Denn die Lage am Zusammenfluss von Lech und Wertach ist strategisch wohl überlegt. Ihre gesamte wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung verdankt die Stadt Augsburg dem Wasser der Flüsse wie den reichlichen Trinkwasservorkommen im Stadtwald.“

Kulturreferent Thomas Weitzel, der in Baku weilt, ergänzt: „Das System des Augsburger Wassermanagements legt sich wie eine Klammer um die an Kulturdenkmälern reiche Stadt.“ Ebenso vor Ort ist Welterbe-Koordinator Ulrich Müllegger. „Wir Augsburger“, so meint er, „sind mit dem Titel auch die Verpflichtung eingegangen, treuhänderisch für die ganze Menschheit unser kulturelles Erbe sorgfältig zu pflegen.“

Stadtwerke-Geschäftsführer Alfred Müllner sieht in der positiven Entscheidung „auch eine Auszeichnung für 800 Jahre nachhaltige Trinkwasserversorgung für die Bürger*innen Augsburgs“. Und Regio-Chef Götz Beck spricht vom touristischen Schwergewicht. „Sauberes Trinkwasser war immer ein Garant für Wohlstand und Aufschwung“, betont MdL Harald Güller (SPD) und meint: „Bis heute ist Wasser ein sensibles Lebensmittel, das geschützt werden muss.“ Nicht zuletzt gratuliert auf Twitter MdB Volker Ullrich: „Eine bedeutende Auszeichnung. Sie stellt den großen Wert unseres historischen Erbes dar.“

Die Augsburger Delegation vor Ort mit Kulturreferent Thomas Weitzel und Koordinator Ulrich Müllegger

Wassertürme, Kraftwerke und die Lechkanäle in Augsburg sind Zeugen der perfekten Wasserwirtschaft Augsburgs, welche jetzt in Baku den Titel Weltkulturerbe brachte:

Text: Wolfgang Bublies