Lustvolle Landpartie

Die absolut unabhängige GASTROKRITIK

Mit den „VALVs“ – das sind Valentin Schwencke, Amelie Schweisfurth, Lucas Eibl und Vuong Pham Huu – halten im Büffelhof Beuerbach vier ganz junge Köche Einzug, die mit ihrem Enthusiasmus und Können den Ausflug in die von Augsburg aus etwa 20 Minuten entfernt gelegene Gastwirtschaft lohnenswert machen. Der Umbau, bzw. die Neu-Konzeptionierung vom langjährigen Zuchtbetrieb zur Gastronomie- und Eventlocation, ist sichtlich ein großangelegtes und ambitioniertes Projekt, bei dem weder Kosten noch Mühen gescheut wurden, um dem Gast ein außergewöhnliches Essenserlebnis zu bieten.

Ambiente:  5/5

Schon wer die Hofeinfahrt in Richtung Parkplatz durchquert, wird durch die mehrere Meter hohe Büffelhornskulptur mit Springbrunnen darauf aufmerksam, dass die Wasserbüffel hier immer noch im Mittelpunkt stehen, auch wenn die ehemalige Herde von Steffen Schwenke inzwischen in Bremerhaven auf dem „Hof am Meer“ eine neue Heimat gefunden hat. Die ehemaligen Stallungen wurden auf außergewöhnlich ansprechende Weise in einen beeindruckenden Gastraum – mit viel altem Holz und modernen Elementen – umgewandelt. Tolle Lichtführung, locker verteilte Tische und Bänke – das großzügige Ambiente ist wirklich überaus gelungen!

Essen:  5/5

Die vier „jungen Wilden“, die ein gleichberechtigtes Küchenquartett formen, setzen auf beste regionale und internationale Produkte; in erster Linie natürlich das Büffelfleisch. Unsere Vorspeise, das geräucherte Büffeltatar mit Tamarinde, Senfkörnern und Schnittlauch (€ 11,90) zeigte uns sogleich einrucksvoll, wohin die Reise geht. Wunderschön angerichtet, geschmacklich ein Traum! Auch der „Gruß aus der Küche“ – davon gab es gleich mehrere – (u.a. eine herrlich cremige Oliven-Büffelkäsepaste oder ein Selleriepüree mit Apfelchutney) zeugte von der spielerischen Freude der Küchencrew. Zu den Hauptgerichten: Die kleinen Hüftsteaks vom Büffel mit zweierlei Topinambur, roten Zwiebeln und Jus (€ 34,20) bescherten uns wie erwartet Top-Fleischgenuss – auf den Punkt medium rare wie gewünscht sowie ein exotisches Geschmackserlebnis mit dem außergewöhnlichen Wurzelgemüse. Als gelungene Fusion erwiesen sich auch die Papardelle mit Büffelbeinscheibenragout und Preiselbeeren (€ 21,30). Intensive, kräftige Aromen, die so nur erreicht werden, wenn in der Küche mit Sorgfalt und zeitaufwendig gearbeitet wird. Toll! Wirklich grandios war auch der sensationell zarte Tafelspitz vom Büffel (€ 23,70) mit Kartoffel-Lauch-Püree, Karotte und Meerrettich.

   Beim Dessert wurde schnell klar, dass auch die Abteilung Patisserie im Büffelhof auf höchstem Niveau agiert. Die Schokoladentarte mit Gewürzorangen, „Glühweingel“ und Vanilleeis (€ 8,80) war ein Gedicht!

Trinken:  5/5

Die Weinkarte bietet eine sorgsam getroffene Auswahl hervorragender Tropfen. Der Rotgipfler vom Weingut Heinrich Hartl III in der niederösterreichischen Thermenregion (€ 32,- / 0,75l) – im Falstaff Wine Guide mit 92 Punkten bewertet – bot kraftvolle Aromen, zarten Schmelz und langanhaltende Blütenhonigaromen im Finish – ein Weißer, der auch zu deftigem Fleischgenuss bestehen kann. Der auch offen ausgeschenkte Südtiroler Lagrein Ansitz Waldgries (€ 9,70 / 0,2l) mit würzig-intensiven, samtig-dunklen Waldfruchtnoten begeisterte nicht minder. Die Schloss Halbturn Riesling Auslese – auf Empfehlung des Hauses – zum Dessert machte uns erstmals mit diesem burgenländischen Premium-Produzenten bekannt. Sehr erfreut, Herr Graf!

Service:  5/5

Der überaus freundliche und zuvorkommende Service wurde noch durch die Tatsache getoppt, dass auch die Küchenchefs persönlich immer wieder abwechselnd am Tisch vorbeischauten, um sich mit dem Gast auszutauschen. Bravo, VALVs!