Preiswerte Landpartie

Die absolut unabhängige GASTROKRITIK

Ein schmucker Landgasthof – gegründet in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts und umgebaut aus einem alten bäuerlichen Anwesen – wurde uns diesmal von einem Journal Leser empfohlen und so gingen wir diesem Hinweis nach und machten uns auf den Weg Richtung Schwabmünchen. Und obwohl uns der Hiltenfinger Hof bis dato nicht bekannt war, wurde uns versichert, dass hier viele zufriedene Stammgäste – auch nach den stets belegten Parkplätzen vor dem Haus zu schließen – einkehren.

Ambiente:  3/5

Die helle, rustikale Gaststube und der neuere, moderne Anbau mit großer Glasfront wirken gleichermaßen einladend und gemütlich. Zwischen Wiesen und Wäldern südlich von Schwabmünchen gelegen, empfiehlt sich sicherlich auch der idyllische Außenbereich als lohnendes Ausflugsziel in den Sommermonaten.

Zum Gasthaus gehören zudem einige freundliche Gästezimmer – bei Urlaubern sicher auch wegen der Nähe zu Freizeitzielen (Therme in Bad Wörishofen, Skylinepark Rammingen etc.) beliebt.

Essen:  2,5/5

Die gut bürgerliche Küche liest sich auf der Karte durchaus ambitioniert. Beim klassischen Schweinebraten in Starkbier-Kümmelsauce mit Kartoffelknödel und Apfelblaukraut (zu wirklich preiswerten € 10,80) gab es nichts zu beanstanden. Zartes Fleisch, schön eingekochte Sauce – eine „saubere Sache“! Der große bunte Saisonsalat mit Käsenocken (€ 8,90) war optisch wie geschmacklich frisch; die Käsenocken (aus Brandteig, Kartoffeln und Schweizerkäse) hätten allerdings eine etwas würzigere Käseauswahl vertragen – uns waren sie einfach zu fad. 

Das auf der Haut gebratene schmackhafte Bachsaiblingsfilet (€ 18,50) in roter Pfefferbeerensauce zeigte uns, dass der Anspruch „regional und frisch“ hier kein Lippenbekenntnis ist. Nicht ganz so geglückt waren allerdings die dazu angerichteten Hausmacher-Bandnudeln, die zum Teil schon völlig verhärtet aneinanderklebten. Das dürfte eigentlich nicht passieren. Fazit insgesamt: ein preiswertes, durchaus überdurchschnittliches Landgasthof-Essenserlebnis, bei dem jedoch noch Luft nach oben ist… Bei der Überprüfung der zahlreichen Google-Reviews (die natürlich immer ebenso subjektiv sind wie unsere eigenen Eindrücke) bestätigte sich, dass die Küchenleistung bei überwiegend sehr positiven Bewertungen dennoch ab und an etwas schwankt. Woran das liegt, können wir natürlich nicht sagen.

Trinken:  2,5/5

Eine Speisen- und Getränkekarte ganz ohne zumindest einen Hauswein – das haben wir bislang noch nicht erlebt; aber wir konnten auch beim mehrmaligen Durchblättern nichts entdecken. Vielleicht hätte es ja eine separate Weinkarte gegeben? Die wurde uns dann leider vorenthalten. So nahmen wir mit einem süffigen dunklen Weißbier (€ 3,20) der Aktienbrauerei Kaufbeuren vorlieb; zur ländlichen Küche ohnehin eine gute Wahl…

Service:  4/5

Besonders wenn – wie bei unserem sonntäglichen Besuch – Hochbetrieb herrscht, ist die ungekünstelte Freundlichkeit im Service ein Indiz für Top-Professionalität. Hier wurden wir nicht enttäuscht: schnell und mit einem Lächeln erhielten wir Speis´ und Trank – auch ein Sonderwunsch wurde mit „Gar kein Problem!“ zuvorkommend erfüllt. So macht der Ausflug „in den Süden“ Spaß….