Auf Knödel – Jagd

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Dass ein Ausflugslokal heute mehr bieten sollte als eine traditionsreiche Geschichte und ein Standard-Angebot an Biergarten-Brotzeiten und Standard-Schweinebraten hat Daniela Häcker sicherlich verinnerlicht. Mit österreichischem Charme ist sie seit einem Jahr als neue Wirtin in der renovierten, alteingesessenen Gaststätte Jägerhaus aktiv. Das hat dem Siebenbrunner Ausflugslokal sichtlich gut getan – sowohl optisch als auch von der Qualität der Speisen.

Ambiente:  4/5

Ein größerer Biergartenbereich mit Selbstbedienung und ein kleiner, idyllischer Service-Bereich unter alten Kastanien zählt wohl zu den schönsten Außengastronomien weit und breit. Der Gastraum der Traditionsgastätte – u.a. mit liebevoll restaurierten schweren Teakholztischen – vereint historisches Flair und moderne Freundlichkeit.

Essen:  3/5

Die Speisekarte ist einfach und schlicht gehalten, sorgt mit einigen österreichischen Akzenten aber dennoch dafür, dass das Angebot sich von anderen Ausflugslokalen abhebt. Nicht nur für Siebentischwald-Radler eine willkommene Abwechslung. Vornweg ließen wir es mit einer Portion „Dreierlei Aufstriche“ (€ 5,60) gemütlich angehen. Das Trio aus wohl selbstgemachtem Obazda, Griebenschmalz und Topfen-Kräuter-Kas mundete hervorragend. Die dazu gereichte Scheibe Jausen-Brot war aber definitiv zu wenig. Ein zusätzliches Vinschgerl (€ 1,50) schuf Abhilfe. Da wir ja Hunger mitgebracht hatten, gab´s danach Spinat-Kaspressknödel (€ 13,80) – mit brauner Butter, feinem Knoblaucharoma und geriebenem Bergkas Für Knödel-Fans ebenso zu empfehlen: die hausgemachten Semmelknödel auf Rahmschwammerl (€ 8,80). Tolle Konsistenz, frische Pilzaromen und keine Päckchensauce – das gefiel uns außerordentlich!

Und weil damit noch nicht genug des Knödel-Kults, ließen wir uns zum Dessert noch auf die Marillen- Knödel mit Butterbröseln (€ 6,80) ein. Die waren leider nicht mit ganzen Marillen gefüllt wie erhofft, sondern mit Marillen Marmelade. Aber in einem Ausflugslokal mit hoher Besucherfrequenz auch im Spätsommer ist das mal verzeihlich. Apropos: Die aktuellen und genauen Öffnungszeiten für den Oktober – bei schönem Wetter von Donnerstag bis Sonntag – finden sich im Internet.

Trinken:  3/5

Als Durstlöscher für Radsportler empfehlen wir – neben den Riegele Bieren natürlich – die von der Hausherrin selbst gemachten „Kracherl“ . Etwa „Da Erfrischende“ (€ 4,20) mit einem süffig-herben Mix aus Orangen, Zitronen, Rosmarin, Bitter Lemon und Tafelwasser. Ein Glaserl Wein zum Knödel durfte natürlich nicht fehlen: Der offene „Dr. Köhler“ (Riesling, Weissburgunder und Sauvignon Blanc; das Glas 0,2l zu € 5,20) aus Rheinhessen gefiel mit seiner obstig-nussigen Frische.

Service:  3,5/5

Sehr freundlich, flink und für Fragen aufgeschlossen, agierten sowohl die sympathische Inhaberin selbst als auch ihr Personal im Service. Bisserl seltsam: Eine der netten jungen Damen hatte keinen Kellnergürtel und musste sich beim Abräumen den Geldbeutel unter den Arm klemmen – sah halt etwas unprofessionell aus, tat ihrer und unserer guten Laune aber keinen Abbruch.