Der Weltmeister

HANNES AIGNER holte in Rio die Goldmedaille. Nun ist er aber schon wieder in der Vorbereitung auf das nächste Kanu-Highlight.

Auch ein Weltmeister benötigt einmal eine Pause. Nach seinem größten persönlichen Erfolg legte Hannes Aigner sein Paddel gut zwei Wochen zur Seite. Kein Sport, kein Training, nichts. Stattdessen erledigte der 29-Jährige „seinen Papierkram“, war auf einem Sponsorentreffen oder machte eine Fortbildung im Rahmen seines Studiums.

Doch mittlerweile kribbelt es beim AKV-Kanuten schon wieder: Der straffe Terminkalender sieht vor, dass bereits im Frühjahr die Wettbewerbe für das Olympia-Ticket 2020 in Tokio beginnen. Dieses Mal entscheiden die Platzierungen in den Qualiläufen ebenso wie die Positionen bei der Weltmeisterschaft und im Weltcup. Und da Aigner wegen der Eiskanal-Sanierung nicht daheim trainieren könne, bleibe ihm nichts anderes übrig als in Markkleeberg oder in Spanien zu testen. Und das wiederum gehe ins Geld. Denn obwohl Aigner frischgebackener Weltmeister ist, hält sich das mediale Interesse (noch) zurück.

Dabei wäre Aigner durchaus einmal bereit, Vorträge zu halten, denn wie man erfolgreich mit Druck umgeht, hat er bei seinem erfolgreichen WM-Lauf bewiesen. „An meiner Zeit hat sich die Konkurrenz die Zähne ausgebissen“, sagt er auf AJ-Nachfrage. „Ich habe mir den Erfolg hart erarbeitet, weil ich sehr gut gefahren bin. Im Ziel wusste ich, dass es eine Top-Zeit war. Mein Plan, den Fokus mehr auf die Weltmeisterschaft statt auf den Weltcup zu legen, ist aufgegangen.“

Nun gehen die Kanu-Ausscheidungen von vorne los, denn eine dritte Olympia-Teilnahme bleibt Aigners Ziel. „Der WM-Titel hat mich noch einmal bestätigt.“ Entsprechend hat er das Training bereits aufgenommen. Der Papierkram muss also erstmal wieder warten.

Text: Dennis Amedovski
Foto: Pleitner (oH)