Hinti, der Sprinter

FCA – VERTEIDIGER Dank Personal Trainer Tim Lobinger zu neuer Stärke

Er behauptet von sich selbst, in Bezug auf seine Geschwindigkeit, unterschätzt zu werden. „Ich wirke halt etwas schwerfällig“, lächelt Martin Hinteregger. Doch hinter dem Grinsen versteckt sich das Wissen um die eigene Stärke. Denn der Innenverteidiger ist schnell. Sehr schnell. Bei einem Spiel gegen Leverkusen nahm er Angreifer Kevin Volland, der alleine aufs Tor zustürmte, satte sieben Meter ab, holte ihn noch ein und verhinderte mit einer beherzten Grätsche das Gegentor. Hintereggers gemessene Geschwindigkeit dabei: 34,5 km/h. Zum Vergleich: Der ehemalige Dortmunder Pierre-Emerick Aubameyang, der lange Zeit als schnellster Spieler der Bundesliga galt, ist nur einen km/h schneller.

Die Sprintstärke sei teilweise angeboren, aber auch Übungssache. Schon seit längerem arbeitet Hinteregger mit dem ehemaligen Stabhochspringer Tim Lobinger zusammen. Der betreibt in München mit Performance Coaching eine Sportagentur, die ganzheitliche und zielgerichtete Lösungsansätze für Profi, Teams oder Privatpersonen bietet. Hier werde mit moderner und individueller Leistungsdiagnostik gearbeitet, die effektive und schnelle Resultate liefert. Die Ergebnisse sieht man bei Martin Hinteregger auf der Sprintstrecke. Auch sein Landsmann  und FCA-Flügelspieler Georg Teigl nimmt die Extrastunden, „weil man als moderner Fußballprofi auf sehr vielen Ebenen fit sein muss.“

Für Hinteregger bricht laut eigener Aussage nun ein entscheidender Abschnitt seiner Karriere an. Deswegen wolle er sich verstärkt auf den Fußball konzentrieren, das „wilde Leben“ sei mit 26 Jahren ja vorbei. Dem Wintersport aber bleibt der Österreicher treu. Den einen oder anderen Après-Ski werde er aber sicherlich noch mitnehmen, lächelt er verschmitzt. „Ich habe noch ein paar gute Jahre, die möchte ich möglichst professionell angehen. Deswegen auch das Sondertraining.“

Der Erfolg gibt ihm Recht: Der Österreicher stand in den ersten elf Partien jeweils über die volle Distanz auf dem Feld und kam bis Redaktionsschluss ohne eine Verwarnung aus. Am 8. Dezember wird Hinteregger dann wohl wieder auf Kevin Volland treffen. Er hat bereits hautnah erlebt, was es heißt, die Geschwindigkeit des Verteidigers zu unterschätzen.

Foto: Krieger
Text: Amedovski