Wir klären das intern

FCA – Wie der FCA in Problemfällen reagiert

Aufregung um Caiuby, Stress nach der Aussage von Martin Hinteregger über Trainer Manuel Baum – beim FC Augsburg herrscht Anarchie. Über dem so oft gepriesenem Wohlfühlklima schweben dunkle Wolken. Eine gewitterartige Entladung in Form von Disziplinlosigkeiten folgt in regelmäßigen Abständen.

Einer, der dem ganzen entgegensteuert, ist Stefan Reuter und in seiner Funktion als Geschäftsführer Sport dafür verantwortlich, dass der Laden läuft. Doch aktuell stockt es beim FC Augsburg. Sowohl nach innen, wie auch nach außen. Besonders was die Darstellung des Vereins angeht, liegt aktuell vieles im Argen. Auf mehrere unterschiedliche Nachfragen zum Thema Caiuby reagierte Reuter jüngst gereizt: „Wieso stellen Sie wieder eine Frage zu Caiuby? Ich habe doch gesagt, ich äußere mich erst zu dem Thema, wenn ich mit ihm gesprochen habe.“ Wann das sei, konnte oder wollte Reuter aber nicht beantworten. Fragte dann irgendwann genervt: „Gibt es noch andere Fragen?“ Es ist das Credo des Welt- und Europameisters immer erst mit den direkten Beteiligten zu sprechen und die Öffentlichkeit erst danach zu informieren. Dass Außenstehende dies allerdings als eine nicht mehr zeitgemäße Form oder sogar als Aussitz-Taktik bezeichnen, ist dem Geschäftsführer egal.

Auch in Sachen Martin Hinteregger, der nach dem Spiel gegen Mönchengladbach öffentlich Manuel Baum kritisierte, die Taktik hinterfragte, wollte der Manager erst die Aussagen hören und mit dem Spieler sprechen, ehe er sich äußerte. Allerdings: Am Tag drauf gab es weder vom Verein noch von Reuter persönlich eine Reaktion. Legendär in diesem Zusammenhang eine Anekdote, als der damalige FCA-Trainer Markus Weinzierl erstmals mit Schalke 04 in Verbindung gebracht wurde. Die BILD-Zeitung rief daraufhin mehrmals beim Geschäftsführer an, wurde aber immer wieder weggedrückt. Reuter stellte sich stumm.  Erst spät am Abend gab es ein Signal. Der Autor begann daraufhin den Artikel mit den Sätzen: „Hallo Herr Reuter. Ich habe Ihnen mehrmals aufs Band gesprochen und oft angerufen. Waren Sie in wichtigen Meetings?“

Natürlich ist es legitim, eine defensive Außendarstellung an den Tag zu legen, aber im Fußballgeschäft verbreiten sich Informationen enorm schnell. Auf Aktion folgt Reaktion und darauf wieder eine Reaktion.  Entsprechend werden Aussagen benötigt. Und wenn sich die Entscheider nicht zu Wort melden, können sie nicht ihren Teil einer Geschichte erzählen. So ist zu erklären, dass der FC Augsburg nach außen hin keine gute Figur abgibt.

Foto: Kolbert
Text: Amedovski