FCA dreht das Spiel

FCA_Hannover96

3:1 – Sieg Abstand nach unten wächst

Am Ende war einfach keine Kraft mehr da. Nach Abpfiff lagen André Hahn oder Ja-Cheol Koo erschöpft auf dem Spielfeld und streckten entkräftet Arme und Beine aus. Geschafft! Gewonnen! Spiel gedreht!

Der 3:1-Erfolg gegen Hannover 96 war vor allem ein Sieg des Willens. Früh gingen die Hannoveraner nach einem Missverständnis zwischen Kevin Danso und Gregor Kobel in Führung, als Henrik Weydandt nach acht Minuten ins Tor köpfte. Auch anschließend hatte der Tabellenvorletzte gute Möglichkeiten, unter anderem knallte Genki Haraguchi einen Freistoß an die Latte, aber, dass Augsburg seit nunmehr drei Spielen in Folge ohne Niederlage ist, erklärte Philipp Max wie folgt: „Ich bin verdammt stolz, weil wir alles reingehauen haben. Wir wollten das Spiel unbedingt gewinnen. Unterm Strich ein hochverdienter Sieg. Das war ein Riesenschritt.“

Auch Kevin Danso war erleichtert: „Wir mussten nach dem frühen Gegentreffer ruhig bleiben und haben dann den Willen gezeigt, das Spiel unbedingt gewinnen zu wollen.“ Von einer „wahnsinnigen Mentalität“ sprach Daniel Baier und Trainer Manuel Baum bemerkte eine große Erleichterung und sprach vom „insgesamt verdienten Sieg“, bei dem Glück und Geduld vonnöten war. Gleichzeitig mahnte der Fußballlehrer aber auch: „Wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht zu sehr freuen, denn es geht in zwei Wochen gegen Nürnberg schon wieder weiter.“

Sieben Punkte aus den vergangenen drei Spielen zeigen, dass der FCA nach dem 1:5-Debakel die richtigen Schlüsse gezogen hat. Warum es nun wieder läuft, erklärte Philipp Max schonungslos: „Nach dem Freiburg-Spiel wussten wir, wenn wir so weitermachen, steigen wir ab. Mit solch einer Einstellung – egal gegen wen – bekommst du fünf. Das ist auch nicht das, was den FCA auszeichnet und jeder einzelne Spieler verkörpert. Das wurde klipp und klar angesprochen. Wir haben uns aus der Situation herausgeboxt und es erzwungen. Mit den sieben Punkten aus den letzten drei Spielen stehen wir prima da.“

Manuel Baum hat dagegen immer noch Schwierigkeiten, das 1:5 gegen Freiburg zu verarbeiten. Allerdings nimmt er dies in seinen Gesprächen gerne als Negativbeispiel her. Hatte das Debakel im Breisgau also auch etwas Gutes? Vielleicht sogar eine reinigende Wirkung? „Jetzt kann man das schon so sagen“, schmunzelte der 39-Jährige. „Ich hoffe, dass noch jeder sein Kopf- und Bauchgefühl kennt, wie die Lage nach dem Freiburgspiel war. Das darfst du nicht verlieren und vergessen. Denn in dem Prozess, in dem wir uns befinden, ist es wichtig zu wissen, wie man damit umgeht. Wir haben aus dem Spiel ein paar Konsequenzen gezogen, die wir weiterhin aufleben lassen.“

Und dieser Prozess soll im Klassenerhalt münden. Der 3:1-Erfolg gegen Hannover war ein wichtiger Schritt dorthin. Neben Schlitzohr Jonathan Schmid, der per direkten Freistoß traf („Ich haben gesehen, dass der Torwart etwas zu weit links steht. Und dann habe ich ins kurze Eck geschossen. Ganz einfach.“) war auch André Hahn Matchwinner: „Wir haben uns nach dem Rückstand nicht nervös machen lassen, sondern weiter unser Spiel gemacht. Ich bin einfach nur happy, dass wir gewonnen haben. Wir haben dabei auch sehr viel Klasse gezeigt.“ So sehr, dass für den heutigen Sonntag trainingsfrei gegeben wurde. Angeschlagene Spieler sollen sich auskurieren, aber zum Training lädt Baum erst wieder am Montag ein.

Auch das anschließende Wochenende wird nicht trainiert, damit für die Partie in Nürnberg wieder Kraft vorhanden ist.

Foto: Kolbert
Text: Dennis Amedovski