Der Playoff-Wahnsinn geht weiter

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DERBYSERIE GEGEN MÜNCHEN Nach XXL-Match und Last-Minute-Tor – was passiert in Spiel 3?

Was ist das für eine Playoff-Serie?! Zwei Tage nach dem historischen 102-minütigen Marathon-Spiel in München erlebten die AEV-Fans am Freitagabend im Curt-Frenzel-Stadion den nächsten Eishockey-Krimi. Dafür, dass der Wahnsinn beim 4:3-Sieg (1:1, 1:1, 2:1) der Panther diesmal allerdings nach den regulären 60 Minuten vorbei war, sorgte der Augsburger Top-Scorer Drew LeBlanc. Als er nur 26 Sekunden vor der Schlusssirene die Scheibe zum Siegtreffer ins Münchener Tor beförderte, gab es auf den Rängen kein Halten mehr. Die Augsburger Panther glichen damit die Halbfinal-Serie gegen den EHC Red Bull München aus. „Das war natürlich ein enorm wichtiger Sieg für uns. Einen 0:2-Rückstand in der Serie aufzuholen wäre schon eine echte Riesen-Aufgabe, besonders gegen eine Mannschaft wie München. Umso mehr freue ich mich, dass ich das entscheidende Tor machen konnte“, so der Torschütze.

Aber von vorne: Das Team von Trainer Mike Stewart startete deutlich offensiver als im ersten Aufeinandertreffen in die Partie, störte die Gäste durch aggressives Vorchecking immer wieder in deren Aufbau und konnte sich so Chancen erspielen. Nach 16 Minuten trugen die Anstrengungen Früchte und Matt Fraser brachte die Gastgeber nach schöner Vorarbeit durch Sahir Gill mit 1:0 in Führung. „Das war unser Plan, mehr Druck nach vorne zu machen vor allem vor heimischem Publikum, die Fans haben uns da auch ordentlich angepeitscht“, so Kapitän Steffen Tölzer.

Während München sich zwar zu Beginn schwer tat, ließen sich die Gäste von der schwäbischen Führung wenig beeindrucken. So dauerte es gerade einmal eine Minute – der Torjubel der Augsburger Fans war noch nicht erloschen – als Mark Voakes, der Siegtorschütze vom Mittwoch, den amtierenden Meister zurück ins Spiel brachte.

„Das war ein blöder Stellungsfehler von uns. Wir waren auf einmal mit allen drei Stürmern hinter der Torlinie und München hat die Scheibe schnell vors Tor gebracht, da hatten sie dann eine Vier-gegen-Zwei-Situation und haben es eiskalt ausgenutzt“, analysierte Stewart den Gegentreffer.

Nach der ersten Drittel-Pause ging die Partie schwungvoll weiter. Zunächst brachte John Mitchell den amtierenden Meister nach Vorarbeit der beiden Ex-Augsburger Trevor Parkes und Justin Shugg mit 2:1 in Führung, doch in der 26. Minute veredelte Matt White einen Tempogegenstoß zum Ausgleich. In der Folge wurde der Münchener Druck immer größer, aber die dezimierte Augsburger Defensive (Scott Valentine fiel verletzungsbedingt aus, Patrick McNeill musste eine Strafe absitzen) stand bis auf wenige individuelle Fehler stabil.

Und dann war da noch Olivier Roy, der Hexer! Der Kanadier knüpfte nahtlos an seine absolute Weltklasse-Leistung an. „Da fehlen mir ehrlich gesagt fast die Worte. Es ist unglaublich, was der Kerl zurzeit abliefert. Er hat uns in so vielen Partien im Spiel gehalten. Das macht 50 Prozent unseres Erfolgs aus“, lobte Kapitän Tölzer seinen Hintermann.

Im Schlussabschnitt schlug die Stunde des Drew LeBlanc: Zuerst besorgte er in der 42. Minute den 3:2-Führungstreffer. Weil kurz darauf erneut das Gespann aus Parkes, Shugg und dem Doppeltorschützen Mitchel zuschlug und Sahir Gill die Entscheidung per Penalty verpasste, musste LeBlanc Sekunden vor dem Ende erneut seine Klasse zeigen. „Es ist ein alter Spruch im Eishockey: Du spielst im Powerplay für eine große Chance. Wenn du mehr bekommst, ist das ein Bonus. Aber wichtig ist die eine Chance und die haben wir genutzt“, so Stewart.

Während die Fans den ersten Sieg im Halbfinal-Derby ausgiebig feierten, blieb für die Kufen-Cracks nur wenig Zeit zum Genießen: „Natürlich freuen wir uns über den Sieg, aber noch haben wir keinen Grund zu feiern! Das Spiel ist vorbei und jetzt liegt der Fokus bereits voll auf dem nächsten Spiel“, so White. Das nämlich steigt bereits am heutigen Sonntag in der Olympia-Eishalle in München. Bully ist um 14 Uhr. Entwarnung gibt es diesbezüglich für die mitreisenden Fans: Nachdem ein angrenzendes Parkhaus am Mittwoch bereits vor Spielende geschlossen hatte, gibt es für das heutige Spiel nichts zu befürchten. Bis 24 Uhr kann dort geparkt werden.

Update: Das Spiel am Sonntag konnten die Augsburger Panther erneut für sich entscheiden. Mit einem 2:1 haben Sie das 3 Spiel gegen den amtierenden deutschen Meister, den EHC Red Bull München, gewonnen.

Text: Maximilian James
Foto: Kolbert