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AEV Playoff-Derby Panther wollen siebtes Spiel erzwingen

Auf dem Eis trainiert der AEV-Nachwuchs, vor dem Curt-Frenzel-Stadion üben ein paar Kids neue Skateboard-Tricks und auf der Außenbahn werkeln die Eismeister. Am Samstagnachmittag herrscht rund um den Eishockey-Tempel die Ruhe vor dem Sturm. Die Spannung ist mit den Händen greifbar. Hier, an dem Ort, an dem am heutigen Sonntag das größte Spiel steigt, das die Eishockey-Stadt Augsburg in diesem Jahrzehnt erlebt hat. Um 14 Uhr wird sich diese Spannung entladen, wenn das Anfangsbully ansteht, heißt es für die Augsburger Panther: verlieren verboten!

Denn nach der unglücklichen 0:1-Niederlage (0:0, 0:1, 0:0) am Freitagabend in München ist der Favorit in der Serie mit 3:2 in Führung und hat heute in Augsburg den ersten Matchpuck fürs DEL-Finale.

Doch das Team von Coach Mike Stewart ist fest entschlossen, sich ein entscheidendes siebtes Spiel zu erkämpfen: „Wir wissen genau, was auf dem Spiel steht. Aber wir glauben fest an uns und wissen, dass unser Weg noch nicht zu Ende ist“, so Stewart.

Der Austrokanadier erwartet erneut eine enge Partie und dürfte mit dieser Einschätzung nicht allein sein. Bisher endeten alle Spiele dieser fesselnden Playoff-Serie mit nur einem Tor Differenz.

Am Freitag machte ausgerechnet Trevor Parkes den Unterschied. EHC-Trainer Don Jackson hatte im Vorfeld mehr Verkehr vor dem Augsburger Tor gefordert und der Ex-Panther Parkes nahm sich diese Forderung zu Herzen. In der 35. Minute stand er goldrichtig, fälschte einen Schuss von Derek Joslin unhaltbar ab und beendete damit seine persönliche Durststrecke von insgesamt 19 Spielen ohne Tor. „Das sind Situationen, die kannst du nicht verteidigen. Vor allem, wenn man in Unterzahl ist“, so Stewart, der den Stürmer für genau diese Spielweise vor drei Jahren in die Fuggerstadt lotste. Und auch sonst konnte man der Augsburger Defensive an diesem Abend wenig Vorwürfe machen. Wie schon zuletzt verteidigten die Panther leidenschaftlich, obwohl Scott Valentine nach wie vor verletzungsbedingt fehlte. Der Kanadier wird auch in Spiel sechs nur Zuschauer sein.

Und offensiv? Zum ersten Mal in den diesjährigen Playoffs blieb Augsburg ohne eigenen Treffer. „Wir sind nicht gut zum Tor gekommen. München hat sehr kompakt gespielt. Wir hätten hier und da ein bisschen einfacher spielen und die Scheibe öfter von der blauen Linie aufs Tor bringen müssen. Das ist uns nicht so gut gelungen“, gab sich Thomas Holzmann kritisch. Sein Trainer sieht das etwas optimistischer: „Es stimmt, unsere ersten beiden Drittel waren offensiv nicht optimal, aber im Schlussabschnitt haben wir gut kombiniert und unser Spiel durchgezogen. So haben wir uns einige Chancen erspielt.“

Tatsächlich war Augsburg vor allem in den letzten zwanzig Minuten immer wieder gefährlich vor dem Münchener Tor, feuerte mit insgesamt 40 Schüssen sogar nur einen weniger als die Gastgeber ab. Die größte Chance hatte dabei Matt Fraser, der in der 47. Minute nach Pfosten-Schuss von Sahir Gill im Nachschuss an einem überragenden Danny aus den Birken scheiterte. „Ich bin mir sicher, wenn wir heute so spielen wie im dritten Drittel und unser Panther-Hockey aufs Eis bringen, werden wir als Sieger vom Eis gehen“, so Stewarts Kampfansage.

Eine ganz entscheidende Rolle in so einer Partie spielt der Kopf. „Natürlich ist man mental angespannt und merkt das auch in der Mannschaft. Aber es ist eine absolut positive Anspannung. Wir sind voll fokussiert und freuen uns auf Sonntag“, so Brady Lamb. Den großen Druck sehe er eher auf Münchener Seite.

Ein weiterer Faktor: auch im sechsten Spiel der Halbfinal-Serie wollen die Panther-Fans ihr Curt-Frenzel-Stadion einmal mehr in die Hölle des Südens verwandeln und ihre Mannschaft nach vorne peitschen.

Wie schwierig es ist, in entscheidenden Spielen hier zu bestehen, hatte zuletzt die DEG erfahren, als sie in Spiel 7 der Viertelfinalserie vor der Augsburger Mannschaft, aber auch der Kulisse einknickte. Sollte München das gleiche Schicksal ereilen, gäbe es im Halbfinale ein Entscheidungsspiel 7 für die Panther. Das wäre am Dienstag um 19.30 Uhr in München.

Update: Und Sie haben es erzwungen! Die Panther haben das Spiel am Sonntag 2:0 gewonnen. Am Dienstag fällt dann die Entscheidung ob die Panther ins Finale der diesjährigen Eishockey Meisterschaften einziehen oder nicht. Wir drücken weiterhin fest die Daumen!

Text: Maximilian James
Foto: Kolbert