Das Zittern geht weiter

Trainer_Martin_Schmidt

Nach Stuttgart-Sieg und 1:4 Niederlage: Klassenerhalt für FCA noch nicht sicher

Chance verpasst, dann eben am nächsten Spieltag! Nach dem 1:4 gegen Bayer Leverkusen und dem Sieg am Samstagabend des VfB Stuttgarts gegen Borussia Mönchengladbach bleibt der Sekt beim FC Augsburg weiterhin kalt. Der Klassenerhalt ist noch nicht gesichert!

Zwar hat der FCA nach wie vor die deutlich bessere Tordifferenz und auch noch ein Sieben-Punkte-Polster auf Rang 16, doch mit einem Erfolg am Freitagabend gegen Leverkusen hätte man sich jeglichen Abstiegssorgen entledigen und die Klassenerhaltsparty starten können. So muss Augsburg – zumindest rechnerisch noch – zittern. Dabei verlässt sich Trainer Martin Schmidt voll auf seine Mannschaft und auf das eigene Können: „Wir wollen es selber schaffen und nicht auf irgendwen hoffen oder darauf warten, dass uns irgendwer einen Gefallen tun wird.“

Daher richtete Schmidt den Fokus voll auf das Sonntagsspiel gegen den FC Schalke 04. „Nochmals: Wir wollen den Schritt selber machen und uns nicht zurücklehnen. Ja, die 1:4-Niederlage war ein Dämpfer, aber wir müssen schauen, dass unsere Mentalität weiter drin bleibt und dass unser Wille, uns zu verbessern, hoch bleibt. Wir schauen auf uns! Wir haben genügend Arbeit. Es ist immer besser, im eigenen Garten zu gießen, als auf den des Nachbarns zu schielen.“ Auf Wenn-dann-Situationen will sich der Schweizer dementsprechend nicht einlassen: „Es fehlen noch die Punkte. Wir müssen den Schritt einfach machen. Das ist der bessere Ratgeber, als auf irgendetwas zu hoffen. Wir wollen nicht, dass irgendjemand für uns ein Tor schießt.

Auch seine Profis betonten, nur auf sich zu schauen. Zwar sei man natürlich Gladbach-Fan gewesen, aber man habe es letztlich selbst in der Hand. Ein Erfolg auf Schalke und der Klassenerhalt ist fix. Theoretisch könnte Augsburg aber auch entspannt nach Gelsenkirchen reisen. Dann nämlich, wenn am Samstag Stuttgart nicht in Berlin gewinnt. Doch darauf will sich beim FCA keiner verlassen. Viel eher ärgerten sich die Spieler über deren Leistung gegen Leverkusen: Kevin Danso etwa musste neidlos anerkennen, „dass Leverkusen uns vor große Probleme gestellt hat.“

Tatsächlich konnte Augsburg die Offensivpower um Julian Brandt, Kevin Volland und Kai Havertz zu keinem Zeitpunkt stoppen. „Wir sind auf einen Gegner getroffen mit einer unglaublich hohen Qualität. Wenn sie in solch einem Rausch kommen, dann wird es schwierig. Wir haben schnell den Mut verloren, trotz der 1:0-Führung. Dazu war unsere Qualität nach vorne zu ungenau und hinten hatten wir mit dem Tempo der Leverkusener so unsere Probleme. Unser Gegner hat Champions-League mäßig gespielt“, analysierte Schmidt die Partie.

Auch Torhüter Gregor Kobel blieb nichts anderes übrig, als die Leistung der Gäste zu loben: „Sie haben uns gut und früh unter Druck gesetzt. Das ist eine herausragende Truppe, die noch mehr Tore hätte erzielen können. Man muss einfach zugeben, dass Leverkusen die bessere Mannschaft war.“

Zwar ging der FC Augsburg nach einem starken Kopfball und zuvor robusten Körpereinsatz durch Kevin Danso in Führung (10.), doch nur fünf Minuten später zeigte sich erstmals die unglaubliche Leverkusen-Offensive. Charles Aranguiz reichte fünf Minuten später ein langer Ball auf Kevin Volland, der die Kugel perfekt annahm und sofort abzog. Von der Unterkante der Latte landete der Ball im Tor. Ebenfalls fünf Minuten später jubelte Leverkusen erneut, doch beim Diagonalball von Sven Bender stand Mitchell Weiser haarscharf im Abseits, sodass das Abstaubertor von Lucas Alario nicht zählte. Eine äußerst knappe Entscheidung, die eine Überprüfung von 100 Sekunden benötigte – aber wie Standbilder beweisen, richtig war.

In der zweiten Halbzeit zeigte sich ein ähnliches Bild, erneut war es ein langer Ball auf Kevin Volland, der eine gefährliche Situation einleitete und den Ball an den kurzen Pfosten spielte. Dort war Kai Havertz schneller als sein Gegenspieler und lupfte die Kugel in hohem Bogen sehenswert über Gregor Kobel ins Tor – 1:2!

Doch nicht nur die Tore ähnelten sich, auch der Videoschiedsrichter musste erneut eingreifen – und wieder lag er richtig! Vor dem vermeintlichen 1:3 stand Jonathan Tah hauchdünn im Abseits, nur um drei Minuten später doch sein Tor zu machen. Zwar erschien auf der Anzeigentafel kurz das Resultat von 2:2, doch nur zwei Sekunden später wurde der richtige Zwischenstand angezeigt. Den Deckel drauf machte Julian Brandt zwei Minuten vor Ende mit einem weiteren schön herausgespielten Treffer. Damit bleibt Bayer Leverkusen der Augsburger Angstgegner. Auch im 16. Duell gab es keinen FCA-Sieg.

Dass es in der kommenden Spielzeit auch die Partien 17 und 18 geben wird, dafür will der FCA dann am Sonntag sorgen. Dann soll der zweite Matchball in Sachen Klassenerhalt genutzt werden. Nur eines bleibt: Den Ligaverbleib will sich Augsburg aus eigener Kraft sichern.

Trainer Martin Schmidt mit FCA Spieler Rani Khedira

Text: Dennis Amedovski
Bilder: Krieger