Mit Energie

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Neuer FCA-Trainer So tickt Martin Schmidt

Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance! Also musste Martin Schmidt liefern. Und der neue Trainer des FC Augsburg nutzte die Möglichkeit, sich perfekt zu präsentieren. Nicht nur in der Mannschaft spricht man von Aufbruchstimmung, sondern auch im Medienraum. Schmidt sprudelte bei seinen beiden offiziellen Terminen vor Energie, erzählte authentisch und lebhaft, streute immer wieder einen humorvollen Spruch mit ein und zeigte großes Temperament. Verständlich, dass FCA-Präsident Klaus Hofmann seinen neuen Trainer toll findet: „Mir ist seine Energiegeladenheit aufgefallen. Das kann man in der jetzigen Phase sehr gut gebrauchen.“ Doch Schmidt ist nicht nur Stimmungsmacher, sondern soll den FCA zum Klassenerhalt führen. Wie das gelingen soll? Die SoPress fasst vor dem heutigen Spiel gegen Eintracht Frankfurt (18 Uhr) die wichtigsten Aussagen von Martin Schmidt aus der vergangenen Woche zusammen:

Schmidt über sein Debüt als FCA-Trainer: Ein bisschen Lampenfieber und Nervosität sind immer dabei. Jetzt bei meiner neuen Station etwas mehr. Es kribbelt.

…. über Gegner Frankfurt: Eine große Herausforderung! Gerade daheim hat Frankfurt eine große Kontinuität: wenig Gegentore, viele Tore, viel Tempo und Zweikampfstärke. Das ist Fußball, wie er mir imponiert. Da wartet das gesamte Programm auf uns. Ich persönlich habe gute Erinnerungen an Frankfurt. Mit Mainz habe ich mein allererstes Bundesligaspiel gegen die Eintracht gewonnen.

… über Martin Hinteregger: Ihn kenne ich schon lange. Er ist im Moment ein Leihspieler von Augsburg, steht hier unter Vertrag. Über die Personalie werden wir intern bei gegebener Zeit reden.

… über seinen 52. Geburtstag am Freitag: Schon beim Bäcker wussten sie, warum ich Kuchen kaufe. Stand das irgendwo in der Zeitung? (grinst). Den Kuchen gab‘s fürs Trainerteam und für die Mitarbeiter. Ein besonderer Tag natürlich, verbunden mit meinem ersten FCA-Spiel.

… über Geschenke: In den Tagen, seitdem ich hier bin, habe ich viele positive Nachrichten erhalten. Da stand dann drin, dass ich mir selbst mit Augsburg ein schönes Geburtstagsgeschenk mache. Es scheint eine gute Woche für mich zu sein. Feiern wollen wir aber erst am Sonntagabend.

… über Eindrücke seiner neuen Mannschaft: Ich kam nicht in die Kabine rein und dachte mir: ‚Ich muss die Jungs jetzt aufrichten und Hilfe anbieten‘. Es herrscht eine gute Grundstimmung und daran merkt man, dass das Team an und für sich stimmt. Der Kitt ist vorhanden, die Mentalität passt. Auch die Trainingseinheiten waren sehr gut und spannend. Es war Freude dabei. Es wurde gelacht. Es gab aber auch Wettkämpfe, bei denen es um alles ging. Da habe ich die Mentalität gespürt, die Augsburg ausmacht: Nie aufgeben und immer drauf. Wenn einer liegen bleibt, läuft der andere. Wenn wir diese Mentalität auf den Platz bringen, ist sehr viel drin.

… über Taktik: Ich bin ein Trainer mit einer Viererkette, weil ich gerne viele Leute vorne habe.

… über die letzten 24 Stunden vor einem Spiel: Ich möchte mich da nicht auf einen starren Ablauf festlegen. Da möchte ich variabel sein. Wir sind jetzt mit dem Zug nach Frankfurt gefahren. Ich selber bin auch ein Fan von Zugfahrten. In der Schweiz musst du das ja sein. Wir sind ja ein Bahnland (lacht). Bei Auswärtsspielen gehen wir am Vorabend ins Hotel, daheim bin ich aber auch ein Fan von der Heimschläfer-Taktik.

… über Kaderzusammenstellung: Ich gehe nicht nach alt oder jung, sondern nach formstarken, Spielern. Ich habe mal gegen die Bayern in München einen jungen 18-jährigen Linksverteidiger gegen Arjen Robben gestellt. Der kam vor dem Spiel zu mir und sagte: ‚Hey Coach. Ich habe noch nie Bundesliga gespielt. Wie soll ich gegen Robben verteidigen?‘ Ich sagte ihm, dass er sich keine Sorgen machen solle, denn Robben habe ihn bislang ja noch nie überdribbelt. Wir haben ein wunderbares Spiel gemacht und am Ende gepunktet. Die Jungen kannst du also immer wieder bringen.

… über die Torhütersituation: Gregor Kobel macht das zur Zeit ganz gut. Es gibt keinen Grund, da etwas zu ändern. Es sind noch sechs Spiele. Das, was sich bewährt hat und momentan gut ist – daran halte ich fest. Deshalb – das kann ich verraten – ist es sicher, dass Kobel im Tor stehen wird.

… über seinen Umgang mit Schiedsrichtern: Ich kritisiere nie einen Schiedsrichter und werde auch nie über ihn reden. Ich lege mich auch nicht mit dem vierten Offiziellen an. Ich halte den Berufsstand des Schiedsrichters sehr hoch. Ich bewundere sie, deswegen rede ich ihnen nicht in ihre Arbeit rein. Das sollen auch meine Spieler so handhaben. Es darf nie der Schiedsrichter schuld sein! Er darf kein Alibi sein! Außerdem bin ich ein großer Verfechter des Video-Schiedsrichters. Er sorgt für mehr Gerechtigkeit.

Text: Dennis Amedovski
Foto: Krieger