Neuer Gipfelstürmer

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Er startet 2020 für den Profi-Radrennstall CCC und mischt damit im Konzert der ganz großen Radsportler mit: Georg Zimmermann (22) aus Neusäß spricht im Interview über seine neuen Aufgaben, Ziele und warum er an seinem Fernstudium festhält.

Augsburg Journal: Ab 2020 fahren Sie für das Team CCC, nachdem Sie zuvor als Amateur unterwegs waren. Ist der Profivertrag wie ein Sechser im Lotto?
Georg Zimmermann: Das kann man nicht vergleichen, denn für den Profivertrag braucht man auch Talent, nicht nur Glück. Ich denke schon, dass ich mir den Kontrakt, aufgrund meiner Leistungen im Amateurbereich verdient habe. Auch wenn es erst kommendes Jahr losgeht, ist es schon jetzt eine aufregende Zeit – und ein großer Unterschied: Jetzt kann ich bei meinen Shirts angeben, wie lang sie sein sollen, teilweise werden sie mir sogar maßgeschneidert. Im Amateurbereich konnte ich immer nur aus den Größen S, M oder L wählen.
AJ: Warum das Team CCC aus Polen mit Sitz in den USA?
Zimmermann: Das Team legt den Fokus auf den deutschen Markt, hat mit Simon Geschke schon gute Erfahrungen mit einem großen Profi gemacht. Und jetzt komme ich als Youngster dazu. Ich sehe eine große Möglichkeit, mich im Team durchzusetzen. Die interne Konkurrenz ist nicht so groß, wie in anderen Teams der ersten Liga. Auch wenn wir nicht zu den Mannschaften gehören, die man in Deutschland kennt, ist es für meine Karriere die richtige Wahl.
AJ: Wie sieht der Plan für Ihre erste Profisaison aus?
Zimmermann: Im November teste ich in Apeldoorn in den Niederlanden im Windkanal meine Aerodynamik. Im Dezember geht es nach Spanien ins Trainingslager, dort lerne ich auch das gesamte Team kennen. Und ab Januar geht es mit der Santos Tour Down Under in Australien los. Ob ich da schon dabei bin, klären wir gerade. Ich habe meine Wunschtermine schon beim Team abgegeben, schauen wir, wo ich starte.
AJ: Glauben Sie, schon im ersten Jahr Akzente setzen zu können?
Zimmermann: Das hoffe ich natürlich. Ich möchte alles ausprobieren, von Ein-Tages-Rennen bis zu den bergigen Rundfahrten. Das Team will mich überall einsetzen, genau das möchte ich auch. Meine Erfolge aus dem Amateurbereich zählen nichts mehr, ich fange wieder ganz von vorne an und muss mir alles erarbeiten. Da gehört auch dazu, dem Teamkapitän die Trinkflaschen zu bringen, also Wasserträger zu sein, oder ihm Windschatten zu spenden, damit er auf der Fahrt möglichst wenig Energie verliert. Das gehört mit dazu.
AJ: Sie halten auch an Ihrem BWL-Fernstudium in Ansbach trotz Profistatus fest?
Zimmermann: Ja, weil sich Studium und Sport perfekt ergänzen. Es ist die einzige Uni, die für Spitzensportler diese Studienart anbietet, deswegen herrscht auch immer ein guter Austausch. Ich habe den Ehrgeiz beides zu schaffen und die Präsenzstunden sind alles andere als lästige Termine.