Laufend unterwegs

Christoph-Lux

Christoph Lux ist ein Ultra-Langläufer. Zuletzt stellte er mit über 252 gelaufenen Kilometern einen neuen schwäbischen Rekord auf

Schwer zu glauben, dass Christoph Lux auch mal entspannt Urlaub machen kann. Tatsächlich könne er am Strand zwei oder drei Tage auch mal die Füße hochlegen. Danach ziehe es ihn aber wieder raus in die Natur bzw. rein in seine Laufschuhe. Christoph Lux von der TG Viktoria Augsburg ist ein Ultraläufer von „internationalem Format“ meinte zuletzt Norbert Madry, ehemaliger Berater des deutschen Leichtathletikverbands.

Tatsächlich sind seine Erfolge beachtlich: In der Schweiz stellte Lux, der in Augsburg aufgewachsen ist und regelmäßig hierher kommt, beim 24-Stunden-Lauf mit 252,8 Kilometern einen neuen schwäbischen Rekord auf. Auf einem der vielen Jakobswege bewältigte er die 541 Kilometer mit seinem fünf Kilogramm schweren Rucksack in neun Tagen und zuletzt vertrat er Deutschland bei der 24-Stunden-WM im französischen Albi. Die Frage nach dem Warum, beantwortet er mit einer Gegenfrage: „Warum nicht?“ Tatsächlich, so Lux, stecke in jedem Menschen mehr Energie als man glaubt. „Nur sagt der Kopf vorher: ‚Hör auf!‘ In Wahrheit kommt man weiter!“

Ihm mache es einfach Spaß, ans Limit zu gehen oder mehrere Stunden durch die Gegend zu laufen. Wobei laufen nicht mit einem gewöhnlichen Lauftempo vergleichbar ist. Auf seinen 100 Kilometer-Rennen kommt er nach eigenen Angaben auf einen Kilometerschnitt von 4:30 Minuten. „Laufen ist ein Geschenk, weil es die natürlichste Bewegung ist. Und vor langer Zeit legten die Menschen auch große Strecken zurück – wenn auch nicht so schnell.“

6000 Kilometer summierten sich in den vergangenen zwölf Monaten. Das entspricht einer Strecke von Augsburg nach Neu-Delhi. „Natürlich gibt‘s da auch Verletzungen, besonders, weil das Laufen auf flachem Gelände eine sehr einseitige Belastung bringt.“ Deswegen sei Lux froh, wenn es in den Bergen rauf und runter gehe. Das Auf und Ab verstärke nämlich die Kraft in der Hüfte und im Rücken. Das wiederum sei gute Vorsorge für die flachen Rennen.

Für 2020 qualifizierte sich der 41-Jährige bereits für die EM im 24-Stunden-Lauf in Verona. Anfang März wolle er beim Transgrancanaria mitmachen, einem Ultramarathon-Berglauf mit Gesamthöhenunterschiede von 7500 Metern. „Endlich mal wieder ein schwieriger Berglauf“, sagt er. Beruflich arbeitet er als Controller. Der Sport sei Kontrastprogramm: „In der Natur ist es einfach schöner als den ganzen Tag auf dem Bürostuhl zu verbringen.“

Auch in China ist Christoph Lux schon gelaufen.