Ausgerechnet Gregoritsch – Ex-FCAler versenkt Augsburg

Offenbar hatte die stets proklamierte gute Stimmung und der neue fußballerische Ansatz in Augsburg noch nicht alle restlos überzeugt, lediglich ca. 26.000 Zuschauer*innen fanden ihren Weg ins Stadion. Vielleicht lag es auch an der schwachen Bilanz der Augsburger, die mit neun Niederlagen und lediglich vier Erfolgen eine Art Lieblingsgegner des SC Freiburg sind und dieser Rolle wieder einmal gerecht wurden. Drei schnelle Tore zum Beginn der zweiten Halbzeit – eingeleitet von keinem anderen als Michael Gregoritsch – bescherte Freiburg, das am Ende 4:0 gewann, die ersten drei Punkte und FCA-Coach Enrico Maaßen einiges zum Nachdenken.

Zu Spielbeginn ergab sich jedoch zunächst ein anderes Bild. Der FCA begann aktiv und ging früh vorne drauf. Das resultierte in den ersten Torannäherungen. Daniel Caligiuri näherte sich mit zwei Abschlüssen dem Freiburger Kasten gefährlich an, zielte jedoch beide Male drüber. Von da an zeigten sich die Gäste deutlich präsenter, mit mehr Ballbesitz und den ersten klaren Chancen. Die beste kam von dem wohl leicht im Abseits stehenden Michael Gregoritsch in der 17. Minute, der sich clever mit Körpereinsatz gegen Jeffrey Gouweleeuw durchsetzte, frei vor dem Tor aber nicht die Nerven behielt und den Abschluss drüber setzte. Auch Christian Günter versuchte sich nach einem Eckball mal, sein Schuss von der Strafraumkante prallte vom Pfosten zurück ins Feld. In den Minuten vor der Pause wagten sich die Augsburger wieder mehr nach vorne, allen voran durch Kreativposten Arne Maier. Aber auch dessen Abschlüsse fanden nicht den Weg ins Tor. So ging es mit einem leistungsgerechten 0:0 in die Pause.

0:4-Blamage zum Bundesligaauftakt

Direkt nach der Pause folgte die doppelt kalte Dusche für die Gastgeber. Ausgerechnet der Ex-Augsburger Michael Gregoritsch erzielte das erste Tor des Nachmittags. Nicht einmal eine halbe Minute war gespielt und Kilian Sildilla flankte von der rechten Seite direkt auf den Kopf von Gregoritsch, der nur noch einnicken brauchte und sich in der Folge aus Respekt den Jubel sparte. Wer dachte, die Augsburger wären dadurch aus ihrem Tiefschlaf erwacht, sah sich jäh getäuscht. Nur zwei Minuten später legte Freiburg per direktem Freistoß durch Vincenzo Grifo nach (48.). Von fast schon zu weit rechts Außen versuchte Grifo einfach mal sein Glück und überraschte FCA-Torhüter Rafal Gikiewicz, der den Ball über sich drüber fliegen sah und keine gute Figur abgab. Die Elf von Christian Streich spielte nun wie losgelöst und legte, nachdem zunächst ein Tor wegen Abseits noch aberkannt worden war, das 3:0 in der 61. Minute nach. Dieses Mal hieß der Torschütze Matthias Ginter, der nach Kopfballablage von Gregoritsch (wem auch sonst) sehenswert mit einem eingesprungenen Schuss das dritte Tor für die Breisgauer erzielte. Wieder sah Gikiewicz nicht ganz glücklich aus. Das Spiel war gelaufen, die Augsburger bemühten sich zwar noch um Ergebniskosmetik, ein Ehrentreffer gelang ihnen aber nicht mehr. Stattdessen legten die Gäste noch einmal nach, Ritsu Doan markierte in der 78. Minute noch das 4:0 und machte damit das Auftaktdebakel für den FCA perfekt.

Der spielerischen Offenbarungseid zu Beginn der zweiten Hälfte ließ FCA-Neuzugang Maximilian Bauer nach dem Spiel ratlos zurück. “Ich weiß es nicht, war haben schon angesprochen, dass wir gleich wachsam sein müssen. Ich kann es mir nicht erklären.” Enrico Maaßen versuchte das Positive zu sehen: „Ich finde dass es eine sehr ausgeglichene erste Halbzeit war und wir dann sehr unglücklich mit zwei Gegentoren in die zweite Halbzeit starten.“ Die Gegentreffer bezeichnete er unter dem Strich als „zu einfach“.

Damit beginnt die Saison für den FC Augsburg denkbar unglücklich. Am kommenden Samstag um 15.30 Uhr gegen Leverkusen ist eine Reaktion gefordert, ansonsten könnte die Stimmung in der Fuggerstadt nach einer positiven Vorbereitung ganz schnell ins Negative ausschlagen.