ENDLICH! Sieg gegen Leverkusen – Darauf hat der FCA 11 Jahre lang gewartet

Augsburg schlägt Bayer 2:1

Alles was passieren kann, passiert irgendwann, man muss nur lange genug warten, hat einmal ein kluger Mensch gesagt. Elf lange Bundesliga-Jahre ist der FC Augsburg gegen Bayer Leverkusen angerannt, hat in dieser Zeit 15 Niederlagen und sieben Unentschieden eingefahren. Jetzt, am 13. August 2022, ist die Premiere passiert: Mit 2:1 siegt der FCA am Rhein, kann nun von sich sagen, gegen alle namhaften Bundesliga-Vereine gewonnen zu haben. Dabei war der gestrige Erfolg in Leverkusen alles andere als abzusehen. Zu desolat der Eindruck, den die Augsburger zum Liga-Auftakt vor Wochenfrist beim 0:4 gegen Freiburg hinterlassen hatten. Wer beide Partien gesehen hat, traute seinen Augen kaum. Denn in Leverkusen stand jetzt ein ganz anderer FCA auf dem Platz als vergangene Woche. Wohl organisiert, oftmals konsequent, zielstrebig. Und allzeit bereit. Denn zu dem Zeitpunkt (82. Minute), als ausgerechnet Geburtstagskind Andre Hahn den Siegtreffer erzielte, machte eigentlich Leverkusen mehr erheblich Druck. Scheiterte aber ein ums andere Mal am bestens aufgelegten FCA-Keeper Rafal Gikiewicz.

Die Partie begann durchaus verheißungsvoll für die Augsburger, was auch daran lag, dass von Leverkusen anfangs nicht viel zu sehen war. Umso mehr war dann in Minute 15 vom FCA zu sehen, was zur Führung und dem ersten Saisontor durch Fredrik Jensen führte. Der Finne schloss eine schöne Stafette über Iago und Ermedin Demirovic nach Ballgewinn an der Mittellinie cool ab, indem er das Leder am heraus laufenden Bayer-Keeper Andrey Lunev vorbeischob. In den nächsten 20 Minuten baute Bayer mehr und mehr Druck auf und kam kurz vor der Halbzeitpause zum Erfolg. Die FCA-Abwehr brachte den Ball nicht aus der Gefahrenzone, einem Abpraller an Felix Uduokhai drosch Charles Aranguiz flach rechts unten in die Maschen (43.) – keine Chance für Gikiewicz.

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Zu Beginn der zweiten Hälfte boten sich dem zuletzt kritisierten FCA-Keeper reihenweise Gelegenheiten, sich auszuzeichnen. So entschärfte er ein Solo von Leverkusens Moussa Diaby ebenso klasse wie kurz darauf eine Doppelchance der Werkself nach Eckbällen und dann gleich noch einen Diaby-Sturmlauf. Spätestens jetzt fühlte sich ein Nachdenken über einen neuen Keeper für den FCA – im Laufe der Woche ins Gespräch geraten war der zweite Mann im Tor von Mainz 05, Finn Dahmen – deplatziert an. Nach einer guten Stunde brachte Trainer Enrico Maaßen mit Flo Niederlechner, Daniel Caligiuri und Geburtstagskind Andre Hahn drei frische Kräfte aufs Feld, die mit Routine das Unentschieden zu retten antraten. Aber dann: Ein weiter Ball aus der eigenen Hälfte erreicht Florian Niederlechner, dann Hahn. Der zieht aus zentraler Position ab, flach rechts flitzt der Ball mit Pfostenkontakt ins Netz. Hahn jubelt kurz, dann die Anzeige: Überprüfung durch den Videoassistent. Doch kein Tor? Hatte der mitgelaufene Niederlechner im Abseits gestanden oder war er passiv? Gleich darauf das Signal: Anstoß für Leverkusen, das Tor zählt.

Das Zittern der Augsburger um den Premieren-Sieg dauerte gleichwohl an. Hatten die Akteure bereits in Hälfte eins fünf Minuten „Zugabe“ bekommen, so gab es jetzt gleich sieben Minuten Nachspielzeit. Die aber konnte Leverkusen trotz kräftiger Bemühungen nicht nutzen.
Ein sichtlich erleichterter Rafal Gikiewicz sprach nach dem Spiel von seiner Aufstellung als von „keinem Geschenk“ an seine Person, sondern dass er jeden Tag hart dafür arbeite. FCA-Trainer Maaßen räumte ein, dass diesmal, anders als noch in der Vorwoche, das Quäntchen Glück auf Augsburger Seite gestanden habe. Aber der FCA habe das Seinige zum Sieg beigetragen durch eine „herausragende Leistung.“

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