Es war der große Knall zum Saisonfinale beim FCA, der damalige Trainer Markus Weinzierl kündigte live im TV an, dass er nicht weitermachen werde – ein Paukenschlag.

Auf die Frage, ob Manager Stefan Reuter im Vorfeld informiert habe, hieß es nur: „das wird er jetzt schon mitbekommen“. „Für mich war das nicht nachvollziehbar“, zeigte Reute vor Kurzem selbst im Fernsehen sein Unverständnis. Jetzt äußert sich zum ersten Mal auch Markus Weinzierl nach seinem Abgang. Im Interview mit der „Sport Bild“ lässt er tief blicken. Er sei es leid gewesen, vertröstet worden zu sein, wenn er über seinen auslaufenden Vertrag hätte reden wollen. „Im September hat Stefan Reuter zu mir gesagt, für ihn ist klar: Wir machen das hier die nächsten Jahre gemeinsam. Meine Nachfrage in der Winterpause, ob wir uns unterhalten wollen, wurde dann auf März verschoben. Im März auf nach den Klassenerhalt, nach dem Klassenerhalt auf nach der Saison“, wird der FCA-Extrainer in der „SportBild“ zitiert.

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Weinzierl: „Wäre intern nicht so viel vorgefallen, hätte ich es natürlich nie so gemacht!“

Nachdem Präsident Klaus Hofmann überraschend das Amt niederlegte hatte, hätte Weinzierl wieder das Gespräch gesucht, wieder ohne Erfolg. Und abschließend heißt es: „Ich fand es mir und auch so verdienten Spielern wie Alfred Finnbogason gegenüber absolut nicht in Ordnung, dass überhaupt keine Gespräche geführt wurden. Auch deswegen habe ich diesen Weg am letzten Spieltag gewählt. Wäre intern nicht so viel vorgefallen, hätte ich es natürlich nie so gemacht!“

Bereits vor Wochen wies Stefan Reuter im Interview mit der Augsburger Allgemeinen jede Schuld von sich und schob den schwarzen Peter, dem Ex-Präsident Klaus Hofmann zu, der um die Verlegung der Vertragsverhandlungen gebeten habe. Hier die Zitate im Wortlaut: „Seit Januar habe ich Klaus Hofmann immer wieder angesprochen, dass der Trainervertrag ausläuft. Doch ihm war wichtig, dass wir dies nach der Saison machen. Klaus Hofmann hatte als Präsident das Recht zu sagen, dass wir nach der Saison sprechen, dann sprechen wir nach der Saison.“ Diese Entscheidung nach der Saison, die Weichen für die kommende zu stellen, sei auch mit den Erfahrungen der vergangenen Jahre im Hinterkopf gefällt worden, in denen es nach Erreichen des Klassenerhalts immer einen kleinen Spannungsabfall gab, so Reuter weiter. Diese Vorgehensweise soll auch Weinzierl mitgeteilt worden und somit bekannt gewesen sein. In einem langen Gespräch zwischen Trainer und Manager auf der Saisonabschlussfeier wähnte sich Weinzierl Reuter zufolge als „einziger Verlierer“, obwohl medial schnell ein anderes Bild gezeichnet wurde. Nun scheint es so, als hätte Weinzierl nach Hofmanns Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen ohne Absprache die Reißleine gezogen, da eine Aufarbeitung nun ohne den ehemaligen Präsidenten als seinen vermeintlichen Fürsprecher abgelaufen wäre.

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