Wie das Augsburger Tierheim umzieht

Tierschutzverein Augsburg ehemaliges Tierheim Lechleite in Friedberg Tierschutzverein stellt gekaufte Einrichtung des ehemaligen Tierheim Lechleite vor Namen gesucht - am Eingang soll über der Pforte der neue Schriftzug angebracht werden Heinz Paula und Landrat Dr. Klaus Metzger Sabina Gaßner (von rechts) Foto: Fred Schöllhorn

Die Katzen werden die Ersten sein, die umziehen dürfen. Dann, am Freitag, 18. November, soll die offizielle Eröffnung des neuen Augsburger Tierheims sein.
Neues Augsburger Tierheim? Ja, die frühere „Herberge“ Lechleite an der Stadtgrenze von Lechhausen und Friedberg wird sich in absehbarer Zeit zum wichtigsten Treffpunkt für herrenlose Tiere und tiersuchende „Herrchen“ entwickeln.

Und noch eine freudige Nachricht vom Tierschutzverein: Nachdem das Asyl einige Wochen lang wegen Vollauslastung einen Aufnahmestopp verhängen musste, können ab Montag wieder Tiere aufgenommen werden. Nein, freilich werde der Standort Holzbachstraße an der Wertach nicht aufgegeben, so Tierheim-Vorsitzender Heinz Paula. Er werde aber einen spürbaren Wandel erleben. In der Holzbachstraße, so der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete, sollen über kurz oder lang vor allem Wildtiere aufgenommen werden. Das übrigens wie gewohnt rund um die Uhr.
Wann immer jemand also einen verletzten Igel findet, eine flugunfähige Krähe oder wenn Feuerwehr oder Polizei einen Biber, einen Schwan, ein Reh retten, soll diese Tiere nach wie vor in die Holzbachstraße gebracht werden.

Hunde, Katzen, Kleintiere wie Hamster oder Meerschweinchen, etwas später auch Vögel – sie alle werden demnächst in der Neuen Bergstraße 101 (so die Adresse in Friedberg) am Forellenbach Platz finden. Und dort wohl auf Menschen treffen, die ihnen ein zweites, besseres Leben bescheren.
Es seien ganz praktische Gründe, die zu dieser Entwicklung führen, erklärt Paula. Am neuen Standort des Tierheims, dem dritten nach Holzbachstraße und Gut Morhard in Königsbrunn, finde man alles in allem günstigere Bedingungen für viele Tiere, für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Besucher vor.

Mit rund 10.000 Quadratmetern Fläche sei das Gelände des ehemaligen Tierheims an der Lechleite um einiges größer als jenes in der Holzbachstraße. Auch stammten viele Gebäude dort aus den 90-er Jahren, während jene in der Holzbachstraße in ihren Grundzügen 60 Jahre und älter seien.
Seit man das Gelände Ende April aus einer Konkursmasse erworben habe, seien dort die Handwerker zugange, so Paula. Dass es einiges zu tun gibt, sei jedem im Verein klar gewesen, dass es so viel und dass es doch länger dauern würde, habe man nicht erwartet.
Aber obwohl die Bauarbeiter ihr Bestes gäben, hätte auch das neue Tierheim Sorgen mit der Teile- und Nachschub-Versorgung. Gerade jetzt erwarte man die neue Abwasserpumpe, in den nächste Tagen, so hoffe man, werde auch die Wärmepumpe eintreffen und eingebaut. Denn ohne warmes Wasser, so der Tierheim-Vorsitzende, sei hygienisches Arbeiten in einer Pflegeeinrichtung, auch einer für Tiere, nicht denkbar.

Bis 18. November, so hofft man im Tierschutzverein, werde alles zueinander gefunden haben, wird man den neuen Standort mit all seinen Möglichkeiten vorzeigen können. An diesem Tag ist die offizielle Eröffnung des neuen Tierheims geplant.
„Neues Tierheim“ – das, so ist Paula klar, sei kein schöner Name für die Einrichtung. Über den Weg eines Wettbewerbs mit Publikumsbeteiligung hoffen die Verantwortlichen des Vereins, einen passenden Namen für die Einrichtung zu finden, der nicht nur gut klingt, sondern auch aussagt, wovon die Rede ist.
„Weißen Rauch“ gibt es bis dahin auch wieder aus dem Tierheim an der Holzbachstraße. Nachdem sich dort in den vergangenen Tagen und Wochen vieles zum Guten entwickelt hat und man zahlreiche Schützlingen habe vermitteln können, werden dort jetzt auch wieder Tiere aufgenommen.

Selbstverständlich sei der Tierschutzverein auch zu jener Zeit, als das Haus völlig belegt war, Ansprechpartner für jeden gewesen, der sich eines Tieres in Not angenommen habe. Wie in solchen Fällen üblich, so Paula, habe man auf das weiträumige Netzwerk mit anderen Tierheimen zurückgegriffen. Denn es komme immer wieder einmal vor, dass jemand von den Kolleginnen und Kollegen anderswo belegt sei und in Augsburg um Hilfe nachfrage. Diesmal sei es eben umgekehrt gelaufen.