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Theodor Gandenheimer prägt Augsburg als Stadtrat und engagierter Bürger

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Theodor Gandenheimer sen. mit 92 Jahren gestorben: Er hat „sein“ Augsburg geprägt

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    Enkel, Opa, Vater: Dreimal Theodor Gandenheimer anlässlich des 90. Geburtstages des Großvaters.
    Enkel, Opa, Vater: Dreimal Theodor Gandenheimer anlässlich des 90. Geburtstages des Großvaters. Foto: Augsburg Journal Archiv

    75Jahre in der Kolpingsfamilie St. Josef, ebenso lange Mitglied im Sportverein Post SV, 42 Jahre Mitglied des Augsburger Stadtrates – sein langes Leben von 92 Jahren hat es mitgebracht, dass Theodor Gandenheimer in Augsburg nicht nur große Spuren hinterlassen hat, sondern auch lange Spuren. Am Donnerstag, 2. Juli, ist Gandenheimer in Augsburg gestorben.

    Beruflich war Gandenheimer als Postbeamter tätig. Seine Freizeit gehörte vielen Vereinen, Organisationen und Initiativen in „seinem Heimatstadtteil“ Oberhausen, was ihm den Spitznamen als „Bürgermeister von Oberhausen“ einbrachte. „Theo Gandenheimer stand wie kaum ein anderer für gelebtes bürgerschaftliches Engagement in Augsburg“, schreibt die Augsburger CSU in einem Nachruf. „Über Jahrzehnte prägte er als Stadtrat und Bürgermeister die Kommunalpolitik unserer Stadt mit Sachverstand, Bodenständigkeit und echter Nähe zu den Menschen. Auch innerhalb der Partei war er eine feste Größe, unter anderem in der Senioren Union. Im Verkehrsverein Augsburg und als Schirmherr der Arbeitsgemeinschaft der Augsburger Hilfsorganisationen setzte er sich unermüdlich für das Gemeinwohl ein.“

    Krötz würdigt Gandenheimer als engagiertes Vereinsmitglied

    Als Gandenheimer 1972 erstmals für die CSU in den Stadtrat einzog, war Hans Breuer (SPD) Bürgermeister der Stadt Augsburg. Bis 2014 behielt der Verstorbene sein Mandat, nahezu die Hälfte seines Lebens. Auch den Stadträten der folgenden Bürgermeister Peter Menacher (CSU), Paul Wengert (SPD) und Kurt Gribl (CSU) gehörte er an. Als dritter Bürgermeister war Gandenheimer in den Jahren von 1996 bis 2002 „in der Tradition dieser Position“ jenes Stadtoberhaupt, das nicht zuletzt für runde Geburtstage, Hochzeitsjubiläen und Vereinsfeste zuständig war. Gandenheimer war für sein gutes Netzwerk bekannt, lange bevor es dieses Wort gab.

    In einem emotionalen und persönlichen Nachruf erinnert der Vorsitzende des Sportvereins Post SV, Heinz Krötz, an „unseren Theo“, der dem Verein seit 1950 als Mitglied angehört hatte. Seine Leidenschaft zum Handballsport hatte Gandenheimer in den Verein geführt, dessen Ehrenmitglied er seit 2012 war.

    Auf allen Ebenen des Kolpingwerkes war der gläubige Christ aktiv. Als „echter Kolpingsohn und Christ“, wie ihn der ehemalige Augsburger Diözesanpräses Josef Hosp bezeichnet, hat er sich für seine Familie, für die Gesellschaft und in seinem Beruf engagiert.

    „Seit seiner Ministrantenzeit ist Theo Gandenheimer ein überzeugter Mann der Kirche“, schreibt Josef Hosp über ihn. Den Bürgerinnen und Bürgern in der Stadt zuhören, Antworten geben, Anliegen mitnehmen und sich für die Themen einsetzen, so haben viele Menschen Theo Gandenheimer erlebt. „Können wir da was machen?“, war seine Frage an die Verantwortlichen in der Stadt, wenn er mit dem Thema einer Bewohnerin oder eines Bewohners loszog, um zu helfen oder zu vermitteln.

    Gandenheimer erhält mehrfach Auszeichnungen für sein Wirken

    „Dankbar erinnere ich mich der ersten Begegnung im Jahre 1962 und an die langjährige Zusammenarbeit im Rahmen des Kolpingwerkes. Besonders in Erinnerung wird uns bleiben dein Bemühen um die Europaidee“, schreibt aus Wien Anton Salesny, Europabeauftragter des Internationalen Kolpingwerkes.

    Sein vielfältiges Wirken brachte es mit sich, dass Gandenheimer zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen auf allen Ebenen erfuhr. In Anerkennung seiner besonderen Verdienste um die kommunale Selbstverwaltung wurden ihm 1991 die Kommunale Verdienstmedaille in Bronze und 2008 ebendiese in Silber verliehen. Zuvor hatte er bereits 1988 das Bundesverdienstkreuz am Bande erhalten. Es ist die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht.

    Gandenheimer, dessen Ehefrau ihm im Tod vorangegangen war, hatte lange Zeit zuhause gelebt, bis er vor einiger Zeit in ein Heim umgezogen war.

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