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Kanu-WM: Augsburger Kanuten verpassen Einzelmedaille und kämpfen mit Pech

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Bitteres WM-Ende: Augsburger Kanuten bleiben ohne Einzelmedaille

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    Insgesamt verlief die Kanu-WM für die deutschen Athleten enttäuschend, immerhin gab es Bronze im C1-Team um Augsburgs Sideris Tasiadis.
    Insgesamt verlief die Kanu-WM für die deutschen Athleten enttäuschend, immerhin gab es Bronze im C1-Team um Augsburgs Sideris Tasiadis. Foto: Uta Büttner

    Die Kanuslalom-Weltmeisterschaften 2026 im US-amerikanischen Oklahoma City endeten für den Deutschen Kanu-Verband (DKV) mit großer Ernüchterung: Erstmals seit Langem blieb das deutsche Team in den olympischen Einzel-Disziplinen ohne Medaille. Einzig im Teamwettbewerb gab es Grund zum Jubeln. Aus Augsburger Sicht mischten sich unter den extremen Bedingungen – bei Temperaturen von bis zu 40 Grad – starke kämpferische Leistungen mit viel Frust über strittige Schiedsrichterentscheidungen.

    Tasiadis paddelt im C1-Einzel ins Finale der Top Ten

    Für das sportliche Highlight aus Schwaben-Sicht sorgte Routine-Paddler Sideris Tasiadis (Kanu Schwaben Augsburg). Gemeinsam mit seinen Teamkollegen Lennard Tuchscherer (Leipzig) und Timo Trummer (Zeitz) sicherte er sich im Canadier-Einer (C1) der Herren die Bronze-Medaille im Teamwettbewerb. Als erste Mannschaft an den Start gegangen, legte das Trio eine saubere und perfekt abgestimmte Fahrt auf den Riversport Rapids hin. Erst nach langem Zittern stand fest: Nur Großbritannien und Frankreich waren einen Hauch schneller.

    Im C1-Einzel unterstrich Tasiadis seine Ausnahmestellung im deutschen Team. Als bester DKV-Starter kämpfte er sich souverän bis ins Finale der besten zehn Paddler vor. Dort verpasste der 36-Jährige mit Platz acht jedoch die Medaillenränge. Zwei Fahrfehler im unteren Streckenabschnitt kosteten den entscheidenden Schwung. „Da steht das Boot erst einmal auf der Stelle. Das hat mich geärgert“, analysierte Tasiadis selbstkritisch, nahm jedoch immerhin wertvolle Punkte für den Olympia-Quotenplatz für LA 2028 mit.

    ICF-Jury bremst Hegge bei Kanu-WM mit Strafsekunden aus

    Sehr viel bitterer verlief die WM für die Augsburger Kajak-Spezialisten. Besonders Noah Hegge (KS Augsburg) geriet unverschuldet ins Zentrum des Frusts. Nach einem exzellenten Halbfinal-Lauf schien der 27-Jährige sicher im Finale zu stehen. Doch eine extrem umstrittene Entscheidung der ICF-Jury machte alle Medaillenträume zunichte: Wegen eines angeblich nicht korrekt befahrenen Tores wurde Hegge rückwirkend mit 50 Strafsekunden belegt und auf Rang 23 zurückgeworfen. Auch ein offizieller Einspruch des DKV wurde abgelehnt. Cheftrainer Thomas Apel fand deutliche Worte: „Wir wurden schlichtweg einer Medaillenchance beraubt. Solche Situationen passieren zigmal, aber hier wurde rigoros durchgegriffen.“

    Auch im Teamwettbewerb lief es für Hegge und seinen Augsburger Vereinskollegen Christian Stanzel (Augsburger KV) zusammen mit Stefan Hengst nicht nach Wunsch: Vier Strafsekunden bedeuteten am Ende Rang acht. Im Einzel-Halbfinale zeigte WM-Debütant Stanzel (21) trotz sechs Strafsekunden eine ansprechende Leistung, schied aber als 19. aus. Im Kajak-Einer (K1) der Damen zeigte die für den KSV Bad Kreuznach und die Kanu Schwaben startende Ricarda Funk gewohnt starken Kampfgeist. Im K1-Einzel fuhr die 34-Jährige knapp am Podium vorbei auf Rang fünf (nur 0,78 Sekunden fehlten zu Bronze). Im abschließenden Kajak-Cross erkämpfte sie sich mit großem Einsatz bei Gluthitze den vierten Platz – das beste deutsche Cross-Ergebnis der WM.

    Kenterung stoppt Emily Apel im K1-Halbfinale in Augsburg

    Richtig Pech hatte hingegen Augsburger Hoffnungsträgerin Emily Apel (Kanu Schwaben Augsburg). Die 23-Jährige war im K1-Halbfinale extrem schnell und auf Finalkurs unterwegs, bevor ihr eine Kenterung und damit verbundene 54 Strafsekunden zum Verhängnis wurden (Platz 26). Im Team-Wettbewerb verhinderte eine Kenterung Apels ebenfalls eine sicher geglaubte Medaillenchance; das Damen-Trio um Funk, Apel und Annkatrin Plochmann landete ebenfalls auf Rang acht.

    Das Gesamtfazit von DKV-Sportdirektor Jens Kahl fiel entsprechend ernüchternd aus: „Keine Einzelmedaille zu holen, ist hart. Wichtiger ist aber der Blick auf die Olympia-Qualifikation für 2028. Da liegt noch extrem viel Arbeit vor uns.“ Neben der harten Selbstkritik übte Kahl aber auch deutliche Kritik am Weltverband ICF für teils „amateurhafte und ungleich getroffene Schiedsrichterentscheidungen“. Für die Augsburger Kanuten gilt es nun, den Blick schnell wieder auf die verbleibenden Weltcups der Saison zu richten. Quelle: Uta Büttner

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