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Drüsenameisen breiten sich aus und gefährden Häuser im Norden Bayerns

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Kleine Krabbler, großer Schaden: Die großen Drüsenameisen breiten sich aus

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    Tapinoma magnum, Große Drüsenameisen, nennen sich diese nur wenige Millimeter kleinen Krabbler, die mit ihrer Lebensweise Gefahr laufen, mit uns Menschen in Konflikt zu geraten.
    Tapinoma magnum, Große Drüsenameisen, nennen sich diese nur wenige Millimeter kleinen Krabbler, die mit ihrer Lebensweise Gefahr laufen, mit uns Menschen in Konflikt zu geraten. Foto: Naturkundemuseum Stuttgart

    Die Familie sitzt auf der Terrasse beim Frühstück, als es plötzlich aus dem Haus deutlich vernehmbar knackt. Der Hund trollt sich in den Garten, es knackt noch einmal und wenige Sekunden später bricht der komplette Bungalow in einer gewaltigen Staubwolke in sich zusammen. Zugegeben, so drastisch zu sehen ist es im Film. Dass aber ganze Häuser in sich zusammenbrechen, ist in Amerika oder Australien nicht so ungewöhnlich. Termiten und Co. höhlen in mühevoller Kleinarbeit die Bausubstanz so lange aus, bis die Statik dahin ist und es kracht. Termiten sind derzeit noch keine Bedrohung für unsere Heimat, aber es kündigt sich eine Ameisenart an, die das Potenzial hat, ähnliche Schäden zu verursachen. Große Drüsenameise, lateinisch Tapinoma magnum, nennen sich die Krabbler, gegen die im Norden Bayerns bereits vorgegangen werden muss.

    Pintsch warnt vor Ausbreitung der Tiere in Augsburg

    Zwar scheint die Sache im Augsburger Land noch ruhig, aber Ordnungsreferent Frank Pintsch rechnet in den kommenden Jahren mit dem Auftreten der Tiere auch im Stadtgebiet. „Dem Amt für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen mit unterer Naturschutzbehörde sind noch keine Vorkommen für das Stadtgebiet Augsburg gemeldet worden“, so der Referent. „Gleichzeitig ist es aber schon so, dass aufgrund der Ausbreitungsgeschwindigkeit der Art und der zunehmenden Erwärmung der Region auch hier in den nächsten Jahren mit Vorkommen zu rechnen ist.“

    Da die Art in Häusern überwintern kann, sei damit zu rechnen, dass niedrige Wintertemperaturen für sie kein wesentliches Hindernis darstellen werden.

    Und wenn jemand eine verdächtige Wahrnehmung zu machen glaubt? „Für die Bestimmung sollte eine fachkundige Person wie ein Biologe herangezogen werden“, so Pintsch. Unterstützung könne das Amt für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen mit unterer Naturschutzbehörde anbieten.

    Große Drüsenameise bleibt auch bei Kälte aktiv

    Da sich die Ameisenart mit mediterranen Pflanzenarten ausbreite, wandere sie häufiger über Pflanzenkübel, die aus dem Mittelmeerraum nach Norden transportiert wurden, ein. Insofern sollten Händler und Käufer solcher Pflanzen besonders aufmerksam sein, wenn sie bemerken, dass in den Pflanzenkübeln „blinde“ Passagiere mitgereist sind.

    Die Ameisen sind komplett glänzend schwarz gefärbt, ohne braun gefärbte Körperteile. Arbeiterinnen werden etwa 2 bis 5 Millimeter groß. Typisch ist, dass Arbeiterinnen in verschiedenen Größen nebeneinander auftreten. Nester werden unterirdisch angelegt, sie bilden dort ein weit verzweigtes System von untereinander in Verbindung stehenden Nestern. Im Gegensatz zu einer häufig auftretenden heimischen Ameisenart, der Schwarzen Wegameise, ist die Große Drüsenameise auch bei niedrigen Temperaturen (bis etwa 3 Grad Celsius) aktiv. In ihrem ursprünglichen Verbreitungsraum hält sie keine Winterruhe. In unseren Breiten wandert die Art bei Kälte auf der Suche nach Wärme und Nahrung auch in Gebäude ein.

    Die Große Drüsenameise bevorzugt offene Flächen mit sandigen Böden. Sie kommt bevorzugt in Siedlungsgebieten vor, in denen sie ihre Nester in der Nähe von Mauern und Hausfundamenten, unter Pflaster und Gehwegplatten aber auch in oder unter Blumenkästen und -kübeln bis in eine Bodentiefe von einem Meter anlegt.

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