Jetzt ist der Zeitpunkt, dass Sachen geändert werden müssen“, resümierte ein angefressener Torhüter Finn Dahmen nach der völlig verdienten 1:2-Niederlage des FC Augsburg beim 1. FC Heidenheim. Damit wollte er zwar ausdrücklich nicht Sandro Wagner gemeint haben – „Ich würde den Trainer rausnehmen aus der Diskussion (…), wir Spieler müssen uns an die eigene Nase fassen“ – die Debatte um den Trainer ist in den (sozialen) Medien aber schon längst entbrannt.

2,4 Gegentore pro Spiel (letzte Saison 1,5), selbst lediglich 0,6 Großchancen pro Spiel (letzte Saison immerhin 1,5), sowie die zweitmeisten Fouls der Liga (letzte Saison Platz 11), dazu erst drei Punkte nach fünf Spielen. Die Zahlen der bisherigen Saison sprechen bereits eine klare Sprache. Unterm Strich steht nach fünf Spieltagen der drittschlechteste Saisonstart der Bundesligageschichte. Vier Niederlagen nach fünf Spielen gab es bis dato nur in den Spielzeiten 2012/2013 und 2022/23. 2012 stand Markus Weinzierl an der Seitenlinie, unter seiner Anleitung spielte der Saisonstart schnell keine Rolle mehr, er führte den Club in den darauffolgenden Monaten und Jahren in seine beste Phase seit dem Aufstieg in die Bundesliga. Anders lief es unter Enrico Maaßen. Er schaffte es zwar, den Club gerade so in der Klasse zu halten, doch ziemlich genau ein Jahr später war er Geschichte beim FCA. Es übernahm Jess Thorup, der den Club stabilisierte und zuletzt zur drittbesten Saison der Historie führte.

Der Weg mit Wagner wird weiter bestritten

Entsprechend groß war der Druck von Beginn an auf Wagner. Er sollte nicht nur den weiter verstärkten Kader zu einer, wenn möglich, noch besseren Punkteausbeute führen, sondern das gleichzeitig mit ansehnlichem Fußball verknüpfen. Eine Anforderung, mit der vor ihm reihenweise Trainer beim Club gescheitert waren – und an der auch der Ex-Bayernspieler nun zu scheitern droht.

Für das Heimspiel am Samstag gegen Wolfsburg steht der 37-Jährige bereits unter Beobachtung. Noch betont Sportdirektor Benjamin Weber zwar: „Wir haben gemeinsam einen Weg begonnen – und den gehen wir auch weiter.“ Im Falle eines weiteren Tiefschlags könnte Wagners Stuhl in der Länderspielpause arg ins Wanken geraten. Denn so Weber weiter: „Wir wissen ja, wie das Geschäft läuft, deswegen will ich da auch keine Märchen erzählen.“

Sprich am Samstag gilt für das Projekt Wagner beim FC Augsburg die Devise: Verlieren verboten. Andernfalls erscheint auch eine frühe Trennung nicht vollends ausgeschlossen.

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