Augsburg hat einen seiner bekanntesten Juristen verloren. Walter Rubach zählte zu den profiliertesten Strafverteidigern Deutschlands. Nun ist er kurz vor dem Jahreswechsel im Alter von 78 Jahren verstorben. Bereits am 18. Dezember stürzte er ohne Fremdeinwirkung in der Hermannstraße mit dem Fahrrad. Trotz sofortiger Reanimationsversuche von Polizeibeamten und Ersthelfern verstarb er Tage später im Krankenhaus an seinen schweren Verletzungen.
Walter Rubach war über Jahrzehnte hinweg eine herausragende Figur der deutschen Strafrechtslandschaft und weit über die Grenzen Augsburgs hinaus bekannt. Er übernahm auch jene Mandate, vor denen andere zurückschreckten, und verteidigte Angeklagte in besonders schwierigen und gesellschaftlich hoch umstrittenen Verfahren. Zu seinen Mandanten zählten unter anderem Mörder, Sexualstraftäter und andere schwer belastete Beschuldigte. In den 1980er- und 1990er-Jahren war Rubach als Verteidiger in politisch aufgeladenen Prozessen aus dem Umfeld der RAF tätig. Große öffentliche Aufmerksamkeit erlangte er auch durch sein langjähriges Engagement im Fall der Entführung und des Todes der kleinen Ursula Herrmann. Darüber hinaus vertrat er einen der Beschuldigten nach dem tödlichen Faustschlag gegen einen Feuerwehrmann am Kö, den ehemaligen Landtagsabgeordneten Linus Förster sowie den Täter im Dreifachmord von Langweid. Durch sein juristisches Wirken, aber auch gesellschaftlich und freundschaftlich war unser Verlag Walter Rubach jahrzehntelang tief verbunden.
Patentanwalt Bertram Rapp: Walter Rubachs Worte waren wohlüberlegt und hatten Gewicht
Liiert war Rubach seit einigen Jahren mit der Amerikanerin Patricia Vercelli mit der er eine transatlantische Fernbeziehung führte. Zuletzt traten die beiden öffentlich beim 90.Jubiläum der Patentanwälte Charrier Rapp & Liebau auf. Kurz nach dem Jahreswechsel erreichte der REPORTER den langjährigen guten Freund des Ausnahmejuristen, Patentanwalt Bertram Rapp: „Walter war ein Gentleman, stilbewusst, höflich, hilfsbereit, großzügig, charmant und außerdem sehr intelligent und gebildet. Seine Karriere führte ihn von der linken Berliner Szene in das konservative schwäbische Establishment. Beiden Seiten hat er sich nie angepasst, sondern ist immer seinen eigenen Weg gegangen. Mich verbindet eine berufliche Partnerschaft und anschließend eine dreißigjährige Freundschaft mit Walter und ich kann sagen, dass ich aus beinahe jedem Gespräch etwas von ihm gelernt habe. Seine Worte waren wohlüberlegt und hatten Gewicht, gleich ob es sich um ein Fachgespräch handelte oder um einen freundschaftlichen Rat. Die gemeinsamen Erlebnisse auf Reisen, Motorradtouren und im Freundeskreis werden mir unvergessen bleiben.“
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