Drei Angeklagte, vier Rechtsanwälte, es ist etwas eng im Sitzungssaal des Augsburger Strafjustizzentrums an diesem Dezembermorgen. Walter Rubach, mit seinen 78 Jahren unstrittig der Routinier der Augsburger Justiz, zieht sich einen Stuhl von den Zuschauerplätzen heran, setzt sich etwas provisorisch neben seine jungen Kollegen und hinter seinen Mandanten. „Großer Individualist der Anwaltschaft“ schreiben seine Kollegen in der Todesanzeige des am 30. Dezember verstorbenen Juristen.
Um Callcenterbetrügereien geht es an diesem Tag am Amtsgericht und darum, welche Rolle die drei 25-, 27- und 28-jährigen Angeklagten dabei gespielt haben, als ein Senior aus Friedberg um über 30.000 Euro erleichtert wurde. Die Männer wurden zu Gefängnisstrafen zwischen zwei und drei Jahren verurteilt, das Urteil ist nicht rechtskräftig geworden. Rechtskräftig bedeutet vor Gericht, dass eine Sache erledigt ist, Strich drunter, fertig. Walter Rubach muss diesen, einen seiner letzten Fälle, zurücklassen. Der bekannte Augsburger Strafverteidiger starb nur wenige Tage nach dem Verfahren – für viele plötzlich und unerwartet. Rubach, leidenschaftlicher Sportler, Marathonläufer, Berufs-Fahrradpendler, war am 18. Dezember in der Hermanstraße auf dem Weg ins Gericht mit seinem Fahrrad gestürzt, mit dem Kopf aufs Pflaster geschlagen.








