Unterschiedlich sind die Vorzeichen bei der Kommunalwahl im März in den großen Augsburger Umlandgemeinden und in den Landkreisen. Während die Mehrzahl der amtierenden Rathauschefs erneut kandidiert, tun zwei dies nicht mehr. Auch mindestens einer von zwei Landräten wird ein neuer sein.
Gersthofen
Nach zwölf Jahren bekommt Gersthofen einen neuen Bürgermeister, möglicherweise eine neue Bürgermeisterin. Denn: Der seit 2014 amtierende, parteilose Rathaus-Chef Michael Wörle (58) hat bereits vor geraumer Zeit mitgeteilt, nicht noch einmal zu kandidieren. Wörle war 2014 als gemeinsamer Kandidat der örtlichen SPD und der Freien Wähler ins Amt gekommen. Zuletzt hatte er sich 2025 bei der Bundestagswahl für die Freien Wähler – erfolglos – um einen Platz für die Stadt Augsburg im Berliner Bundestag beworben. Um seine Nachfolge bewerben sich vier Frauen und ein Mann bei der Wahl am 8. März. Anton Beringer ist Kandidat der AfD. Susanne Olita ist parteilos, sie wird von W.I.R. und der örtlichen CSU unterstützt. Julia Romankiewicz-Döll kandidiert für Pro Gersthofen, Melanie Schappin für die Freien Wähler und Gülüzar Starizin für die SPD.
Friedberg
Ähnliche Situation um die Position von Roland Eichmann in Friedberg. Der 53-jährige SPD-Bürgermeister kandidiert dort allerdings (zum dritten Mal) auch selbst wieder. Seine fünf Gegenkandidaten sind Cornelia Böhm (CSU/FDP), Andreas Dörfler (AfD), Klaus Gold (Freie Wähler), Elisabeth Micheler-Jones (Parteifreie Bürger) und Egon Stamp (Grüne). Nachdem die Stadt Friedberg zum Stichtag im vergangenen Jahr die 30.000-Einwohner-Marke um elf Personen knapp übersprungen hat, dürfen dort erstmals 40 statt bislang 30 Stadträte gewählt werden.
Kommunalwahl 2026 in Königsbrunn
Ebenfalls deren sechs Bewerber gibt es in Königsbrunn um das Amt von Bürgermeister Franz Feigl (CSU, noch 55). Feigl, der seit 2014 amtiert, steht selbst auch wieder zur Wahl. Weitere Kandidaten sind Nicolai Abt (SPD), Anita Regina Döbler (AfD), Christian Ender (Freie Wähler), Helmut Schmidt (Grüne) und Christian Toth (FDP).
Neusäß
Deutlich übersichtlicher die Situation in Neusäß. Dort tritt mit Richard Greiner (noch 53 Jahre alt) der Amtsinhaber von der CSU erneut an. Greiner hatte 2013 als zweiter Bürgermeister zunächst kommissarisch den Rathaussessel von Bürgermeister Hansjörg Durz übernommen, der damals in den Bundestag gewählt worden war. Bei den Wahlen 2014 und 2020 wurde Greiner im Amt bestätigt, sodass er jetzt seine dritte Amtszeit anstrebt. Er hat mit Susanne Höhnle (SPD) und Reiner Fuchs (AfD) zwei Gegenkandidaten.
Kommunalwahl 2026 in Bobingen
In Bobingen kandidieren am 8. März der aktuelle erste, zweite und dritte Bürgermeister für das Spitzenamt in der Gemeinde. Amtsinhaber ist seit 2020 Klaus Förster (CSU, 57), der sich erneut bewirbt. Ebenfalls Chef im Rathaus werden möchte sein Stellvertreter Armin Bergmann (SPD) und Michael Ammer (FBU Bobingen).
Diedorf
So wie in Gersthofen wird es auch im Markt Diedorf einen neuen Bürgermeister geben. Der dortige Amtsinhaber Peter Högg (62) tritt nach zwölf Jahren nicht noch einmal zur Wahl an. Seine politische Gruppierung „Wir für Diedorf“ geht mit Andreas Müller in die Wahl. Einziger Gegenkandidat ist Thomas Rittel von der CSU.
Stadtbergen
Nur ihren Stadtrat, nicht aber den Bürgermeister neu wählen brauchen die Wählerinnen und Wähler in der Stadt Stadtbergen. Dort ist seit dem gesundheitsbedingten Rücktritt von Paulus Metz´ Vorgänger im Jahr 2011 die Bürgermeisterwahl „aus dem Rhythmus“. Metz (62) war entsprechend bereits im Jahr 2023 in seinem Amt bestätigt worden und kann sich nun ganz auf die Wahl „seiner“ neuen Stadträte konzentrieren.
Kommunalwahl 2026 in Kissing
Eine Besonderheit gibt es auch bei der Bürgermeisterwahl in Kissing. Dort war wegen der Erkrankung des damaligen Amtsinhabers schon 2019 ein neuer Rathauschef gewählt worden, der dafür sieben Jahre amtierte. Dieser Amtsinhaber, Reinhard Gürtner (58, CSU) tritt erneut zur Wahl an. Zwei Gegenkandidaten tun dies auch, Marcus Kaiser (Grüne) und Gudrun Knießl (SPD).
Ein weiterer CSU-Bürgermeister, der erstmals sein Amt gegen zwei Mitbewerber verteidigen möchte, ist Florian Mayer (56) in Mering. Laura Matthes tritt dort für die Grünen an, Mathias Stößlein für die UWG.
Landkreis Augsburg
Nicht nur die Bürgermeister in den Gemeinden und die Gemeinderäte werden am 8. März gewählt, sondern in den Landkreisen auch die Kreisräte und die Landräte. Im Landkreis Augsburg stellt sich der seit 2008 amtierende Martin Sailer (CSU, 55) erneut zur Wahl. Seine Gegenkandidaten sind Matthias Krause (FDP), Felix Senner (Grüne), Markus Striedl (AfD), Fabian Wamser (SPD) und Laura Weber (Die Linke).
Kommunalwahl 2026 im Kreis Aichach-Friedberg
Sailers Kollege aus dem Kreis Aichach-Friedberg, Klaus Metzger (CSU, 62), kandidiert hingegen nicht noch einmal. Eine Kandidatin und vier Kandidaten bewerben sich um Metzgers Nachfolge. Es sind dies Simon Kuchlbauer (AfD), Klaus Habermann (SPD), Katrin Müllegger-Steiger (Grüne), Marc Sturm (Freie Wähler) und Peter Tomaschko (CSU). Interessant an der Personalie Klaus Habermann: Der 72-jährige SPD-Politiker amtierte zuletzt 30 Jahre lang als Bürgermeister der Stadt Aichach – einen Posten, den er nun aufgibt. Um die Nachfolge Habermanns bewerben sich in AIC mit Klaus Dußmann (CSU) der derzeitige zweite Bürgermeister, dazu Erol Duman (Bündnis Zukunft Aichach), Kay Freisenhaus (AfD), Nicole Matthes (SPD), Bettina Stief (Freie Wähler) und Marion Zott (Grüne).
Lesen Sie auch: Kommentar zur Augsburger Rathaus-Wahl: Kommt es zum Politikwechsel?







