Max Wolf: Ich bin kein „Leit-Wolf“

12.02.2026

Die Gästeliste liest sich wie früher die Promis auf der „Wetten, dass …?“-Couch: letztes Jahr Dieter Bohlen, zuletzt Carmen und Robert Geiss. Dabei ist ihr Gastgeber kein Showmaster wie Thomas Gottschalk, sondern der Augsburger Immobilien-Unternehmer Maximilian Wolf (47). „Das war nie ein Traum von mir, prominente Menschen zu interviewen“, lacht Max Wolf – und tauscht fürs AJ gerne die Rollen. Im Gespräch (unten in voller Länge als Podcast zum Nachzuhören), erzählt der 47-jährige Familienvater, wie es zum alljährlichen Immobilien-Kongress mit tausenden Besuchern und solch berühmten Gästen kam. Ohne jedoch die Schattenseiten dieser nach außen so strahlenden Branche auszublenden.

Für den Talk mit Carmen und Robert Geiss hatte ich mir einige Fragen aufgeschrieben“, erzählt Max Wolf – und schmunzelt. „Nur hatte ich meine Brille vergessen – und konnte sie nicht lesen.“ Was der Stimmung auf der Bühne im voll besetzten Kongress-Saal keinen Abbruch tat.

„Das Gespräch hat sich aus dem Moment ergeben“, sagt Max. Vielleicht genau das passende Bild für den Weg dieses außergewöhnlichen Augsburger Immobilien-Unternehmers, der heute zu den sichtbarsten Gesichtern der Branche zählt.

Der jüngste Immo-Kongress im Kongress am Park war wieder ein voller Erfolg mit rund 3000 verkauften Tickets, immer mehr Ausstellern und stark nachgefragten Fachvorträgen angesagter Speaker. Max Wolf, der Gastgeber, steht dabei längst nicht mehr nur als Immobilienunternehmer auf der Bühne, sondern auch als Interviewer seiner prominenten Stargäste.

Dabei ging’s ursprünglich nur um ein Netzwerktreffen – aus der Taufe gehoben, um Reichweite zu generieren und neue Immobilienkontakte zu knüpfen. Dass daraus eines der größten Branchenevents dieser Art in Deutschland entstehen würde, war nicht kalkuliert – und vielleicht ist es gerade deshalb so erfolgreich.

Wolfs Erfolgsstory

Dabei hatte Wolfs Erfolgsstory anfangs so gar nichts mit Bühnenshow oder Kameras zu tun. „Mit 18 habe ich gemeinsam mit meiner Frau eine Cateringfirma gegründet. Ich wollte immer selbstständig sein und so habe ich angefangen, nachts Brötchen zu schmieren. Damit haben wir die Betriebsgastronomie beliefert“, erinnert er sich. Nachts schmierten sie Brötchen – tagsüber wurde organisiert, verhandelt, ausgeliefert. „Es waren bestimmt mehrere Millionen Brötchen“, so seine Schätzung – bis zum Verkauf der Firma 15 Jahre später. „Die Nachtarbeit war mit Kindern und Familienleben nicht mehr vereinbar“.

Ein Jahr später startete Max Wolf dann in der Immobilienbranche. Kein Zufall – schöne Häuser gehörten seit jeher zu seinen Leidenschaften. Max: „Das war schon als kleines Kind mein Traum. In der Jugend habe ich mir von meinem Taschengeld die Zeitschrift ,Bellevue‘ gekauft und die schönen Villen darin bewundert“.

Reichweite statt Kaltakquise, Sichtbarkeit statt stilles Kämmerchen

Sein professioneller Einstieg im Jahr 2017 fiel in eine Phase, in der Immobilien knapp waren und Netzwerke entscheidend. Hier setzte Wolf früh auf soziale Medien. Reichweite statt Kaltakquise, Sichtbarkeit statt stilles Kämmerchen. Heute erreicht er nach eigenen Angaben monatlich sechs bis sieben Millionen Menschen auf digitalen Kanälen. Ein Ansatz, der ihm eine Vorreiterrolle einbrachte – und den Kongress erst möglich machte.

Beim jüngsten Kongress wurde erstmals auch eine andere Seite sichtbar. In einer begleitenden Film-Dokumentation zeigte Wolf bewusst interne Konflikte und Fehlentscheidungen. „Instagram ist nicht die ganze Wahrheit“, sagt er. Rückschläge, Streit, schwierige Personalentscheidungen gehörten zum Unternehmerleben dazu – auch wenn darüber selten gesprochen werde. „Im wahren Leben ist halt nicht immer nur alles toll – und alle sind die Besten, Schönsten und Erfolgreichsten.“

„Fuck-up-Story“

Sein Vortrag auf der Bühne des Immo-Kongress hatte den Titel „Fuck-up-Story“ – und markierte höchst emotionale Momente. Das Feedback: positiv, ehrlich, dankbar. „Offenbar haben sich da viele Besucher selbst wiedergefunden“, so Max. Für ihn war es ein Wendepunkt – beruflich wie privat.

Er ordnete Strukturen neu, reduzierte Arbeitszeiten, schuf mehr Raum für die Familie. Seine Frau Andrea und die Kinder profitieren davon, sagt er. „Es ist nicht entscheidend, was dir passiert, sondern was du daraus machst“, fasst Wolf seine Haltung zusammen. Rückschläge seien kein Makel, sondern Teil des Lernprozesses. Ein Detail aus der Doku sorgte dennoch für Gesprächsstoff: In Wolfs Anzügen ist unter dem Jackett der Schriftzug „100 Millionen“ eingestickt. Ein Symbol für sein Umsatzziel – nicht für persönlichen Reichtum, wie er betont. „Ich spreche ungern über Geld“, sagt Wolf. Es gehe um unternehmerische Ziele, nicht um Status. Auch den Begriff „Leit-Wolf“ mag er für sich nicht in Anspruch nehmen. „So sehe ich mich nicht“.

Der Erfolg des Kongresses gibt ihm recht. Er wächst und gedeiht – sowohl, was die Zahlen der Gäste, Aussteller und Vorbestellungen angeht. Was als klassisches Fachformat begann, ist heute Mischung aus Netzwerk, Klassentreffen, Content-Plattform und Event.

Hollywood-Grösse oder Konzert 2027?

Nach dem amüsanten Talk mit Carmen und Robert Geiss, denen Max Wolf im Bühnen-Gespräch auch private Geheimnisse neben ihren Immobilien-Aktivitäten in Südfrankreich und Dubai entlocken konnte, stellt sich freilich die Frage: Welcher prominente Gast wird wohl nächstes Jahr nach Augsburg kommen? „Ich habe ein paar Ideen. Vielleicht gibt’s mal ein Konzert mit einem deutschen oder österreichischen Sänger. Oder vielleicht lade ich eine Hollywood-Größe ein, die aber deutsch spricht. Auch ein Carsten Maschmeyer oder Jürgen Klopp wäre spannend, aber die sind schon sehr schwer zu bekommen. Also abwarten – zuviel Fokus erzeugt Erwartungen, die – bei Nichterfüllung – zu Enttäuschungen werden können“, gibt sich Max Wolf zurückhaltend.

Fest steht jedenfalls: Der Immo-Kongress bleibt ein Fixpunkt im Augsburger Veranstaltungskalender – nicht nur für Fachleute. Denn wen auch immer Max Wolf als Stargast 2027 anheuert – es wird mit Sicherheit wieder jemand sein, der polarisiert. Wie Dieter Bohlen, wie die Geissens. „Genau solche Personen wollen die Menschen doch sehen“, weiß Max Wolf – aus erfolgreicher Erfahrung.

Das ganze Interview im Original-Ton:

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