Früher gab es Stammtische, heute haben sich viele Themen – meist bierseliger Männerrunden – ins Internet verlagert. Kontrovers diskutiert wird dort, wie könnte es in diesen Zeiten anders sein, die Augsburger Kommunalpolitik, vielfach mit Bezug auf OB Eva Weber und ihre „Vize“ Martina Wild von den Grünen. Unser Kommentar (hier nachzulesen) sorgte für Aufregung in den Sozialen Medien.

„Für mich eine der schwächsten Stadtregierungen und OB. Meine Meinung […] Deshalb braucht es neue Besen“, meint Leser Klaus Wüstner. Alexa Schatzi pflichtet bei: „Und nur weil es CSU = christlich soziale Union heißt, wählen viele CSU. Ich kann euch jedoch sagen das hat nichts mehr mit christlich sozial zu tun.“

Wurde zu wenig für die Bürger getan?

Für Regina Kring ist klar: „Wir haben längst entschieden, aber nicht Frau Weber und nicht Frau Wild! Es ist für uns Bürger zu wenig getan worden, in den letzten Jahren.“ Dem hält Matthias Fink, amtierender CSU-Stadtrat und -kandidat, entgegen: „Augsburg ist in herausfordernden Zeiten (Corona, Krieg gegen die Ukraine, Zinswende) gut mit Eva Weber gefahren.“ Was Lara Hammer, Nummer 2 auf der SPD-Stadtratskandidatenliste, naturgemäß anders sieht: „Dr. Florian Freund ist für alle Augsburgerinnen und Augsburger der einzig wählbare Kandidat. Er wird neuer Oberbürgermeister von Augsburg.“

Einwand von Alex Mueller: „…Im übrigen hat’s die SPD zum x-ten Mal in Folge geschafft, bei einer Wahl die nichtssagendsten Plakate zu erschaffen.“ Wer weiß, dass Andreas Jäckel für die CSU im bayerischen Landtag sitzt – und erneut für den Stadtrat kandidiert – weiß seine Stellungnahme einzuschätzen: „Erstmal gehts ja am 8. März in den regulären Wahlgang der K(ommunal) Wahl 2026 in ganz Bayern, bei uns in Augsburg mit der Wahl zum Stadtrat und die Position OB. Da kann man auch Eva Weber gleich zur OB wiederwählen. Und ggf. dann eben in der Stichwahl am 22.3.“

„Brautgeschenke für die Grünen“

22.3. – der Sonntag, wo in ganz Bayern Stichwahlen stattfinden werden, soweit für Landrats- oder Bürgermeisterposten erforderlich. Gerald Johann Lindner ist klar: „Bei so vielen BGM-Kandidat/innen ist es höchst wahrscheinlich, dass es eine Stichwahl geben wird. Nur zwischen welchen Personen kann heute niemand sagen.“

Seine Erfahrung mit Stichwahlen hat der (ehemalige) Augsburger CSU-Politiker Rainer Schaal, der vor sechs Jahren das Amt des Landrats im Unterallgäu anstrebte – und die Stichwahl klar verlor. Er schreibt zur Situation in Augsburg: „Sicher ist doch, dass Weber nach dem ersten Wahlgang vorne liegt. Wahrscheinlich vor dem völlig unbekannten AFD ler. Das wäre dann ‚a gmahde Wiesn‘. Freie und bürgerliche Chancen haben sich im Vorfeld schon selbst zerlegt. Dass Webers Gegner in der Stichwahl Freund heißt, ist nicht wahrscheinlich. Wenn er außerhalb der dünnen SPD-Basis überzeugen könnte, hätte er Chancen. Aber wo? Die CSU ist im noch verbliebenen Kern aktuell stabil. Eher sind es die ca. 20 % AfD Wähler in Augsburg, die Freund bereits versucht anzusprechen. Die sind vor allem gegen Weber. Die gesund schrumpften Grünen sollte die Weber-CSU zur Stichwahl wieder kaufen können. Ausreichend Brautgeschenke gab’s in den vergangenen Jahren. Dieser Einkauf könnte aber der aktuell noch stabilen Rest-CSU Wählerschicht nicht gefallen…“

„Eva ist klar, souverän, überzeugend“

„Parteifreundin“ Mäggi (Margarete) Heinrich, die von der SPD in die CSU-Stadtratsfraktion gewechselt ist und auf der CSU-Liste für den Stadtrat kandidiert, analysiert: „Die Prognose einer Stichwahl zwischen Weber und Freund wirkt eher wie Wunschdenken als wie realistische Analyse. Wer die politische Lage in Augsburg ernsthaft betrachtet, weiß: Platz 2 ist völlig offen, sofern es zu einer Stichwahl kommt – und daher keineswegs automatisch gesetzt. Die SPD kämpft seit Jahren mit schwindender Zustimmung. Das einfach ausblenden, macht eine Vorhersage nicht seriöser. Zwischen Möglichkeit und Wahrscheinlichkeit liegt ein großer Unterschied. Am Ende entscheiden die Bürgerinnen und Bürger an der Wahlurne und nicht vorgefertigte Prognosen. Und die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Augsburg werden sich definitiv für Eva Weber entscheiden.“

Worauf Bernd Heydel antwortet: „Mäggi Heinrich, dann sollten Sie mal die Stimmen aus der Bevölkerung hören.. Selbst eingeschworene Stammwähler der CSU sprechen laut ihren Unmut aus…Und wie war das bei der Nominierung von Frau Weber??? Alle zufrieden bei der CSU.“

Gegenrede Zemlyak Sergey: „Ich war bei einer Podiumsdiskussion, an der auch andere OB-Kandidatinnen und Kandidaten teilgenommen haben. EVA hat ihre Argumente äußerst souverän, klar und überzeugend präsentiert. Sie war fachlich stark, präsent und in ihrer Darstellung einfach herausragend. Für mich ist sie eindeutig die Beste – kompetent, überzeugend und nahezu konkurrenzlos.“

Ein genauer Beobachter der Augsburger Kommunalpolitik ist der in der Stadt vielfach tätige Bauunternehmer Bernhard Spielberger. Seine Diagnose: „Eine Stichwahl ist doch unausweichlich, da Frau Weber noch nicht mal bei Ihrer Parteinominierung überzeugen konnte. Spannend wird sein, wer gegen sie in die Stichwahl kommen wird und ob sie mehr als 25% im ersten Wahlgang erreichen wird. Die AFD hat einen schwachen Kandidaten nominiert. Trotzdem sollte man die Protestwähler nicht unterschätzen. Die Grünen werden ihr Ergebnis von vor 6 Jahren aufgrund zahlreicher linksgrüner Parteien/Kandidaten, welche angetreten sind, nicht wieder erreichen können. Bleibt Herr Freund, dessen Partei (SPD) sich aufgrund der desolaten Bundespolitik im freien Fall befindet. Ausser Herr Freund kann Frau Weber in der Stichwahl niemand ernsthaft gefährden, denn wenn der AFD-Kandidat in die Stichwahl gelangen sollte, heißt es „Alle gegen die AFD“. Das Regierungsbündnis ist einfach, da es für ein Zweierbündnis wohl kaum mehr reichen wird.“

„Kannsch alle Kandidaten knicken“ – Kontroverse Diskussion im Internet anlässlich der bevorstehenden Augsburger Kommunalwahl

Thorsten Frank, Spitzenkandidat von Volt, meint: „Danke an alle, die sich für das Miteinander und die Zukunft unserer Stadt einsetzen.“ Wohingegen Alexandra Ottinger meint: „Da kannsch alle Kandidaten egal von welcher Partei knicken.“

Sabine Wuchterl nennt ein konkretes Beispiel: „Wenn man ein bisschen die Augen aufmacht, dann sieht man, dass eben doch viel gemacht wurde. Ich sehe bei mir in Haunstetten zb. einen Schulneubau und einen neuen Kindergarten. Alle Schulen und Sportstätten kann man nicht gleichzeitig neu bauen oder sanieren, dass geht nur Step bei Step. Aber im Gegensatz zu den vorigen Regierungen wird momentan sehr viel getan. Das alles trotz des umstrittenen Theaterbaus und dem Bahnhofumbau.“

Vergleichbar der Post von Josef Genswürger: „Viele Schulen wurden gebaut kurz vor der Eingemeindung (Gebietsreform 1972) Das sind die Erhard Wunderlich Halle, das Bad in Göggingen und Haunstetten, Johann-Strauß, Inningen, Friedrich Ebert und mehr. Seit der Fertigstellung wurde nichts mehr, oder sehr wenig investiert! Das alles jetzt den Grünen anzulasten ist verdammt unfair!“

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