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Dienstag, 10. März 2026

Wie „unsere“ Mona Schafnitzl die Lage in Dubai erlebt

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Iranische Angriffe im Influencerparadies: Dubai galt lange als sicherer Hafen. Viele Online-Sternchen schätzten das Emirat wegen der Sicherheit und niedrigen Steuern. Doch seit einigen Tagen ist die Idylle vorbei. Wie sie die Lage vor Ort wahrnimmt, hat „unsere“ Augsburgerin in Dubai, Mona Schafnitzl, dem Augsburg Journal REPORTER geschildert.

Die 30-Jährige fliegt seit 2019 immer wieder nach Dubai, lebt dort nun fest. Im Januar hat sie sich komplett aus Deutschland abgemeldet. Sie wohne allein in einer Wohnung in einer Community, also einem geschlossenen Bereich inklusive Supermärkten usw.. Ihren Alltag mag sie: „Ich liebe es, in der Community zu sein, etwa schnell auf der Straße, aber bin auch gern in Downtown und am Strand.“ Aktuell arbeite sie weniger als Model. Sondern als (Online-)Coach mit eigener Firma.

Ihr Partner Josh McCartney (33), ehemals als Musiker in Australien bekannt, lebt bereits seit elf Jahren in Dubai, verdient seine Brötchen als Public Speaking und Sales Trainer. Sie berichtet uns: „Am 28. Februar waren wir unterwegs, sind nach Hause gefahren. Abends war ein Streifen am Himmel, aber nach fünf Sekunden wieder weg. Da hab ich mich gewundert. Wir haben die ganze Zeit versucht, weitere Drohnen zu sehen, aber da war nichts“. Das könnte aber auch daran liegen, dass sie mehr im Landesinneren wohne. „Wir hören ab und an etwas, aber das könnten auch Bauarbeiten, Autos oder Iftar-Bomben um 18.30 Uhr sein“, also die Kanone zum Sonnenuntergang, die den Menschen signalisiert, dass sie ihr Fasten zum Ramadan brechen können.

Mona Schafnitzl: Alles sei normal

Fühlt sie sich denn sicher in Dubai? „Absolut“, sagt Mona Schafnitzl. „Das Einzige, was ich gemerkt habe: Wir haben eine Baustelle nebenan. Da ist gerade nur eine Person, sonst hunderte Bauarbeiter. Das kann aber auch am Ramadan liegen.“

Sie habe auch nicht viel mitbekommen: „Am 1. März habe ich eine Warnmeldung von der Regierung aufs Handy bekommen, dass man zuhause bleiben soll. Ansonsten ist es wirklich spannend: Hätte ich kein Social Media, würde ich nicht mitbekommen, dass etwas los wäre.“ Sie habe nur bemerkt, dass bei einer Taxi-App keine Taxis mehr fuhren. Ansonsten sei alles normal: Sie könne normal weiter einkaufen. Es gebe auch keine Hamsterkäufe.

Denkt sie nun ans Ausreisen? „Nein, das ist keine Option. Auch bei Corona habe ich mir überlegt: Wo würde ich mich wohler fühlen? Immer in Dubai: Die Regierung hat das unter Kontrolle“, ist sie sicher. Angst? Habe sie keine. „Ich kann mir natürlich vorstellen, dass man am Meer mehr Angst hat, weil da mehr Drohnen sind.“ Aber bei ihr in der Nähe kämen nur Trümmerteile der Drohnen runter, die könnten natürlich die Straße demolieren.

Mona Schafnitzl: „Ich wusste, bevor ich hergezogen bin, dass man nichts Falsches über Dubai sagen darf“

Aktuell posten viele Influencer, die in Dubai leben (sie nicht), Videos mit dem gleichen Wortlaut: Zuerst die Frage: „Du lebst in Dubai, hast du gar keine Angst?“, dann: „Nein, weil ich weiß, wer uns schützt.“ Viele blenden bei diesen Worten Scheich Muhammad bin Raschid al-Maktoum, Herrscher von Dubai, ein. Zum Teil stimmen Wortwahl, Bilder und auch Musik überein. Einige Kommentatoren und Medien vermuten hinter den Videos eine Kampagne. Die Kritik an Influencern könne sie nachvollziehen, sagt Mona Schafnitzl. Aber: „Ich wusste, bevor ich hergezogen bin, dass man nichts Falsches über Dubai sagen darf. Ich weiß auch, dass man für KI-generierte Videos Strafen bekommt.“ Und ergänzt: „Was ich extrem gut finde, weil man nur auf die Regierung schaut.“

Und die Kritik an Menschenrechtsverletzungen? „Als ich früher immer hierher geflogen bin, habe ich Arbeiter und Putzfrauen gefragt: Wie geht’s euch? Jeder hat mir gesagt, sie sind so gut behandelt. Von allen, mit denen ich gesprochen habe, habe ich nur Positives gehört“, gibt sie auch nach mehrmaliger Nachfrage zu Protokoll. „Wenn man in Deutschland lebt, kann man es nicht verstehen. Deutschland ist sehr konträr zu Dubai. Hier unterstützt einen der Staat, die Menschen sind dankbar, wenn sie arbeiten dürfen.“

Mona Schafnitzl: „Die meisten, die hier wohnen, wollen bleiben“

„Die meisten, die hier wohnen, wollen bleiben. Nur ein guter Freund, der auf Besuch war, ist ausgereist. Im Eins-zu-Eins-Gespräch habe ich von niemandem gehört, der raus will. Aber ich bin auch mehr im Landesinneren.“ Sie könnten auch ohne Probleme mit dem Auto umherfahren.

Mit Blick aus ihrer Wohnung in Dubai, aus der sie mit dem AJ REPORTER telefoniert, sagt sie: „Ich sehe gerade aus dem Fenster und da ist nichts.“

Sie ist sehr überzeugt von der Wahl ihres neuen Wohnorts: „Sehr erschreckend finde ich: Wenn wir zum Beispiel sagen, dass wir dem Staat vertrauen, kommt dann Gegenwind von den Deutschen. Oder wenn jemand ausreisen möchte, kommt: ‚Jetzt sollen sie alle in Dubai bleiben.‘ Ich finde es erschreckend, dass dann diese Neidkultur durchkommt. Aber man will ja auch zum Beispiel mal ausreisen, um seine Familie zu besuchen.“

Mona Schafnitzl und ihr Partner Josh McCartney

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