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Dienstag, 24. März 2026

Baustelle FC Augsburg: Falsches Werkzeug bei der Pleite gegen Stuttgart

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Durch die dritte Niederlage in Serie gegen ein Top-Fünf-Team droht der FC Augsburg den Sichtkontakt zu den europäischen Plätzen zu verlieren und die Saison mal wieder im Niemandsland der Tabelle austrudeln zu lassen. In der Länderspielpause sind Manuel Baums Qualitäten als Motivator gefragt.

Wer Spielern und Verantwortlichen des FC Augsburg dieser Tage zuhört, könnte beinahe meinen, die Arbeit in einem Fußballclub gleiche der eines Baumarkts. Bereits im Vorfeld der Partie sprach Trainer Manuel Baum davon, für das sehr dicke Brett VfB Stuttgart bräuchte es ein schweres Gerät, um es zu bohren. Diesem Vergleich schloss sich Interims-Kapitän Keven Schlotterbeck nach Spielende nahtlos an. „Fünf Gegentore sind ein Brett – so gewinnst du kein Bundesligaspiel“, begann er seine Ausführungen. Nicht nur der Gegner, auch das Ergebnis gleiche also dem metaphorischen Holzstück, für das der FC Augsburg am späten Sonntagabend nicht das nötige Werkzeug im Repertoire hatte. Baums Mannschaft hatte gerade in der ersten Halbzeit statt eines durchschlagskräftigen Schlagbohrers nur einen Schraubenzieher mitgebracht und das eigene Tor nicht mit genug Nägeln versehen. Folgerichtig stand es bereits nach den ersten 45 Minuten 0:3 aus Sicht der Gastgeber.

Mit dem personellen Dreifachwechsel zur Pause änderte sich nicht nur das Gerät der Augsburger Offensive – der Schraubenzieher wurde durch einen Akkubohrer ersetzt – sondern auch die Statik des Spiels. Während es die Stuttgarter erschöpfungsbedingt etwas ruhiger angehen ließen, gelang den Fuggerstädtern der schnelle Anschluss und damit das erste kleine Loch im Stuttgarter Gebälk. Da die eigenen defensiven Werkzeuge in dieser Partie weiter nur eingeschränkt funktionierten, verpuffte das Tor zum 1:3, denn postwendend fiel das 1:4 und damit die endgültige Vorentscheidung. Das zweite Loch im Stuttgarter Brett sorgte beim Team von Sebastian Hoeneß ebenfalls nicht für Beunruhigung. Genau wie ein gut ausgestattetes Schreinerunternehmen hatte es immer den passenden Bohrer und Schraubenschlüssel dabei und hielt den Drei-Tore-Vorsprung bis zum Schlusspfiff aufrecht.

Die Stimmung beim FC Augsburg nachvollziehbarerweise leicht gedrückt

Nach drei Niederlagen in Serie ist die Stimmung beim FC Augsburg nachvollziehbarerweise leicht gedrückt. Mit einem immer noch soliden Punktepolster auf die Abstiegsränge von sieben Punkten ist die gefühlte Gefahr zwar weiterhin klein, darf aber nicht in einen dauerhaften Feierabend-Modus in der laufenden 34 Einheiten währenden Bundesliga-Baustelle führen. Bloß nicht erneut gegen Saisonende die Köpfe und Füße hängen lassen, lautete schon vergangene Saison die Anforderung an den damaligen Trainer Jess Thorup. Dieser musste zweimal in Folge dabei zusehen, wie seine Mannschaft in den letzten Spieltagen eine eigentlich aussichtsreiche Ausgangslage ohne Not herschenkte.

Baum wird in der Länderspielpause nun gefragt sein, tiefer in die psychologische Trickkiste zu greifen als sein Vorvorgänger. Bis dato ist der 46-jährige Fußballlehrer gut damit gefahren, der jeweiligen Vorbereitungsphase ein Motto zu unterstellen. Vor dem letzten Ligasieg gegen Köln motivierte er die Mannschaft mit dem Vergleich eines hungrigen Bären, der weiter gierig nach Punkten sein müsse. Vielleicht wandern die Analogien vor der Partie beim HSV in den kommenden Tagen von der Baustelle zurück ins Tierreich.

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