Seit dem Weggang von Ermedin Demirovic wartet man beim FCA sehnsüchtig auf einen passenden Spieler, der dessen Scoring-Output zumindest ansatzweise ersetzen kann. Gefunden hat man bis dato noch keine tragfähige Alternative, obwohl man es versuchte.
Alleine im Sommer tätigte der Club viele Transfers, insgesamt zehn Spieler stießen neu zum Verein. Manche wie Kyliane Dong wurden direkt weiterverliehen, andere spielten sich wie etwa Robin Fellhauer, Fabian Rieder oder Anton Kade in die erste Elf. Unter den Neuzugängen befand sich auch Elias Saad. Der Flügelflitzer kam von St. Pauli als potenzieller Unterschiedsspieler für die Offensive in den Club. Nun wurde er an Hannover 96 in die 2. Liga ausgeliehen. Seine Entwicklungskurve zeigte in Augsburg klar nach unten.
Ebenfalls verliehen wurde Aiman Dardari, der bis Saisonende zum Kleeblatt nach Fürth wechselte. Um deren Stellen in der Offensive aufzufüllen, sicherte sich der FCA nach der Leihe von Michael Gregoritsch in der vergangenen Wioche auch das portugiesische Talent Rodrigo Ribeiro von Sporting Lissabon. Das entschiedene Ziel hinter all dem: In der restlichen Saison unbedingt mehr Tore zu erzielen als noch in der Hinrunde. Die Ironie am ganzen Transfergebaren ist: Wirkliche Goalgetter konnte der FC Augsburg bislang keine in seine Mannschaft lotsen.
Michael Gregoritsch will mit Österreich zur WM
Michael Gregoritsch will mit Österreich zur WM, das ist kein Geheimnis. In der Qualifikation gelang ihm dafür das entscheidende Tor. In der Bundesliga traf Gregoritsch zuletzt in der Saison 2022/23 zweistellig. Immerhin war seine Ausbeute in der darauffolgenden Spielzeit mit sieben Toren und fünf Assists auch noch ganz ordentlich, danach ging es jedoch rapide bergab: In Brøndby schoss er in der Hinrunde der aktuellen Saison nur noch zwei magere Tore, wohlgemerkt in einer schwächeren dänischen Liga. Ob er eine Soforthilfe mit Torgarantie sein kann, ist daher zumindest fraglich.
Bei Rodirigo Ribeiro, für den man sich Berichten zufolge eine Ausstiegsklausel von fünf Millionen Euro sichern konnte, stellt sich die Sachlage wie folgt dar: Der 20-Jährige erzielte erst ein einziges Tor in Portugals höchster Spielklasse. In der laufenden Saison spielte er in Sportings zweiter Mannschaft, traf dort in elf Spielen fünf Mal. Als Spieler mit Potenzial für die Zukunft kann man Ribeiro daher sicherlich bezeichnen, als sportliche Soforthilfe mit Torgarantie eher nicht.
Bereits im Kader befinden sich Samuel Essende, der in der letzten Saison immerhin acht Tore erzielen konnte, sowie Alexis Claude-Maurice, der Topscorer der vergangenen Spielzeit. Beide konnten bis dato aus unterschiedlichen Gründen nicht an ihr ehemaliges Niveau anknüpfen, Claude-Maurice immerhin scheint aktuell seine Form wiederzufinden. Phillip Tietz wechselte vor wenigen Tagen zu Abstiegskonkurrent Mainz 05 und steuerte beim 2:1-Sieg gegen Heidenheim einen Assist bei. Einzig Anton Kade kann man in der bisherigen Saison von den Offensivkräften eine positive Entwicklung attestieren. Der 22-Jährige ist allerdings gelernter Außenverteidiger. Er wird kaum die gesamte Angriffslast über die Rückrunde hinweg tragen können.
Fazit:
Der FC Augsburg wurde in der Winterpause aktiv, gab Elias Saad, Aiman Dardari und Phillip Tietz ab, dafür kam Michael Gregoritsch zurück und Rodrigo Ribeiro neu dazu. Weitere Verpflichtungen sind möglich, aber nicht unbedingt wahrscheinlich. Beide Neuzugänge stehen in ihrer aktuellen Form nicht für Tore am Fließband, Gregoritsch bringt immerhin Erfahrung und WM-Motivation, Ribeiro Entwicklungspotenzial mit. Ob man sich damit im Abstiegskampf wirklich verstärkt hat, bleibt abzuwarten.
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