Fußball oder „the beautiful game“, zu Deutsch: das schöne Spiel. Eben dieses wollte der FC Augsburg in dieser Saison endlich in der Bundesliga etablieren. Dafür holte man das Trainertalent Sandro Wagner ins Boot. Doch dem gelang es aus unterschiedlichen Gründen nicht, seinen vollmundigen Worten entsprechende Taten folgen zu lassen. Mit Manuel Baum ist der Pragmatismus zurückgekehrt, der gegen Heidenheim mal wieder zu einem Sieg führte. Mit dem schönen Spiel hatte das Spiel gegen Heidenheim allerdings nichts gemein.
Das Fazit des Spiels hatte FCA-Kapitän Keven Schlotterbeck am späten Sonntagnachmittag schnell gezogen. „Es war ein extrem wichtiger Sieg. Wir haben Heidenheim auf Abstand gehalten und die Punkte hierbehalten.” So einfach sind die Dinge manchmal in der Bundesliga. Dank der drei Punkte schiebt sich der FC Augsburg auf Rang 11 in der Tabelle vor, während es für die Mannschaft von Frank Schmidt langsam immer düsterer wird im Tabellenkeller. Dass der Sieg weder schön erspielt noch anzuschauen war, konnte Schlotterbeck nach Schlusspfiff nicht abstreiten. „Ich glaube, ich wäre eingeschlafen vorm Fernseher“, gab der Innenverteidiger unumwunden zu. Durch ein Foulspiel an ihm in der Schlussphase schafften es die Augsburger, das Spiel spät auf ihre Seite zu ziehen. „Es war ein klarer Elfmeter, klarer kann es nicht sein: Er reißt mich um, sonst stehe ich frei und nicke ihn ein“, sagte Schlotterbeck. Auch bei den Gästen hatte keiner Einwände gegen den Pfiff von Schiedsrichter Felix Zwayer. Der erfahrene Unparteiische war extra in die Fuggerstadt beordert worden, um einen reibungslosen Spielverlauf zu gewährleisten, nachdem die Augsburger in den letzten Wochen ein ums andere Mal falsche Elfmeterentscheidungen gegen sich zu verkraften hatten.
Dieses Mal kein Elfmeter-Frust beim FCA
Obwohl die Partie von Schiedsrichterseite aus fehlerfrei geführt wurde, ist bei den Augsburger Verantwortlichen der generelle Unmut und Frust über den VAR nicht verschwunden. Geschäftsführer Michael Ströll forderte vor dem Spiel sogar ligaübergreifend noch einmal dazu auf, eingehend über den Videobeweis zu sprechen. Dieser gehöre laut zahlreichen Bannern der FCA-Fans, die vor Spielbeginn hochgehalten wurden, gänzlich abgeschafft. Dass der VAR in der aktuellen Form zumindest reformierungsbedürftig ist, darüber herrscht großflächige Einigkeit. In welcher Form dies geschehen könnte, dürfte wohl nach der Saison erneut zu besprechen sein.
Bis dahin geht es für Keven Schlotterbeck und den FCA erst einmal darum, sich kommenden Samstag in Wolfsburg ein weiteres Punktepolster zu verschaffen. Die Wölfe rangieren derzeit mit 20 Punkten auf Platz 15 und damit tief im Abstiegskampf. Die Hoffnungen auf einen sportlichen Leckerbissen oder ein Stück mehr auf der Reise hin zum schönen Spiel sollten sich daher in Grenzen halten. Die Aussicht auf Punkte hingegen ist aus Augsburger Sicht nach dem überzeugenden 3:1-Sieg in der Hinrunde, dem wohl einzigen Highlight-Spiel unter Sandro Wagner, durchaus gegeben. jk
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