Insgesamt fünf Spieler auf Leihbasis hat der FC Augsburg aktuell im Kader. Das bedeutet in der Regel Spieler auf Zeit. Fußballer, die nach einer halben oder ganzen Saison, manchmal sogar auch nach zwei, zu ihrem eigentlichen Verein zurückkehren. Doch immer öfter sind in diese Leihmodelle Kaufoptionen einklausuliert, die es dem leihenden Verein gegen eine gewisse Summe erlaubt den Spieler nach Ablauf der Leihfrist fest zu verpflichten. Wie es in dieser Hinsicht aktuell bei Rodrigo Ribeiro, Michael Gregoritsch und Co aussieht und wer gegen den HSV starten könnte.

Ein Brasilianer in der Defensive

Arthur Chaves: Der letzte Neuzugang der Wintertransferperiode ist ein Brasilianer. Anders als viele seiner fußballspielenden Landsmänner definiert sich Chaves aber nicht über eine exquisite Ballbehandlung, eine überragende Technik oder den Hang zu technisch anspruchsvollen Showeinlagen, sondern über knallharte Arbeit gegen den Ball. In einem Interview mit dem Augsburg Journal erklärte er den Unterschied zwischen dem deutschen Fußball und Brasilien wie folgt: „In der Bundesliga geben die Stürmer immer 100 Prozent, und du als Verteidiger musst das auch tun, um zu bestehen. Ich liebe diesen Stil. Die Intensität hier ist verrückt, es ist viel aggressiver als etwa in Brasilien. Dort ist es technischer, hier geht es mehr zur Sache, es gibt mehr Tacklings. Aber genau das liegt mir.“ Dass der 25-Jährige aber auch vor dem gegnerischen Tor in Erscheinung treten kann, bewies er direkt bei seinem ersten Einsatz für Rot Grün Weiß, als er zum zwischenzeitlichen 1:1 gegen den Rekordmeister traf und damit den Überraschungserfolg einläutete. Trotz dieser vor allem zu Beginn starken Leistungen ist Chaves bis dato kein Stammspieler geworden. Zuletzt wurde er gegen Stuttgart zur Halbzeit für Noahkai Banks eingewechselt, konnte den Drei-Tore-Rückstand aber auch nicht mehr wettmachen. Angesichts des im Sommer wieder anwachsenden Konkurrenzkampfs in der Abwehr – sowohl Jeffrey Gouweleeuw, Noahkai Banks, Cedric Zesiger, Chrislain Matsima als auch Keven Schlotterbeck können auf seiner Position spielen – erscheint es derzeit offen, ob der FC Augsburg die Kaufoption aktiviert. Die Summe soll Berichten zufolge bei etwa sechs Millionen Euro liegen. Viel wird wohl davon abhängen, ob die Augsburger im Sommer Leistungsträger wie Banks oder Matsima verkaufen oder diese eine weitere Spielzeit im Verein bleiben. Gegen den HSV dürfte er zunächst wieder auf der Bank Platz nehmen.

Rodrigo Ribeiro soll über den Sommer hinaus bleiben

Rodrigo Ribeiro: Der 20-jährige Portugiese schlug beim FC Augsburg bisher ein, wie erhofft, erzielte zwei Tore und darf Woche für Woche wertvolle Spielpraxis sammeln. Seine Konkurrenz Michael Gregoritsch und Uchenna Ogundu hat er dabei (vorerst) auf die Bank verdrängt. Wie das Fachmagazin Kicker am Montag berichtete, will der FCA die etwa fünf Millionen Euro betragende Kaufoption aktivieren und das Talent langfristig an den Club binden. Erst kürzlich betonte er im Interview mit dem Augsburg Journal, wie wohl er sich in der Fuggerstadt fühle. „Ich mache viele Laufwege in den Raum hinter die Abwehrkette. Aber ich kann auch vorne als Wandspieler agieren, den Ball festmachen und mit meinen Mitspielern kombinieren. Ich habe eine gute Technik“, erklärte er darüber hinaus seinen Spielstil. Auch mit dem Hintergedanken, Ribeiro aufzubauen und in Zukunft irgendwann einmal für noch mehr Geld weiterzuverkaufen, dürfte das Geld im talentierten Stürmer gut angelegt sein. Für Samstag stehen seine Einsatzchancen beim Aufsteiger aus Hamburg wieder gut, Manuel Baum vertraut ihm als alleinige Spitze.

Bei Gregoritsch ist die Zukunft offen

Michael Gregoritsch: Für eine WM-Perspektive wagte Michael Gregoritsch den Schritt aus Brondby zurück in seinen Ex-Club für den er nun zum dritten Mal in seiner Karriere aufläuft. Trotz einer soliden Ausbeute von drei Treffern und einer Vorlage ist auch seine Zukunft in Augsburg offen. Zuletzt kam der Österreicher zumeist von der Bank, Manuel Baum bevorzugte eher den schnelleren und jüngeren Rodrigo Ribeiro. Bei den letzten drei Niederlagen kam er jeweils zu Kurzeinsätzen, machte es gegen Stuttgart über die zweite Halbzeit aber besser als der junge Portugiese zuvor. Bei der Nationalmannschaft trumpft der 31-Jährige aber weiter auf, traf beim 5:1 gegen Ghana einmal selbst und legte einen weiteren Treffer auf. Trotz einer Rotationsrolle beim FCA sollte seinem WM-Traum nichts im Wege stehen. Ob der Club die Kaufoption, die bei etwa einer Million Euro liegen soll, im Sommer wirklich zieht, ist offen und liegt an der generellen Ausrichtung des Clubs. Mit (aller Voraussicht nach) Ribeiro und Uchenna Ogundu haben die Augsburger bereits zwei Stürmer für die kommende Saison im Kader. Ob den jungen Wilden ein erfahrener Gregoritsch an der Seite guttun würde, wird sich zeigen. Gegen den HSV darf sich der Ex-Schalker aber auf jeden Fall Einsatzchancen ausrechnen, wenn auch voraussichtlich nur von der Bank aus.

Keitel und Gharbi mit wenigster Einsatzzeit der FCA-Leihspieler

Yannik Keitel: Der Defensiv-Allrounder kam ebenfalls im Winter und wohnt im gleichen Haus wie Michael Gregoritsch. Kommt in seiner Zeit in Augsburg aber verletzungsbedingt auf gerade einmal 101 Spielminuten. Zuletzt zwang ihn eine hartnäckige Schleimbeutelentzündung zum Kürzertreten. Ob er am Samstag schon wieder eine Option für den Kader ist, wird sich zeigen. Eine nachhaltige Bewertung fällt aufgrund der begrenzten Spielzeit schwer. Bietet zwar eine hohe positionelle Flexibilität und kann vom spielerischen Niveau beim FC Augsburg mithalten, ob er über den Sommer hinaus bleibt, ist bis dato aber nicht absehbar.

Ismael Gharbi: Der in Paris geborene Mittelfeldspieler mit der spanischen und tunesischen Staatsbürgerschaft fällt beim FC Augsburg in die Kategorie Zocker, die Ex-Trainer Sandro Wagner gerne im Kader hatte. Insgesamt kommt der 21-Jährige auf erst 87 Spielminuten, oft fehlt er sogar gänzlich im Kader. Im Jahr 2026 bekam er von Baum erst eine Chance, sich zu beweisen, und das in der Schlussphase bei der 4:0-Niederlage gegen Gladbach. Gilt als guter Techniker und wuseliger Offensivmann auf den Halbpositionen. Aktuell sieht es danach aus, als würde er nach der Saison zum SC Braga zurückkehren. Auch in Hamburg dürfte Gharbi wieder ohne Einsatzzeit bleiben.

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