Ob sie wohl traurig sein wird an jenem nicht mehr fernen Tag, wenn sie ihre Schlüssel abgibt und ein letztes Mal „Servus“ sagt? Zu 1250 Tieren und zu ihren 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern? Barbara Jantschke (63) zuckt mit den Schultern, „ich weiß es nicht“, sagt sie. Nach 24 Jahren auf dem Chefsessel des Augsburger Tiergartens geht dieser Tage die Amtszeit der Zoodirektorin zu Ende, beginnt für sie die Ruhephase der Altersteilzeit.

Tiere, die ebenso so lang wie Jantschke im Zoo gewesen sind oder gar noch länger? Freilich gebe es die, so die Zoologin, die als Dreijährige beschlossen hat, in einem Zoo arbeiten zu wollen. Spontan nennt sie die Esel des Zoos – oder die Schimpansen, die als Menschenaffen eine ähnliche Lebenserwartung hätten wie Menschen. Schimpanse Coco merkt nicht, dass wir über ihn sprechen. Gemächlich räkelt er sich in seinem Baumhaus, positioniert den Kopf an einem sonnigen Plätzchen und schließt die Augen. Ob er, geboren im Jahr 1988, merken wird, dass Jantschke nicht mehr da ist? Gut möglich, ist der Schimpanse, bekannt als „malender Affe“, doch den Umgang mit Menschen mehr als gewöhnt.

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