Wenn der FC Augsburg am kommenden Sonntag um 15.30 Uhr gegen Heidenheim antritt, dann wird er genau um die Tabellenkonstellation wissen, die ihm bei Sieg oder Niederlage drohen könnte. Alle anderen Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt spielen vor den Fuggerstädtern. Der Druck, das Heimspiel gewinnen zu müssen, dürfte aber auch trotz etwaiger Schützenhilfe der Konkurrenz immens sein.
In Augsburg schmerzen nicht nur die Erinnerungen an das vergangene Wochenende, als man mal wieder durch eine hanebüchene Elfmeterentscheidung in Rückstand geriet und sich letztendlich Mainz 05 geschlagen geben musste, sehr. Ähnlich präsent sind nämlich die Erinnerungen an das Hinrundenspiel gegen Heidenheim, das völlig zu Recht mit 1:2 verloren ging. Damals noch unter Trainer Sandro Wagner lieferten die Augsburger eine über die komplette Spieldauer indiskutable Leistung ab, kamen kaum zu eigenen Chancen und trafen das Tor erst in der 98. Minute, als die Partie längst entschieden war. Diese Zeiten möchte man unter Manuel Baum keinesfalls wieder aufleben lassen. Einzig der schwache Auftritt zu Jahresbeginn gegen Borussia Mönchengladbach erinnerte noch an die zahlreichen Totalausfälle aus der zweiten Jahreshälfte 2025.
Zeugnis eines deutlich verbesserten und stabileren FCA waren nicht zuletzt die jüngsten drei Auftritte mit den beiden Siegen gegen Bayern und St. Pauli, aber auch bei der Niederlage in Mainz. Dort startete man zwar durch den Elfmeter ungünstig in die Partie, übernahm dann aber die Kontrolle und erspielte sich mehrfach die Chance zum Ausgleich. Allen voran Alexis Claude-Maurice befindet sich nach wie vor in guter Form und auch Mert Kömür legte ein solides Startelfcomeback hin, vergab allerdings in der 77. Minute die beste Chance zum 1:1.
Indiskutable Leistung in der Hinrunde
Logischerweise war nach Spielschluss der Frust über den VAR immens. Elfmeter-Verursacher Elvis Rexhbecaj sprach sogar davon, den Videobeweis gänzlich abschaffen zu wollen. „Vom Gefühl her regt er jeden auf. Deshalb lieber keinen, dann haben wir eine menschliche Entscheidung. Es gibt genauso Fehler, wir regen uns auf wie früher, fertig aus. Aber mit Bildern Fehlentscheidungen zu treffen, geht eigentlich nicht. Es wird viel Geld für die Videotechnik ausgegeben. Man kann zoomen, aus jedem Blickwinkel draufschauen. Und dennoch gibt es viel zu viele Entscheidungen, die einfach falsch sind“, ärgerte sich der Mittelfeldspieler.
Ähnlich sah es Kapitän Keven Schlotterbeck, der mittlerweile genervt von den ganzen Debatten um den VAR ist. „Die Diskussion bin ich mittlerweile leid, Woche für Woche reden wir über dieselben Themen. Wir wollten das direkte Duell heute unbedingt gewinnen und sind natürlich enttäuscht, dass wir mit leeren Händen nach Hause fahren müssen. Mit unseren Fans im Rücken wollen wir gegen Heidenheim wieder punkten.“
Der FCA dürfte gewarnt sein…
Das Spiel gegen die Mannschaft von Frank Schmidt wird allerdings kein Selbstläufer. Obwohl der 1. FC Heidenheim vier der letzten fünf Spiele verlor, gab sie dennoch kein katastrophales Bild ab. Gegen den BVB verlor man knapp 2:3 und auch beim 0:2 gegen den HSV hatte man mehr Großchancen als der Gegner. Der FCA dürfte daher gewarnt sein: Eine weitere Niederlage und die Luft im Abstiegskampf droht dünner zu werden, drei Punkte und der Blick in der Tabelle darf sich eher nach oben richten.
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