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Für Ökumene

Friedenspreise für Kardinal Marx & Landesbischof Bedford-Strohm

Die Verleihung des Augsburger Friedenspreises  im Goldenen Rathaussaal war in mehrfacher Hinsicht eine besondere Veranstaltung. Zum einen fand sie – geprägt von Corona – im kleineren Kreis statt. Nur jeder fünfte Platz war besetzt. Zum anderen deshalb, weil es erst zum zweiten Mal nach 2005 zwei Preisträger gibt: den evangelischen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm sowie den katholischen Erzbischof Reinhard Kardinal Marx.

Dennoch standen nicht nur kirchliche Themen und Fragen der Ökumene im Mittelpunkt. Vielmehr  wurden aktuelle Sorgen und Entwicklungen angesprochen, etwa zunehmend verhärtete Fronten (auch was Corona-Maßnahmen angeht) wie auch die Sehnsucht nach mehr Miteinander. Laudator und Ex-Bundespräsident Joachim Gauck betonte, dass der Friedenspreis auch nach 35 Jahren ein wertvolles Zeichen für die Gesellschaft ist – gerade in Zeiten, in denen Normen verloren gehen und durch Populismus und Spaltung Vernunft und Toleranz in Frage gestellt würden. Werte, wie sie die Geehrten vertreten, bekommen eine noch größere Bedeutung. Sie geben den Menschen Orientierung.

Bereits davor hatte Oberbürgermeisterin Eva Weber Friedensfest und -preis als gesellschaftliches Zeichen für Toleranz, solidarisches Miteinander und gegenseitigen Respekt bezeichnet. Weber zitierte den verstorbenen Astrophysiker Stephen Hawking: „Das Überleben der Menschheit hängt davon ab, ob sie Empathie retten kann.“ Und wie einst Indira Gandhi meinte die Stadtchefin: „Mit einer geballten Faust kann man keinen Händedruck wechseln.“

Die Geehrten selbst dankten für die Ehrung und verdeutlichten einmal mehr, wie wichtig ein friedvolles Miteinander sei. Zur Tradition gehörte es, dass sich Bedford-Strohm und Kardinal Marx ins Goldene Buch der Stadt eintrugen. Die Geehrten übergaben das Preisgeld (12.500  Euro) an die Obdachlosenhilfe in Bayern, wofür es einmal mehr Applaus gab von den knapp 100 Ehrengästen. Mit dabei waren u. a. Bischof Bertram und Weihbischof Anton Losinger, die früheren Oberbürgermeister Peter Menacher, Paul Wengert und Kurt Gribl, Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth, die Jury-Mitglieder mit Regionalbischof Axel Piper an der Spitze, Abgeordnete sowie nicht zuletzt der einzige Friedenspreisträger aus Augsburg, Helmut Hartmann.

 

Heinrich Bedford-Strohm

Landesbischof d. Evangelisch-Lutherischen Kirche

Dr. Heinrich Bedford-Strohm kam 1960 in Memmingen zur Welt. Er ist mit Deborah Bedford-Strohm verheiratet und hat drei Kinder. Nach zahlreichen theologischen Stationen war er von 2004 bis 2011 Lehrstuhl-Inhaber für Systematische Theologie und Gegenwartsfragen an der Uni Bamberg. Seit 2011 ist er Landesbischof und seit 2014 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland. Und neben vielen weiteren Ämtern gehört er auch der Ökumene-Kommission der Vereinigten Evangelischen Kirche Deutschlands und der Deutschen Bischofskonferenz an.

 

Reinhard Kardinal Marx

Erzbischof München & Freising 

Ex-Vorsitz. d. Bischofskonferenz

Foto: Erzbischöfliches Ordinariat München (Fotograf: Klaus D. Wolf)

Dr. Reinhard Kardinal Marx wurde 1953 in Geseke (Westfalen) geboren. Nach dem Theologie- und Philosophiestudium folgten ebenfalls viele Stationen – etwa Titularbischof von Pedena, Weihbischof in Paderborn sowie Bischofsvikar und ab dem Jahr 2001 Bischof von Trier.

2007 wurde Marx Erzbischof von München und Freising und 2010 in das Kardinalskollegium aufgenommen. Zudem wurde er in eine Kardinalsgruppe zur Beratung von Papst Franziskus berufen und war von 2014 bis 2020 Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz.

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