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Montag, 19. Januar 2026

Theater in der Frauentorstraße: Dramatische 140

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Helden“ heißt das neue Stück des Theaters in der Frauentorstraße, das bis 16. November läuft – ein passender Titel für eine Bühne, die seit 140 Jahren existiert. 1885 als „Dramatisches Monatskränzchen“ gegründet, spielte man anfangs privat, später unter wechselnden Namen und öffnete sich dem Publikum. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Gruppe die erste, die von der US-Kulturabteilung wieder zugelassen wurde. Seit 1960 hat das Theater im Kolpinghaus eine feste Heimat. Aus dem Amateurtheater wurde in den 90ern das „Theater in der Frauentorstraße“ (TiF).

„Wir sind kein Amateurtheater, wir sind ein Laientheater“, sagt Carolin Köhler, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit. Beruflich arbeitet sie im Online-Marketing, abends probt sie für die Herbstpremiere. Das TiF sei bis heute Generationensache, erklärt Regisseur Hans Oebels, dessen Sohn Christoph eine Hauptrolle spielt. Familien wie die Ritters prägen den Verein seit Jahrzehnten. Gleichzeitig können Neue schnell Verantwortung übernehmen: Julia Licitar, seit 2019 dabei und zweite Vorsitzende, arbeitet inzwischen auch in der Maske. Ihre Tochter liebt die Theateratmosphäre.

Das Theater in der Frauentorstraße zeigt jährlich ein Stück

Etwa alle zwanzig Jahre gebe es größere Veränderungen, erinnert sich Oebels. „Aber man hat immer wieder neue Kräfte gewonnen.“ Jährlich zeigt das TiF ein Stück, legt Wert auf Qualität und wagt sich an anspruchsvolle Klassiker, wie Kulturreferent Jürgen Enninger bei der Premiere betonte. Einen festen Spielleiter gibt es nicht – mehrere Personen werden angefragt, wer Zeit und eine Idee hat, setzt sein Stück um.

Der Verein wächst langsam, neue Interessierte sind willkommen. Durch die ehrenamtliche Struktur bleibt man flexibel: Jedes Jahr wird neu entschieden, wer Zeit hat. Nur junge Männer zwischen 20 und 30 fehlen etwas, so Oebels. Bühne, Maske, Licht, Kostüme – alles wird selbst gemacht.

Eine Profi-Karriere käme für Köhler nicht infrage – zu unsicher. Lieber bleibt Theater ihr Hobby, bei dem es seit 140 Jahren vor allem um eines geht: viel Freude auf und hinter der Bühne.

Carolin Köhler, Hans Oebels und Julia Licitar nach der Premiere.

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