6.7 C
Augsburg
Dienstag, 24. März 2026

„Beflügelt… Gehörnt… Gekrönt…“ – Hella Buchner-Kopper erweckt Leder zum Leben

Must read

Von den in der „Zwischenzeit“ ausgestellten menschenähnlichen Kunstwerken kann man den Blick kaum abwenden. Die Figuren in den Schaufenstern wirken täuschend echt, als würden sie jeden Moment zum Leben erwachen. Wie magnetisiert bleibt man stehen, um die Kreationen von Hella Buchner-Kopper genauer zu betrachten.

Viele der weiblichen Figuren tragen die Gesichtszüge der Künstlerin selbst. Dafür nahm sie vor vielen Jahren eine Lebendmaske aus Gips von ihrem eigenen Gesicht ab. Diesen Abdruck verwendet sie bis heute als Grundlage, daher haben viele Figuren geschlossene Augen.
„Ich brauche ein Positiv, über das ich das Leder spanne“, erklärt die gelernte Maskenbildnerin. „Ich arbeite meist mit Hirschleder, weil es besonders geschmeidig ist. Es wird nass gemacht, über eine Form gespannt und muss dann trocknen. Wichtig ist ein Trennmittel, damit sich das Leder später wieder ablösen lässt.“ Nach dem Trocknen wird weitergearbeitet, bemalt und ergänzt. „Das Leder ist ein lebendiges Material, es war ja einmal Tierhaut. Genau das verleiht den Figuren ihre besondere Lebendigkeit“, sagt Buchner-Kopper. Wenn sie andere Personen oder historische Figuren darstellt, modelliert sie die Köpfe zusätzlich.

Hella Buchner-Kopper: „Das Material lebt und genau das macht meine Figuren so besonders“

Bereits 2024 waren ihre Werke in der „Zwischenzeit“ zu sehen. Für die aktuelle Ausstellung „Beflügelt… Gehörnt… Gekrönt…“ hat die Künstlerin ältere Arbeiten neu kombiniert und weiterentwickelt. „Bei mir entstehen oft neue Geschichten aus bestehenden Figuren“, erzählt sie.

Ein zentrales Motiv sind diesmal Flügel. Eine Zeichnung von Albrecht Dürer diente ihr dabei als Inspiration. Außerdem sind neue Figuren mit Kronen zu sehen. Diese wirken auf den ersten Blick leicht, sind tatsächlich aber überraschend schwer.

Das Faszinierende an ihrer Arbeit beschreibt Buchner-Kopper so: „Die Verwandlung, die Metamorphose, dass aus Leder, aus etwas Ursprünglichem, ein menschlicher Ausdruck entsteht. Das Material lebt und genau das macht meine Figuren so besonders.“
Die Ausstellung ist noch bis zum 29. März in der Annastraße 16 zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Lesen Sie auch: Roland Leyer: Spiele mit dem Tod

- Advertisement -spot_img

More articles

- Advertisement -spot_img

Latest article