Die absolut unabhängige Gastrokritik: „Schlemppus“ an der Bar

11.01.2026

Im kürzlich umfassend umgebauten und erweiterten Vier-Sterne-Business- und Tagungshotel Schempp befindet sich das „Oskar“. Holger Lutzenberger, Geschäftsführer des Hotels, das auf eine traditionsreiche Zusammenarbeit mit dem FCA zurückblicken kann, kann zu Recht stolz sein, im Süden von Augsburg eine derart kosmopolitisch anmutende, gastliche Location etabliert zu haben, die von Mannschaft und Team immer wieder gerne besucht wird. Dies spiegelt sich auch im Ambiente von Bar & Bistro wider. Zu Gast waren im vergangenen Jahr auch schon der Segmüller Koch Club oder prominente Besucher wie u.a. die Spider Murphy Gang.

Ambiente ★ ★ ★ ★

Der kleine, intime Gastraum versprüht moderne Nonchalance – Herzstück ist die nebenan gelegene urbane Bar mit Blick auf die ebenfalls zeitgemäß schöne Lounge in der Hotellobby. Wer hier einfach einen Cocktail oder ein gutes Glas Wein genießen möchte, findet im ansonsten ja eher beschaulichen Bobingen ein wirklich stylishes Ambiente vor.

Essen ★ ★ ★ ★

Mit dem frisch zubereiteten frittierten Gemüse im Bierteig (14,- €) zur Vorspeise begann der genussvolle, leichte Einstieg in den Abend. Zur Hauptspeise wählten wir von der Standardkarte den Wagyu Burger (20,- €) mit Cheddarkäse, Coleslaw und knusprigen Chips. Die Fleischqualität – wie wir erfuhren, werden die Wagyu-Rinder ebenfalls in der Region gezüchtet, war phantastisch, der Burger sicher einer der besten, die man weit und breit bekommt.

Als Tagesempfehlung von „Oskar“ stach uns die Barbarie-Entenbrust an Orangen-Rotweinsauce mit Herzoginkartoffeln und Zuckerschoten (28,- €) ins Auge – perfekt gegart, ein winterlicher Gaumenschmaus, der nicht nur geschmacklich überzeugte, sondern auch bei der Portionsgröße nicht geizte! Eine traumhafte, selbst gemachte Schokoladenmousse auf Fruchtragout (7,- €) machte das Dinner-Vergnügen komplett. Fazit: Die hochwertige Zubereitung und die Zusammenarbeit mit lokalen Produzenten bilden im Oskar die Grundlage für ein rundum gelungenes Essenserlebnis.

Trinken ★ ★ ★ ★

Natürlich ließen wir es uns nicht nehmen, an der Bar ein wenig „Schickeria“-Flair zu zelebrieren. Und weil – wie eingangs erwähnt – die Spider Murphy Gang hier bereits zu Gast war, orderten wir den „Schemppus“ (statt „Schampus“). Ein prickelndes, augenzwinkerndes Vergnügen für 11,- € / 0,2l, dieser Jahrgangssekt der Rüdesheimer Sektkellerei Ohlig.

Die Weinkarte des Restaurants zeugt wohl von einer vinophilen Vorliebe des Hausherrn, so lässt sich die wirklich vorzügliche und umfangreiche Auswahl erklären. Mit dem 2022er Riesling des Weinguts von Winning (offen ausgeschenkt für 8,50 € / 0,2l) konnten wir uns über ein schmelzig-schmeichelndes Pfälzer Original im Glas freuen. Zum Hauptgang bestach das vergnügliche `21er Rotwein-Cuvée „Simsalabim“ des Weinguts Ellermann-Spiegel mit fruchtiger Dichte (8,- € / 0,2l).

Service ★ ★ ★ ★

Ob an der Bar oder im Restaurant – der Service besticht durch Professionalität, wie man sie heute nur noch in der Spitzengastronomie vorfindet. Kundenfreundlich und kompetent im Auftreten, aufmerksam und gut gelaunt bei Nachfragen – so wünscht man sich das. Kleines Manko: Wir fanden keine Möglichkeit einer Online-Reservierung über die Website, aber ein freundliches Telefonat sollte ja auch keine allzu große Hürde darstellen.

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