In einer Zeit voller Umbrüche spielen Museen eine wachsende Rolle, findet Augsburgs Kulturreferent Jürgen Enninger: als Orte, die nicht nur Fragen stellen, sondern auch Orientierung geben. Dass die Kunstsammlungen & Museen Augsburg gefragt sind, zeigen die Zahlen: 282.794 Besucher wurden 2025 gezählt – mehr als 2.800 mehr als im Vorjahr.
Museumsdirektor Dr. Christof Trepesch betont, wie stark der Erfolg vom Programm abhängt. Publikumsmagnete wie Goya (bis 22. Februar verlängert) und Fugger lockten über 100.000 Menschen ins Schaezlerpalais, auch das Maximilianmuseum verzeichnete großen Zuspruch. Überraschend erfolgreich war zudem die Ausstellung „Vom Zeichnen zum Schmieden – Erich Nüchter“ im Grafischen Kabinett, die ein anderes Publikum als sonst und viel Laufkundschaft anzog.
Besonders „erfreulich“ sei laut Enninger die Entwicklung des U27-Tickets: Rund 9.000 junge Menschen nutzten das Angebot – etwa 1.000 mehr als 2024. Der freie Museumssonntag entwickelte sich mit über 30.000 Tickets (7000 mehr als 2024) gut.
Museen versteht die Stadt zunehmend als soziale Begegnungsorte. Tourismusdirektor Götz Beck mahnt dabei zu mehr Mut: Städte stünden vor „epochalen Veränderungen“ und müssten sich neu erfinden. Tourismus und Kultur spielten dabei eine Schlüsselrolle. Großereignisse wie die Bayerische Landesausstellung oder die Confessio Augustana 2030, „ein Weltereignis“, böten Impulse weit über Augsburg hinaus. Zum lebendigen Museumsalltag tragen Kooperationen und neue Formate bei – vom Zeitsicht Art Award in städtischer Trägerschaft, „Kunst für die Kunst“ mit dem Auktionshaus Rehm über das Fanprojekt „Augsburg Calling“ bis zur Kunstsprechstunde, die zum Ankauf einer Ida-Paulin-Vase führte. Das Team der Kunstvermittlung um Manuela Wagner organisierte fast 1.400 Veranstaltungen, darunter den ersten „Tag der Mode“.
Strukturell tat sich viel
Auch strukturell tat sich viel: Für das Römische Museum liegen laut Trepesch erste Vorarbeiten vor, für die Landesausstellung die Konzepte. Das Schaezlerpalais sei nun barrierefrei, das neue Museumscafé mit knapp 30 Plätzen ein großer Erfolg. Neu aufgestellt wurden zudem die App der Kunstsammlungen sowie die Kunsthalle Augsburg im Glaspalast, die unter neuem Namen den eigenen Bestand stärker in den Fokus rückt. 43 Gegenstände aus Schenkungen und Vermächtnissen sind neu in den Sammlungen der unterschiedlichen Häuser. Etwa eine Bibliothek von 2.400 Bänden der Familie Söhn. In die Welt gingen internationale Leihgaben, etwa für die erste große Hinterglas-Ausstellung in Japan.
2026 setzen die Museen auf moderne Kunst: die erste große Präsentation von Daniel Biskups Künstlerporträts im Sommer und eine Ausstellung von Manuel Frattini (18.4. – 20.9.) in der Kunsthalle. Im Grafischen Kabinett: Einblicke in die Japonika-Sammlung mit Netsukes, japanischen Gürtel-Accessoires.
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