Nach der Trennung von Sandro Wagner konzentrierten sich beim FC Augsburg in der Partie gegen Leverkusen alle Augen wieder mehr auf die Spieler als auf Interimstrainer Manuel Baum. Obwohl dieser personell kaum rotierte, zeigte die Mannschaft ein anderes Gesicht als zuletzt und gewann das Spiel verdient mit 2:0. 4 Erkenntnisse, die diese Partie lieferte:
1. Für Tietz und Essende sieht es schlecht aus, Schlotterbeck darf die Binde tragen
Bereits unter Sandro Wagner standen die FCA-Stürmer Samuel Essende und Phillip Tietz nicht hoch im Kurs, das änderte sich auch bei einem Blick auf die Startelf gegen Bayer Leverkusen nicht. Manuel Baum setzte in seinem ersten Spiel als Cheftrainer seit ca. 5 Jahren auf die gleiche taktische Ausrichtung wie sein Vorgänger, nahm im Vergleich zur Vorwoche aber drei Änderungen vor. Keven Schlotterbeck (zurück nach Sperre), der zugleich die Kapitänsbinde tragen durfte, Kristijan Jakic und Alexis Claude-Maurice begannen. Cedric Zesiger, Mert Kömür und Samuel Essende mussten auf die Bank.
2. FC Augsburg: Mit Kontern zum Erfolg
Als Zocker bezeichnete Wagner seine Offensivspieler gerne, übergab ihnen viel Verantwortung, im eigenen Ballbesitz etwas zu kreieren. Baum setzte gegen Leverkusen zwar auf das gleiche Personal, wählte taktisch aber einen defensiveren Ansatz. Anstatt sich selbst mühsam nach vorne zu kombinieren und selbst immer wieder in Konter zu laufen, verteidigte der FC Augsburg meist im tiefen Block und versuchte, selbst über Kontersituationen schnell in die Spitze zu kommen. Dieser Ansatz zahlte sich erstmals in der 6. Minute aus. Dort spielte Schlotterbeck einen ganz starken Ball in die Tiefe zu Dimitrios Giannoulis, der frei durch war, vor Mark Flekken die Ruhe behielt und zur frühen Führung einschoss. Dieser Ansatz führte auch in der Folge zu vielversprechenden Situationen, das 2:0 für die Gastgeber fiel aber aus einer Phase des kontrollierten Ballbesitzes. Dieses Mal legte Giannoulis, kaum bedrängt, mit einer Flanke von der linken Strafraumkante auf den im Strafraum freistehenden Anton Kade auf, der mit seinem Kopfball Flekken keine Chance ließ.
3. Mads Pedersen schnuppert Bundesligaluft
Seine Zeit beim FCA schien bereits abgelaufen. Mads Pedersen sah in dieser Saison bislang pflichtspielübergreifend keine einzige Minute im Trikot des FC Augsburg. Manuel Baum brachte den 29-Jährigen nach etwa einer Stunde ins Spiel und sollte diese Entscheidung nicht bereuen. Der Däne erwies sich direkt als Aktivposten im Augsburger Spiel und brachte Dynamik und Tempo über die linke Seite.
4. Der Trainereffekt zahlt sich aus
Statistiken zufolge gibt es so etwas wie einen langfristigen Trainereffekt nicht, über mehrere Monate hinweg pendelt sich in der Regel alles wieder ein. Einen kurzfristigen positiven Effekt gibt es aber sehr wohl. Ein weiteres Beispiel dafür lieferte der FC Augsburg an diesem Samstagnachmittag. Gegen Bayer Leverkusen, das zuletzt zweimal gegen Borussia Dortmund gefordert war und von einer englischen Woche in die nächste hetzt, erwiesen sich die Augsburger als der erhofft eklige Gegner. Sie machten es anders als in der Vorwoche den Hoffenheimern dem Team von Kasper Hjulmand ganz schwer. Kompaktes Verteidigen, schnelles Umschalten, mit einfachen Mitteln zum Erfolg. Genau wie Manuel Baum auf der Pressekonferenz vor dem Spiel angekündigt hatte. Das Motto sollte „Keep it simple“ sein – und das war es auch.
Das 2:0 wirkte wie ein Befreiungsschlag für den FC Augsburg, der die drei Punkte auch in der Tabelle dringend benötigt hatte. Mit 13 Punkten nach 13 Spielen steht man nun ganz solide da und kann den beiden letzten Partien des Jahres in Frankfurt und gegen Bremen relativ entspannt entgegensehen. Weiter geht’s am kommenden Samstag um 15:30 Uhr.
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