Start News In Augsburg leben mehr Flüchtlinge als während der Flüchtlingskrise 2015/2016

In Augsburg leben mehr Flüchtlinge als während der Flüchtlingskrise 2015/2016

Flüchtling in Augsburg

Etwa 5000 Flüchtlinge sind derzeit in Augsburg untergekommen.

Gut 13 Millionen Einwohner hat der Freistaat Bayern mittlerweile, die sogenannte Bevölkerungsdichte liegt insgesamt bei 187 Menschen pro Quadratkilometer (Stadt Augsburg 2019 Einwohner, Landkreis Ostallgäu 101). Aber wie viele fremde Menschen verschiedener Notlagen haben zusätzlich in Bayern Platz? Alle rund 180.000 Personen, die allein im vergangenen Jahr hinzugekommen sind? Nahezu täglich hört man von Problemen, die Gemeinden, Städte, Landkreise haben, wenn weitere Geflüchtete angekündigt werden, die unterzubringen sind.

Insgesamt leben in Augsburg derzeit etwa 5000 Flüchtlinge. Im Februar 2016 waren es 2300.


Das zuständige Referat für Soziales, Familie, Pflege, Generationen und Inklusion der Stadt Augsburg stellt klar: „Die Stadt Augsburg erfüllt ihre Verpflichtung zur Aufnahme gemäß dem Königsteiner Schlüssel, von den Verteilmechanismen in Bund und Land ist sie deshalb derzeit ausgenommen.“ Da Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine in der EU einen besonderen rechtlichen Status genießen, dürfen sie ihren Wohnsitz frei wählen, sie werden lediglich registriert. Das heißt, so das Referat: Geflüchtete aus der Ukraine ohne eigene Wohnmöglichkeit werden über die Notunterkunft weiterhin von der Stadt aufgenommen. In welchem Umfang das geschieht, hänge vor allem von der weiteren Entwicklung des Kriegsgeschehens ab. Für Menschen aus der Ukraine war bereits im März 2022 in der Europäischen Union erstmals die sogenannte „Massenzustrom-Richtlinie“ aktiviert worden.

Kurz nach Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine brachten Privat-Initiativen Flüchtlinge aus Stadt und Region nach Augsburg. Zu diesem Zeitpunkt schienen die Behörden teilweise noch überfordert. (Foto: Archiv/privat)


Sind unter dem Eindruck von Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg, Klima-Diskussion zuletzt gar mehr Menschen nach Bayern, nach Augsburg gekommen als zur Spitzenzeit der Flüchtlingswelle von 2015/2016? Zählt man die Personen zusammen, die damals in staatlichen Unterkünften (ohne Aufnahmeeinrichtung des Freistaates, jetzt Anker-Zentren) und städtischen Unterkünften untergebracht waren und nimmt die seinerzeit sehr hohe Zahl an unbegleiteten Minderjährigen in der Zuständigkeit des Amtes für Kinder, Jugend und Familie dazu, dann kommt man im Februar 2016 auf etwa 2.300 Personen. Die Vergleichszahl jetzt, im Februar 2023, liegt derzeit bei 2.550 Personen, hat das Sozialreferat ermittelt. Darunter befinden sich 913 Personen aus der Ukraine.


Dazu kommen etwa 2500 Geflüchtete aus der Ukraine in Augsburg, die in privaten Unterkünften – entweder sie leben bei Freunden oder Verwandten oder haben eigene Wohnungen bezogen – wohnen. Davon ausgenommen: städtisch oder staatlich untergebrachte Personen, eben jene 913 Personen, deren Unterbringung jener Menschen ähnelt, die in Deutschland/Bayern auf ihr Asylverfahren warten. 101 Personen aus der Ukraine leben aktuell in der Städtischen Notunterkunft, 606 Personen in städtischen dezentralen Unterkünften, 73 in staatlichen Unterkünften. Weitere 133 Ukrainer leben in Unterkünften, die soziale Träger zur Verfügung gestellt haben oder in Beherbergungsbetrieben. si

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