Iris Steiner, nominiert von FDP und ProAugsburg, will frischen Wind in die Stadtregierung bringen
AUGSBURG JOURNAL: Frau Steiner, warum treten Sie als OB-Kandidatin an, warum engagieren Sie sich überhaupt politisch?
Iris Steiner: Augsburg ist meine Heimatstadt, ich bin hier aufgewachsen. Augsburg hat Historie und Kultur und gilt nicht umsonst als eine der schönsten Städte Deutschlands. Leider laufen viele Prozesse schleppend – weil man zu wenig Mut oder auch Fantasie hat, in komplizierten Zeiten unkonventioneller zu denken. Wichtige Entscheidungen werden ohne Not verzögert, Verwaltungsabläufe sind viel zu kompliziert und Bürgerinnen und Bürger verstehen nicht mehr, wozu das alles gut sein soll.
Mein Ziel ist – ganz pragmatisch – die Stadt insgesamt handlungsfähiger zu machen. Geld haben wir ja bekanntlich keines übrig, aber wenn man clever agiert, könnte man sicher das eine oder andere Projekt kostengünstiger realisieren. Ich war bereits als Kulturkoordinatorin in der Augsburger Stadtverwaltung tätig, mein Ansatz ist deshalb erfahrungsgemäß eher praxisorientiert.
AJ: Sie haben eine kommunalpolitische Vergangenheit in der CSU, sind aber dort 2017 ausgeschieden. Warum jetzt die FDP bzw. das Bürgerliche Bündnis?
Iris Steiner: Vielleicht hatte der CSU-Fraktionsvorsitzende Angst vor mir, ich weiß es nicht (lacht). Aber im Ernst: Kommunalpolitik ist Sachpolitik. Ich selbst bin seit Jahren FDP-Mitglied, in unserem Bündnis mit ProAugsburg arbeiten wir vor allem nah an den „Augsburg-Themen“. Mir ist ganz wichtig, dass wir offen sind für alle – besonders auch für Protestwähler, die mit der Arbeit der schwarz-grünen Stadtregierung unzufrieden sind. Wer Veränderung, Tempo und Transparenz sehen will, findet bei uns eine bürgernahe, lösungsorientierte Alternative. Das ist unser Angebot.
Iris Steiner: Kommunikation, Transparenz, Stadtentwicklung
AJ: Welche Themen wollen Sie in Augsburg anpacken?
Iris Steiner: Es gibt die großen Themen, die jeder kennt: Den Staatstheaterbau, den Umbau der Fuggerstraße, die Problematik mit dem schlechten Zustand der Schulen, die fehlende Realschule im Augsburger Osten oder auch das ewige Problem mit dem Bahnhofsumbau. Die Liste könnte man weiterführen. Aber überall krankt es an zeitlicher Verzögerung und hohen Kosten. Um das anzugehen, finde ich drei Aspekte besonders wichtig:
- Kommunikation – Politik muss verständlich sein. Wenn Menschen wissen, warum Entscheidungen fallen, bringen sie sich mit ein, gestalten mit und haben wieder Vertrauen in die Politik.
- Transparenz und klare Zuständigkeiten – in vielen Verwaltungsabläufen herrscht Unübersichtlichkeit. Entscheidungen verzögern sich, Zuständigkeiten verschwimmen. Klare Strukturen beschleunigen Abläufe, machen Verantwortung sichtbar und verhindern Frust.
- Stadtentwicklung – Augsburg muss lebendig bleiben. Wir brauchen eine Innenstadt, die pulsiert, Quartiere, die zusammenwachsen, Räume für Kultur, Kreativität und Innovation. Alles, was wir planen, muss spürbar vorankommen – nicht nur auf dem Papier und in ferner Zukunft.
AJ: Welche Botschaft möchten Sie den Augsburgerinnen und Augsburgern zurufen?
Iris Steiner: Mich hat schon immer fasziniert, dass Politik gestalten kann. Deshalb habe ich auch Politikwissenschaften studiert. Dass Prozesse laufen, Projekte umgesetzt werden, Veränderungen sichtbar werden, ist eine große Motivation, wie ich meine.
Augsburg muss vorankommen – praktisch, sichtbar, nachvollziehbar. Wer Veränderung sehen will, muss Verantwortung übernehmen. Genau das möchte ich.
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